{"id":2889,"date":"2023-06-08T12:06:42","date_gmt":"2023-06-08T10:06:42","guid":{"rendered":"https:\/\/comedordelarte.at\/?p=2889"},"modified":"2023-06-16T22:29:53","modified_gmt":"2023-06-16T20:29:53","slug":"deutsch-das-comedor-del-arte-fahrradprojekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/comedordelarte.at\/de\/blog\/deutsch-das-comedor-del-arte-fahrradprojekt\/","title":{"rendered":"Das Comedor del Arte &#8211; Fahrradprojekt"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2888\" src=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"475\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web-300x225.jpg 300w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web-768x576.jpg 768w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Salaad_web.jpg 1366w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><\/a><\/h4>\n<h4>Wie sich wieder einmal Eins ins Andere f\u00fcgte &#8230;<\/h4>\n<p>Ich gebe gemeinsam mit Uschi Berthold in der Unterbringung Klammgruberhof Lernbegleitung Deutsch f\u00fcr Menschen im Asylverfahren. Nach einem f\u00fcr die Menschen dort beschwerlichen Winter stieg mit den w\u00e4rmeren Tagen auch der Wunsch nach selbstbestimmter Mobilit\u00e4t. Verst\u00e4ndlich. Denn das Quartier liegt in der Ein\u00f6de, acht Kilometer von Hainfeld entfernt, die Bustickets sind rar und m\u00fcssen untereinander weitergereicht werden. Fahrr\u00e4der w\u00fcrden da schon helfen.<\/p>\n<p>Ich versprach also meinen Sch\u00fclerInnen, mich um Fahrr\u00e4der umzuschauen und begab mich im ersten Schritt auf die Gemeinde Hainfeld. Das Gemeindeamt fungiert schon seit l\u00e4ngerem auch als Fundb\u00fcro. Gemeinsam mit der freundlichen, zust\u00e4ndigen Dame besichtigte ich den Keller des Rathauses. Dort lagern zahlreiche Fahrr\u00e4der ohne BesitzerInnen. Allerdings wurde mir erkl\u00e4rt, dass diese Fahrr\u00e4der zehn Jahre lang aufbewahrt werden m\u00fcssen. Nach einem Jahr Lagerung d\u00fcrfen sie verborgt werden, mit der Auflage, dass sie jederzeit wieder zur\u00fcckgegeben werden k\u00f6nnen, falls sich der\/die Eigent\u00fcmerIn meldet. Das konnte ich nat\u00fcrlich nicht versprechen. Nur die \u00e4ltesten zwei Fahrr\u00e4der konnte ich daher bedenkenlos mitnehmen. Und so schob ich diese, schon sehr patschert bereiften, R\u00e4der in unser Begegnungshaus Comeder del Arte.<\/p>\n<p>Franz war dar\u00fcber nicht begeistert. Was sollen wir mit diesen kaputten R\u00e4dern, die k\u00f6nne man gleich zum M\u00fcll bringen, meinte er sinngem\u00e4\u00df. Da wir kein Auto zur Fahrradmontage oder einen Anh\u00e4nger haben, f\u00fchlte ich mich schuldbewusst. Wie bringe ich das Klumpert jetzt wieder weg? Warum hatte ich die R\u00e4der \u00fcberhaupt mitgenommen?<\/p>\n<p>Da kam Salaad Maxamad, ein im Klammgruberhof wohnender, geb\u00fcrtiger Somalier vorbei und ich zeigte ihm die Fahrr\u00e4der. Und welche \u00dcberraschung: Er war begeistert! Die Reifen seien doch wie neu, meinte er in seinem, f\u00fcr mich sehr schwer verst\u00e4ndlichen, Somali-Englisch. In diesem Moment wurde mir der gro\u00dfe Unterschied zwischen uns verw\u00f6hnten Europ\u00e4erInnen und einem Menschen wie Salaad bewusst. Was wir wegwerfen, ist f\u00fcr ihn beinahe neuwertig! Motiviert ging ich also mit dem jungen Mann ins Kaufhaus Eichberger und kaufte ein Fahrrad-Reparaturset sowie alles, was er in diesem Moment noch gut brauchen konnte: Klebeband, \u00d6lspray, Fahrradschloss und ein LED-Licht. Wenn schon, denn schon! Eine Fahrradpumpe fand sich im Comedor del Arte, die h\u00e4ndigten wir ihm auch aus.<\/p>\n<p>Im Handumdrehen \u2013 oder besser im Radumdrehen \u2013 hatte Salaad beide R\u00e4der in der Comedor-K\u00fcche repariert. Eines nahm er f\u00fcr sich, eines wollte er seinem syrischen Freund Ibrahim geben. Ich kaufte ihm an diesem Tag noch einen Helm, damit er auch wirklich sicher unterwegs ist.<\/p>\n<p>Seit diesem Tag ist Salaad mein Ansprechpartner f\u00fcr R\u00e4der. Irgendwann erz\u00e4hlte er mir, dass er in Somalia auch Autos gefahren sei \u2013 ohne F\u00fchrerschein allerdings, und \u00ad\u2013 f\u00fcr mich noch viel erstaunlicher \u2013 ohne T\u00fcren und ohne Bremse!<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hlte die Geschichte herum und bekam infolge tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung vonseiten der Hainfelder Schwestern Elfi und Elisabeth Hasler, die noch zwei R\u00e4der sowie zwei Helme spendeten. (Elfi ist Obfrau des Vereins \u201eWir Hainfelder\u201c und Elisabeth ist seit der letzten Generalversammlung die zweite Rechnungspr\u00fcferin unseres Vereins.) Ein Kinderfahrrad stiftete ein anderer Freund. Salaad war also gut besch\u00e4ftigt! \u00dcber die Freude eines ukrainischen Kindes, dem er das Kinderrad reparierte, erz\u00e4hlt er gerne. Es tut ihm sichtlich gut, etwas Sinnvolles zu tun und andere, kraft seines handwerklichen Geschicks, beschenken zu k\u00f6nnen. Inzwischen schaut er sich am St. P\u00f6ltner Flohmarkt nach Ersatzteilen um.<\/p>\n<p>Ich habe nun im Deutschkurs eine Liste von Fahrrad-InteressentInnen aufgelegt und bin derzeit auf der Suche nach weiteren sieben R\u00e4dern. Schau ma mal\u2026 \u00a0Es ist ja auch ein Kommen und Gehen im Quartier. Ich wei\u00df also nie, ob jemand in der n\u00e4chsten Woche noch am Kurs teilnimmt oder schon fortgezogen ist. Trotzdem macht es Sinn, weiter nach Fahrr\u00e4dern zu suchen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wirhainfelder.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Verein \u201eWir Hainfelder\u201c <\/a>stellte uns inzwischen zum Ankauf gebrauchter R\u00e4der ein Budget von max. \u20ac 500,- zur Verf\u00fcgung. Das Geld stammt aus dem Sozialprojekt des Weihnachtsteams. Danke vielmals!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fahradprojekt-VereinWirHainfelder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2958\" src=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fahradprojekt-VereinWirHainfelder-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fahradprojekt-VereinWirHainfelder-300x169.jpg 300w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fahradprojekt-VereinWirHainfelder-768x432.jpg 768w, https:\/\/comedordelarte.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fahradprojekt-VereinWirHainfelder.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wenn auch Sie uns ein Fahrrad schenken wollen oder eines sehr g\u00fcnstig (max. \u20ac 50,-) abzugeben haben, dann melden Sie sich bitte. Helme, Warnwesten, Fahrradschl\u00f6sser und LED-Lichter sich ebenfalls sehr willkommen!<\/p>\n<p>Rufen sie mich an unter: 0664 \/ 1026798<\/p>\n<p>Herzlichst, Alexandra Eichenauer-Knoll<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p> ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich wieder einmal Eins ins Andere f\u00fcgte &#8230; Ich gebe gemeinsam mit Uschi Berthold in der Unterbringung Klammgruberhof Lernbegleitung Deutsch f\u00fcr Menschen im Asylverfahren. Nach einem f\u00fcr die Menschen dort beschwerlichen Winter stieg mit den w\u00e4rmeren Tagen auch der Wunsch nach selbstbestimmter Mobilit\u00e4t. Verst\u00e4ndlich. 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