{"id":2727,"date":"2022-11-24T10:42:18","date_gmt":"2022-11-24T09:42:18","guid":{"rendered":"https:\/\/comedordelarte.at\/?p=2727"},"modified":"2022-11-24T22:00:48","modified_gmt":"2022-11-24T21:00:48","slug":"deutsch-der-wirkungskreis-unserer-taetigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/comedordelarte.at\/de\/blog\/deutsch-der-wirkungskreis-unserer-taetigkeiten\/","title":{"rendered":"Der Wirkungskreis unserer T\u00e4tigkeiten"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h5>Am 20.11.2022 haben sich Alexandra und Franz wieder einmal zusammengesetzt, um \u00fcber die Entwicklungen im Comedor del Arte zu plaudern. Denn es macht Sinn, gelegentliche Haltepunkte zu setzen, um zu reflektieren und um Entwicklungen in Worte zu fassen. So wird manches auch klarer.<\/h5>\n<p><strong>Alexandra: Wir haben f\u00fcr die n\u00e4chsten Au\u00dfenauftritte des Comedor del Arte unseren ersten Folder gestaltet, der unsere Arbeit kurz und verst\u00e4ndlich vorstellen soll. Wir haben daf\u00fcr vor allem Fotos ausgesucht, welche die Arbeit mit den Kindern pr\u00e4sentieren. Die Hausaufgabenbegleitung jeden Nachmittag, von Montag bis Freitag, steht ja in den letzten zwei Jahren im Mittelpunkt deiner Arbeit vor Ort.<br \/>\n<\/strong>Franz: Die Arbeit mit den Kindern ist immer wieder bereichernd, sinnstiftend und ein Spa\u00df. Wir haben ein sehr vertrautes Verh\u00e4ltnis, die Kinder erz\u00e4hlen mir sehr viel. Besonders freue ich mich, wenn Fortschritte sichtbar werden, zB bei einem Erstklassler. Vor einer Woche hat er noch jeden Buchstaben einzeln gelesen und jetzt kann er schon die Buchstaben zusammenlauten. Die Kinder sind an die Struktur im Comedor gew\u00f6hnt, sie suchen den Kontakt, auch weil sie erkennen, wie sehr ihnen das hilft.<\/p>\n<p><strong>Medial sehr pr\u00e4sent ist der Ukrainekrieg. Wir werden daher immer wieder gefragt, ob wir Kontakt zu UkrainerInnen haben.<br \/>\n<\/strong>Unl\u00e4ngst erst gab es einen Anruf von einer Caritas-Mitarbeiterin aus Klosterneuburg wegen einem ukrainischen Jugendlichen, der in den Klammgruberhof verlegt worden war. Sie war dann auch im Comedor. Bei Bedarf helfe ich nat\u00fcrlich sehr gerne.<br \/>\nIch habe auch schon dreimal mit einer Deutschlerngruppe f\u00fcr UkrainerInnen angefangen, aber die Leute waren relativ schnell wieder weg. Entweder weil sie weitergezogen sind oder weil sie Arbeit in der N\u00e4he gefunden haben und keine Zeit mehr finden.<\/p>\n<p><strong>Neben der Lernbegleitung leistet der Comedor del Arte aber noch viel mehr und das k\u00f6nnte man gar nicht alles in einen Folder hineinpacken. Es w\u00e4re einfach zu verwirrend, oder?<br \/>\n<\/strong>Ja, neben der Arbeit mit den Kindern vor Ort gibt es noch ganz viele unterschiedliche T\u00e4tigkeiten, das stimmt. Und dabei vermischt sich das Private und die Arbeit als Leiter unseres Begegnungshauses. Es ist oft gar nicht mehr voneinander trennbar.<br \/>\nMit Ainullah, der bei uns privat seit \u00fcber einem Jahr wohnt, habe ich jetzt gerade die 1.000 km f\u00fcr den F\u00fchrerschein gemacht und war auch bei der F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung dabei, die er beim ersten Antritt bestanden hat. Ainullah ist inzwischen ein Familienmitglied f\u00fcr uns, aber begonnen hat diese Beziehung, als er 2019 auf der Klammh\u00f6he untergebracht war und zu uns in den Comedor kam mit dem Wunsch Deutsch zu lernen.<br \/>\nSehr ans Herz gewachsen ist mir auch Mika mit ihrer Familie, die sich gerade anfangs mit so viel Leidenschaft f\u00fcr das Projekt Comedor del Arte eingesetzt hat. Vor kurzem war ich als Zeuge am BVWG geladen. Sie und ihre Familie haben nun endlich, nach neun Jahren, einen Aufenthaltsstatus bekommen. Wir hatten die ganze Zeit Kontakt und sind gemeinsam durch viele H\u00f6hen und vor allem viele Tiefen gegangen.<br \/>\nWir sind inzwischen eine sehr gro\u00dfe Familie, die sehr weit verstreut lebt. Ich bin zB auch in Kontakt mit jemanden, der in den Iran zur\u00fcckgegangen ist. Gerade jetzt, in diesem Ausnahmezustand, ist unsere Solidarit\u00e4t mit den Menschen dort wichtig. Meine iranischen Freunde schreiben: Bitte vergesst uns nicht! Als politisch interessierter Mensch und auch aus Verbundenheit zu den Menschen gehe ich daher auch zu Gedenkveranstaltungen oder zu Demonstrationen. Nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Hazara als besonders verfolgte Gruppe in Afghanistan. So war ich zB bei einer Veranstaltung am Stephansplatz in Wien, wo den Opfern des Anschlags auf eine Schule gedacht wurde. Ich treffe dort immer auch alte Bekannte und lerne neue Leute kennen. Meine Kamera ist immer mit dabei. Dadurch bin ich auch mit verschiedensten Initiativen in Kontakt gekommen, die sich f\u00fcr meine Fotos interessieren.<br \/>\nIch habe durch lange Gespr\u00e4che vieles \u00fcber diese L\u00e4nder gelernt, vor allem \u00fcber Afghanistan und den Iran, welche Volksgruppen, wie viele Sprachen gibt es\u2026? Wenn man stundenlang mit den Menschen zusammensitzt und \u00fcber die Probleme, aber auch \u00fcber die Sch\u00f6nheiten des Landes spricht, entsteht eine starke Beziehung. Dann bangt man auch mit, mit denen, die noch dort sind oder mit Freunden, die ihre Familie besuchen. In letzter Zeit waren drei afghanische Freunde im Iran und haben dort ihre Familien besucht, es war genau in der Zeit, als die Proteste losgegangen sind. Ich war sehr froh, nachdem sich alle drei wieder zur\u00fcckgemeldet hatten.<\/p>\n<p><strong>Am 3.11.2022 findet in St. P\u00f6lten ein Treffen von <\/strong><strong>#zusammenHaltN\u00d6<\/strong><strong> statt. <\/strong><strong>Der Verein Herzverstand ist eine von mehreren Initiativen, die diese Einladung mittragen. Wie kam es dazu?<br \/>\n<\/strong>#zusammenHaltN\u00d6 gibt es schon einige Jahre, diese Initiative ist aus der Fl\u00fcchtlingsbewegung entstanden. Im vergangen Jahr hat der Prozess gegen Landesrat Waldh\u00e4usel begonnen, verschiedene Engagierte haben den ganzen Prozess mitverfolgt und aus diesem Anlass auch Protestaktivit\u00e4ten organisiert. Daraus entstand das Bed\u00fcrfnis, ein Treffen zu veranstalten, um sich pers\u00f6nlich auszutauschen, die Initiativen mit ihren Anliegen vorstellen und gemeinsame Ziele zu definieren, die wir an die Politik herantragen k\u00f6nnen. Es gibt ja im ganzen Land engagierte Menschen, aber mit einer Plattform wird man wirkm\u00e4chtiger. Unsere Anliegen sollen geh\u00f6rt werden!<\/p>\n<p><strong>Die Zivilgesellschaft will also politischen Einfluss bekommen. Das war nicht immer zwingend so. Es gibt ja noch immer Leute, die helfen, aber sich keinesfalls auf politische Diskussionen einlassen m\u00f6chten.<br \/>\n<\/strong>#zusammenHaltN\u00d6 ist nicht parteipolitisch und wir wollen uns auch nicht von Parteien vereinnahmen lassen. Zurzeit sind wir zehn Vereine mit den unterschiedlichsten Menschen \u2013 vom katholischen Missionar bis zu Menschenrechtsaktivisten, die sich f\u00fcr sichere H\u00e4fen einsetzen. Seit ca. 2,5 Jahren versucht die Initiative #zusammenHaltN\u00d6, einen Gespr\u00e4chstermin bei der N\u00d6 Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zu bekommen. Es war bislang nicht m\u00f6glich. Das ist schon einzigartig in N\u00d6, denn in anderen Bundesl\u00e4ndern gibt es in den Bezirkshauptst\u00e4dten Sprechstunden. Das Argument ist, dass sie ohnehin im Land unterwegs sei. Ehrenamtliche werden zwar auf Veranstaltungen \u00adgelobt, das kennt man, aber wir haben ja auch eine Expertise und k\u00f6nnten wertvollen Input liefern. Das wird uns verwehrt. Aufgrund dieser Tatsache, n\u00e4mlich dass wir kein Geh\u00f6r finden, ist der Wunsch entstanden, uns breiter in einer Plattform aufzustellen. Wir wollen uns f\u00fcr ein demokratisches und f\u00fcr ein auf den Menschenrechten basierendes Miteinander einsetzen. Wir leben in einer realen Demokratie und k\u00f6nnen, d\u00fcrfen und sollen uns artikulieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2726\" aria-describedby=\"caption-attachment-2726\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2726 size-medium\" src=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web-300x199.jpg 300w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web-768x510.jpg 768w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/stop_hazara_web.jpg 1366w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2726\" class=\"wp-caption-text\">Solidarit\u00e4tsdemo in Wien f\u00fcr die Opfer eines Anschlags auf eine Schule in Kabul, Foto: Witzmann<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2724\" aria-describedby=\"caption-attachment-2724\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2724 size-medium\" src=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-300x199.jpg 300w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-768x510.jpg 768w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-1536x1020.jpg 1536w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_web-2048x1360.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2724\" class=\"wp-caption-text\">Solidarit\u00e4tsdemo in Wien f\u00fcr die iranische Freiheitsbewegung. Foto: Witzmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p> ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20.11.2022 haben sich Alexandra und Franz wieder einmal zusammengesetzt, um \u00fcber die Entwicklungen im Comedor del Arte zu plaudern. Denn es macht Sinn, gelegentliche Haltepunkte zu setzen, um zu reflektieren und um Entwicklungen in Worte zu fassen. So wird manches auch klarer. 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