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Workshop Seilteppiche knüpfen

Freitag, 8. November 2019, 10 – 12 Uhr

Elfi Hasler ist begeisterte Sportlerin und hat von Freunden und einer Kletterhalle Seilspenden erhalten. Wir machen daraus Fußabstreifer. Das sieht hübsch aus und ist auch stabil.

Kursziele:
– Wir „fädeln“ gespendete Kletterseile zu Fußabstreifern. Dafür benutzen wir Holztafeln, auf denen mit Zahlen die Fädelrichtung angegeben wird.
– Und machen so ein schönes Upcycling-Produkt.
– Die Fußabstreifer werden dann am Kreativmarkt für den Comedor del Arte
verkauft.


Leitung: Elfi Hasler

19.11. Workshop Zettelblöcke basteln

Franz Kodeska lebt in Hainfeld. Seit seit seiner Pensionierung widmet er sich mit viel Liebe und Sorgfalt einem besonders feinsinnigen Hobby. Er baut „Designerschachteln“ aus Graupappe, die abschließend mit schönem Design- bzw. Tonpapier umklebt werden.

Wir freuen uns, dass er sich bereit erklärt hat, uns diese Technik in einem Workshop zu zeigen. Ein Teil der Schachteln soll dann auch beim Kreativmarkt am 13. und 14. Dezember 2019 im Kultursaal Hainfeld verkauft werden.

Termine:
Samstag, 16. November 14.00 – 17.00 Uhr (Schachteln)
Dienstag, 19. November 14.30 – 17.00 Uhr (Notizzettelblöcke)
Alle Materialien werden bereitgestellt.

Leitung:  Franz Kodeska

Nähere Infos und Anmeldung bei Alexandra unter 0664 / 102679

Hier einige Fotos, mehr gibt es auf Facebook.

Bereits zum 4. Mal laden wir zu einem Comedor del Arte – Kulturfest ein. Diesmal findet es nicht im Sommer statt, sondern an einem Samstag im Oktober. Denn der 12.10. ist für Franz Witzmann ein ganz besonderer Termin. An diesem Tag feiert er nämlich seinen 60sten Geburtstag. Und wir mit ihm!

12. Oktober 2019, ab 17 Uhr
im Kultursaal der Stadtgemeinde Hainfeld, Hauptstraße 7

PROGRAMM
17-18.30 Uhr: Michael Olbrich – Kulinarische Überraschungen
ab 18.30 Uhr: Auftritt der Theatergruppe Comedor del Arte, 
Fotoausstellung und Rückschau in Bildern von Franz Witzmann

Danach Weltmusik von Salah Addin & friends
Der Sänger, Gitarrist, Bassist, Komponist, Arrangeur und Percussionist Salah Addin wurde in Khartoum, Sudan, geboren. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, lebt und arbeitet er als professioneller Musiker in Wien. Die Musik ist ein Klang-Mosaik mit kaleidoskopischem Spektrum. Farbenprächtig vereint sie Aspekte des Afrobeats und Reggae. Melodiös bringt sie einen Hauch Sufi mit erkennbaren Einflüssen aus Rock und RnB zusammen. Obwohl die Musik im Traditionellen verwurzelt ist, reicht sie weit darüber hinaus. Die Lieder werden in Englisch und Arabisch gesungen. Sie sind tiefgründig und erweitern die Musik um ein östliches Flair.

Freund/innen, Förderer/innen und Interessierte an unserer Arbeit sind herzlichst willkommen!

Eintritt: Freie Spende
PS: Für Franz sind Spenden für sein Projekt Comedor del Arte das größte Geschenk – danke!

 

 

Lehrer Franz und seine lieben Kinder

Die Herbstausgabe 2019 der Stadtmarketingzeitung HAINFELDER hat sich diesmal das Thema Bildung vorgenommen. Auch der Comedor del Arte ist eine Bildungseinrichtung in Hainfeld, wo Workshops, Deutschlerngruppen und Hausaufgabenbegleitung angeboten werden. Ein guter Anlass, in diesem Blogbeitrag einmal über das Thema Bildung zu schreiben. Das Gespräch mit Franz Witzmann, der den Comedor und die Lerngruppen leitet, führte Alexandra Eichenauer-Knoll.

Lieber Franz, du hattest als Kind und auch noch als Jugendlicher einen fixen Berufswunsch: Lehrer werden. Nach einigen beruflichen Umwegen wie Polizist, Masseur, Kellner, Theaterproduktionsassistent, Botenfahrer, Lagerangestellter, Redakteur und Buchautor (um nur die wichtigsten Jobs aufzuzählen), bist du nun doch noch im Lehrberuf angekommen. Du begleitest im Auftrag der Volkshilfe Jugendliche als Lehrlingscoach, bist in der Volksschule Hainfeld einmal wöchentlich als Lesepate tätig und betreust im Comedor del Arte Kinder und Erwachsene beim Deutschlernen. Wie fühlt sich das an?
Franz: All diese Tätigkeiten sind herausfordernd, aber auch sehr inspirierend. Herausfordernd, weil man laufend mit neuen Situationen und Menschen konfrontiert ist, inspirierend, weil man von jedem Menschen auch etwas Neues lernen kann. Es ist viel Flexibilität und Spontanität gefragt, damit man auf die einzelnen Menschen mit ihrem ganz speziellen Wissensstand und ihren Bedürfnissen eingehen kann. So betreue ich zurzeit Menschen bei der Alphabetisierung und auf den Levels A1 und A2. Danach kommt aber auch ein angehender Arzt zu mir, der die Nostrifizierung schon abgeschlossen hat, und mit dem ich für die C1 Prüfung lerne. Auch ein aus der Ukraine stammender Verkaufsmitarbeiter, der im Ort beschäftigt ist und sehr gutes Deutsch spricht, kommt wöchentlich zu mir. Mit ihm übe ich Verkaufsgespräche in hiesiger Mundart.

Es gab im Comedor 2018 auch ein Jahr lang das Angebot mit Theaterspielen Deutsch zu lernen. Diese Workshops wurden von der Theaterpädagogin Emina Eppensteiner geleitet. Ein fröhliches Bild hängt zur Erinnerung daran im Comedor über dem Klavier. Was ist davon noch hängengeblieben?
Ganz wesentlich beim Spracherwerb und wichtig für Integration ist die Möglichkeit, sich mit Deutsch Sprechenden austauschen zu können. Lernen passiert ja auch durch oftmaliges Wiederholen. Gewisse Standardkommunikationen in spielerischer Art einzulernen und zu wiederholen fördert auch den Umgang im Alltag. Spielerisches und authentisches Lernen kommen da zusammen.

Jetzt im Sommer sind die Lerngruppen vormittags, Kinder und Erwachsene sind daran beteiligt. Ist da eine andere Stimmung spürbar?
Ja es ist vor allem eine andere Qualität des Lernens. Während ich mit den Erwachsenen Übungen mache, spielen die Kinder meistens im Raum oder vor dem Haus. Es kommt dann immer wieder vor, dass ich Fragestellung an die Erwachsenen richte, ein Kindergartenkind aber als erstes die richtige Antwort gibt. Wie nebenbei. Die Kinder lernen alleine durch Hören und Anwesendsein die Sprache.

Wie ist das mit der Motivation? Geflüchtete Menschen haben in den ersten Monaten oft eine sehr hohe Motivation anzukommen und zu lernen. Je länger das Asylverfahren dauert, desto psychisch belastender wird der Zustand des Wartens und der Ungewissheit. Das wirkt sich auch auf den Lernfortschritt aus. Die Leute klagen über Kopfweh etc. Wie erlebst du das?
Die oftmals überlangen Verfahren sind sehr belastend, das stimmt. Es kommt aber trotzdem auf den einzelnen Menschen an, wie er oder sie damit umgeht. Es ist bei einigen Menschen so deutlich zu sehen, sie wollen hier sein und suchen aktiv eine sinnvolle Beschäftigung, obwohl sie vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Hier versuche ich auch anzusetzen. Je mehr Struktur ein Mensch hat und je mehr Aufgaben und Termine er wahrnehmen kann, umso leichter kommt er mit der Situation zurecht. Das Lernen und die regelmäßigen Lerntermine geben ja auch Struktur. Die eifrigste Schülerin derzeit ist eine Mutter von zwei Kindern, die durchaus den ganzen Tag beschäftigt wäre, aber nicht nur in den Kursen, sondern darüber hinaus auch zu Hause lernt. Jemand, der im Gegensatz dazu den ganzen Tag nichts zu tu hat, kommt viel mehr ins Grübeln und Verzweifeltsein.

Wie viele geflüchtete Menschen schätzt du hast du in deinem Leben schon betreut?
Ich habe schon vor 15 Jahren angefangen mit der Betreuunng von zwei tschetschenischen Familien. 2011 habe ich dann Kontakt zu meinem Freund Moh bekommen, der damals am Klammgruberhof einquartiert war und über ihn lernte ich uigurische Frauen in Altenmarkt kennen. Im Sommer 2013 habe ich dann mit Deutschkursen bei mir zu Hause angefangen, im Herbst 2013 begann ich dann für die Diakonie ehrenamtlich Kurse abzuhalten. Die Deutschkurse am Klammgruberhof habe ich bis ins Frühjahr 2017 geführt. Manchmal waren dort bis zu bis zu 30 Personen. 2015/16 war die Pension zeitweise so überfüllt, dass ich den Deutschkurs im Freien abhalten musste. Parallel dazu haben wir 2016 angefangen, auch im Comedor Deutschlerngruppen anzubieten. Egal wo, die Schwierigkeit bestand immer darin, dass nach 2-3 Monaten die Gruppen auseinanderbrachen, weil alte Leute wegkamen und Neue dazu. Die Neuankömmlinge abzuholen, ihnen eine Einstieg zu bieten, das war dann immer die Herausforderung.

Die bist inzwischen zertifizierter Daf/Daz Trainer. Hat sich dein Unterricht nach der Ausbildung 2017 wesentlich geändert?
Ich habe interessante sprachwissenschaftliche Erkennnisse und Methoden kennengelernt, die durchaus in den Unterricht einfließen. Ich habe andersrum aber auch viele eigene Erfahrungen in den Kurs einbringen können.

Was sind so deine augenfälligsten Beobachtungen als Lehrer?
Mir ist über die Zeit aufgefallen, dass immer wieder sehr motivierte und fleißige Schülerinnen und Schüler dabei waren. Bei Frauen oder Mädchen aus Afghanistan, denen Bildung und Schule verwehrt waren, ist aber eine ganz besondere Begeisterung und Freude am Lernen-dürfen zu beobachten. Das sieht man selten.

Noch eine berührende Anekdote zum Abschluss?
Die Zeit, während ich im Klammgruberhof unterrichtet habe, waren Schüler dabei, die noch nie ein Schule besucht haben. Sie haben einfach die Buchstaben abgezeichnet. Wenn sie an der Reihe waren, wurden ihnen die Buchstaben von Kollegen eingesagt. Als einer dieser Schüler nach einenhalb Jahren zum ersten Mal seinen ersten Satz selbstständig lesen konnte, haben alle applaudiert.

 

Danke an unsere Fördergeber,  die Bildung im Comedor del Arte möglich machen:

Ein Pantomimeworkshop an der Volksschule Hainfeld

Mohammad Ahmadi und Hossain Rezaie, unsere beiden Schauspieler, hatten bereits in Afghanistan Theaterworkshops mit Kindern abgehalten. Sie äußerten den Wunsch, dies auch hier zu tun. Im vergangenen Winter haben wir uns über diese Thematik unterhalten und nach den Semesterferien konnten sie an der Niederhofschule in Lilienfeld und an der Volksschule Hainfeld einen wöchentlichen Workshop mit Kindern leiten. Über letzteren möchte ich hier berichten:

In der Volksschule Hainfeld gibt es eine Unverbindliche Übung „Darstellendes Spiel“, welche von der Volkschullehrerin Claudia Lechner geleitet wird und an der 9 Kinder teilnehmen. Da ich bereits seit 8 Jahren als Lespate in der Schule tätig bin, war die Kooperation unkompliziert und freundschaftlich.

In den ersten Wochen hat Mohammad alleine den Workshop geleitet, weil Hossain zu dieser Zeit immer in St. Pölten beim Deutschkurs Level B1 war. Seit April haben Mohammad und Hossain dann gemeinsam mit den Kindern gearbeitet und pantomimische Szenen für eine Aufführung zum Schulschluss mit ihnen einstudiert.

Die Hainfelder Volkschule ist eine musikalische und kreative Schule. Singen, Musizieren, im Ensemble spielen, aber auch Musical-Aufführungen wurden mit den Kindern bereits eingeübt und zur Aufführung gebracht. Am 25.6.2019 konnte auch die Pantomime-Truppe im Rahmen einer Präsentation der musikalischen Arbeit der einzelnen Klassen das erlernte Programm zur Aufführung bringen. Die Kinder von Volksschule und Spz, die LehrerInnen und einige Angehörige bildeten das Publikum.

Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler waren beim Auftritt alle im Gesicht weiß geschminkt, hatten schwarze Kleidung und weiße Handschuhe an und man konnte förmlich fühlen, wie sie mit fokussierter Ernsthaftigkeit in ihre Rollen schlüpften. Aus der Bewegung heraus wurden sieben verschiedene Szenen, Bilder bzw. Sequenzen pantomimisch dargestellt. Das waren alltägliche Tätigkeiten, wie Duschen, auf die Toilette gehen, sich anziehen, aber auch ein Motoradunfall und der Abtransport eines Verletzten durch die Rettung wurden gespielt. Den Abschluss bildeten zwei Filmszenen aus „Der König der Löwen“ und „Titanic“. Das Publikum war begeistert und belohnte die Aufführung mit einem lange anhaltendem Applaus.

Der Auftritt war ein Erfolg, aber nicht nur das: die regelmäßige, wöchentliche Workshoparbeit hatte auch positiven Einfluss auf die Gruppendynamik, den Gruppenzusammenhalt und auf die soziale Entwicklung der Kinder. Wie sich die Truppe von Einzelkämpfern zu Teamplayern geformt hatte, wurde zum Beispiel in einer Stunde sichtbar, bei der uns die Kinder selbst entwickelte Szenen vorstellen wollten. Da nur mehr wenige Minuten bis zum Ende des Unterrichts zur Verfügung standen, konnte nicht jedes Kind einzeln spielen. Da hatten sie sich spontan entschlossen, uns gemeinsam ein Stück vorzuspielen. Sie bildeten einen Kreis, legten sich gegenseitig die Arme auf die Schultern, senkten die Köpfe und tuschelten. Kurz danach gingen alle in Position und sie spielten eine Szene aus einem Film nach.

Falls die Unverbindliche Übung im neuen Schuljahr fortgesetzt wird, sind unsere Schauspieler wieder eingeladen mitzuwirken.

Herzlichen Dank an die Direktorin Herta Smetana und an Claudia Lechner für die Möglichkeit, diese Projekt umzusetzen. Herzlichen Dank an Mohammad, Hossain und an die lieben Kinder.

Alles Liebe, Franz Witzmann

Alle Fotos: Franz Witzmann

Weitere Fotos gibt es auf Facebook

Im Rahmen des Hainfelder Ferienspiels 2019 bietet auch heuer der Comedor del Arte zwei Veranstaltungen an:

10. Juli, 10 – 12 Uhr:
Theaterworkshop für Kinder
Leitung: Emina Eppensteiner
keine Anmeldung erforderlich

27. August, 10 – 12 Uhr:
Schattentheater zum Thema „Karneval der Tiere“
Leitung: Emina Eppensteiner
keine Anmeldung erforderlich

Ort: Comedor del Arte, Bahnstraße 1 / G3

 

Wir sind am Hainfelder Flohmarkt

Auch heuer nehmen wir wieder am Hainfelder Flohmarkt teil. Dieser Markt ist wirklich ein besonderer Flohmarkt. Er zieht sich durch die gesamte Hauptstraße und bietet eine Fülle an Ständen mit unterschiedlichsten Angeboten.

Wir freuen uns auf Besucher/innen und neue Begegnungen. Denn Markteinnahmen sind ein wichtiger Posten unseres Budgets, um das Betreiben des Comedor der Arte zu finanzieren.

Hainfelder Flohmarkt
Sonntag, 26. Mai 2019
07.00 – 16.00 Uhr
Comedor del Arte Standnummer: 55 (ungefähr bei der Konditorei Hinterleitner)

P3TV im Comedor del Arte

Der NÖ Regionalsender p3tv hat ein neues Sendeformat über die EU in sein Programm aufgenommen. Darin soll auch über Projekte berichtet werden, die mithilfe der Leader Region und gefördert durch EU-Mittel entstanden sind. Gleich bei der ersten Ausgabe war der Comedor del Arte als eines von drei Projekten mit dabei.

Franz Witzmann,  Alexandra Eichenauer-Knoll und Hossain Rezai wurden im Comedor interviewt. Elisabeth Hasler wurde in ihrem gemütlichen Nähcafe zu den gemeinsamen Nähprojekten befragt. Die Sendung kann online angesehen werden. Hier der Link dazu.

Ab Min 3.20 ist der Bericht über den Comedor del Arte:

4. Mai ist Markttag am Lebensgut Miteinander

Am 4. Mai findet wieder der Frühlingsmarkt am Lebensgut Miteinander in Rohrbach statt. Der Comedor del Arte wird dort auch mit einem Stand vertreten sein, um Basteleien und Taschen zu verkaufen.

Der Markt ist im und rund um den Gemüsegarten der LebensGut Landwirtschaft aufgebaut. Neben biologischen und vielfältigen Jungpflanzen der LebensGut Landwirtschaft gibt es auch handgemachte Naturkosmetik von Pflanzner Naturkosmetik, ess- und trinkbare Köstlichkeiten vom Hendlberghof, Kunstwerke für Haus und Garten von Blech & Eisen und Weiteres aus der Region zu erwerben und zu erkunden.

Wir freuen uns auf einen gemütlichen Tag und über Ihr Kommen!

Öffnungzeiten: von 10.30 – 17.30 
Uhr
Ort: Prünst 12, 3163 Rohrbach an der Gölsen

Über Topfenwickeln und Kartoffelauflagen

Gabriele Latour hat am Freitag, den 5. April, beim Comedor-Frauentreff über heilsame Wickel und Auflagen gesprochen. Die gelernte Krankenschwester arbeitet beruflich als Lektorin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am UK St. Pölten. Fünf Frauen, die mit ein bis zwei Kleinkindern erschienen waren, interessierten sich für das Thema. Alexandra Eichenauer-Knoll, die während des Vortrags mit den Kindern spielte, befragte Gabriele Latour nachher über ihre Eindrücke.

Liebe Gabi, wie kam es zu der Idee, im Rahmen der Comedor-Frauenrunde über Topfenwickel & Co zu sprechen?

Wir haben uns im Bekanntenkreis unterhalten, da war auch eine Apothekerin dabei. Uns ist aufgefallen, dass Menschen, die zu uns geflüchtet sind, oft sehr rasch zu Medikamenten greifen oder medizinische Hilfe aufsuchen.

Was hattest du vorbereitet und warum?

In der Vorbereitung waren für mich folgende Punkte wichtig:

  • Wehwechen, die im Alltag auch mit Kindern am meisten auftreten,
  • Zutaten, die jeder meist zuhause hat ( Kartoffel, Zwiebel, Topfen),
  • einfache Durchführung bzw. Erklärung soll auch ohne dem Verstehen der deutschen Sprache möglich sein

Ich habe auch die Anleitung schriftlich vorbereitet, während dem Workshop ist mir aber erst bewusst geworden, dass das Nachlesen für einige gar nicht möglich ist.

Du unterrichtest beruflich in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am UK St.Pölten. In der Comedor-Runde waren Frauen, die gebrochen oder gar nicht Deutsch verstehen. Wie unterrichtet man da. Kommt die Botschaft trotzdem rüber?

Da geht es halt nur mit vorzeigen, ein Vortrag ist hier nicht sehr zielführend.
Wichtig ist auch, die Techniken durch die Frauen selbst durchführen zu lassen, sie angreifen zu lassen, sie selbst ausprobieren zu lassen. Mehrmaliges Wiederholen ist auch wichtig. Ja, und dann beobachten, ob das Erklärte verstanden wurde. Eine Frau hat versucht zu übersetzen.

Haben dir die Frauen auch erzählt, welche Hausmittel sie verwenden?

Ja, das interessiert mich sehr. Eine Frau hat erzählt, sie wenden so etwas wie einen Ölfleck bei Husten an und kühl-feuchte Auflagen auf der Stirn bei Fieber. Vielleicht ist aber auch durch ihre schwierigen Lebensumstände in der Heimat gar nicht mehr soviel Wissen weitergegeben worden. Einige haben beim ersten Treffen erzählt, dass sie gewohnt sind Medikamente zu bekommen und zu nehmen.

Diese jungen Frauen leben weit entfernt von zu Hause, ihren Müttern und einem sozialen Beratungsnetz. Hast du das Gefühl, dass sie das Thema interessiert hat bzw. wo könnte man weitermachen? Wo sind Lücken?

Einzelne waren sehr interessiert, für andere glaube ich steht im Vordergrund die Möglichkeit andere Frauen zu treffen, was auch ok ist.  Ich denke schon, dass sie Unterstützung brauchen, gerade auch mit den Kindern. Ich weiß nicht, ob diese Frauen die Möglichkeit haben zur Mutterberatung zu gehen. Das habe ich, wie meine Kinder Babys waren auch sehr hilfreich gefunden, wenn man Tipps von der Kinderkrankenschwester bekommt. In der Gesundheitsberatung gibt es sicher einigen Unterstützungsbedarf, besonders in der Selbstkompetenz. Wie kann ich mir bei Alltagsbeschwerden selbst helfen? Was ist für mich und meine Familie ungesund?  Zuckerhältige Lebensmittel und Getränke zum Beispiel. Auch Fragen der Lebensweise. Handys werden sehr kleinen Kindern überlassen, Fernsehkonsum etc.

Wenn du den Vormittag revue passieren lässt: wie würdest du die Stimmung im Comedor beschreiben?

Ich habe die Stimmung sehr locker und gelöst wahrgenommen. Sehr lebendig, auch durch das Beisein der Kinder.

Danke nochmals für dein Kommen!

 

 

 

 

Besuchen Sie uns am Ostermarkt!

Auch heuer nimmt der Comedor del Arte am Ostermarkt teil – mit einem Essstand unten im Freien und einem Kreativstand im ersten Stock. Wir werden Taschen, Yogapölster, Fußmatten, Schürzen, Überzüge für Sitzbälle, Drachen und kleine Geschenkideen anbieten und freuen uns  über zahlreiche Besucher/innen.

Ostermarkt 2019
Kultursaal und Bücherei
Gemeindezentrum Hainfeld
Hauptstraße 5
12. und 13. April
10.00 – 18.00 Uhr

Frauentreff

Freitag, 18. Oktober 2019
, 9 – 11 Uhr

Ein Vormittag für Frauen, Mütter und Mütter mit Kleinkindern
• zum Plaudern über Kindergarten in Österreich,
• Fingerspiele mit Kleinkindern,
• Kinderverse
und das Erarbeiten und Verstehen von Wortschatz, damit die Muttis mit ihren Kindern „mitlernen“ können.

Ich bringe bebilderte Kinderverse mit, damit das Verstehen erleichtert wird, und freue mich auf einen gemütlichen Vormittag!

Leitung: Dagmar Rosenkranz

 

 

Computerkurs!

Termine: Samstags, wir machen weiter!
Uhrzeit: 10 – 13 Uhr
Ort: Comedor del Arte, 1. Stock

Kursziele:
– Computer ein- und ausschalten, Ordner anlegen
– E-Mails schreiben
– Texte in MS Word schreiben, in PDF konvertieren
– Jobbewerbungen mit Anhang schreiben
– suchen im Internet (Jobs, Wohnung, Autos usw.)

Max. Teilnehmerzahl: 5 Personen
Leitung: Reza Goudarzi

Anmeldung erforderlich:
bei Franz Witzmann, Tel. 0650 / 8510896 oder persönlich

Danke an Gesa und Reza!

Gesa und Reza, das klingt wie die Namen zweier Brüder aus dem Nahen Osten. Gesa und Reza, beide Namen stehen in meinem Terminkalender für Freitag, den 1. Februar. Gesa kommt um 10.00 Uhr und Reza um 13.00 Uhr in den Comedor del Arte.

Nein, Brüder sind die beiden nicht, die Namensähnlichkeit täuscht. Gesa steht für Gemeinnützige Sanierungs- und Beschäftigungs- GmbH mit Sitz in St. Pölten und hat uns am Freitag fünf Computer zugestellt. Sogenannte Sozialcomputer. Was heißt das? Gespendete und gebrauchte Computer werden von GESA neu aufgesetzt und das aktuelle Windows 10 installiert. Personen mit nachweisbar geringem Einkommen und ebensolche Vereine können diese Computer dann für relativ wenig Geld kaufen.

Alexandra und Nezhyba Viktoraz (re) mit seinem Kollegen von Gesa

Wir hatten im Budget für die Förderung durch die Leader-Region eigentlich die Neuanschaffung von EDV eingeplant. Nach langem Überlegen entschieden für uns aber, auf diese Fördergelder zu verzichten. Denn so können wir mehr EDV-Geräte anschaffen und in Summe und unter dem Strich kommt uns diese Variante trotzdem billiger. Denn auch bei der Förderung durch die Leader-Region muss ja ein Selbstbehalt eingerechnet werden.

Mit fünf EDV Geräten können wir nun endlich Kurse mithilfe von EDV anbieten und unseren Besucher/innen auch die Möglichkeit zu selbstständigem Arbeiten mit EDV geben. Der Comedor del Arte und sein Angebot von kostenlosem Internet wird ohnehin schon lange wie ein Internet-Cafe genutzt. Nun können die Leute nicht nur mit ihrem eigenen Handy, sondern auch über unsere Standcomputer einsteigen.

Reza Goudarzi bei der Arbeit

Ja, und wer ist jetzt Reza? Reza Goudarzi kommt aus dem Iran, ist Ingenieur für Wassertechnik und hilft schon seit langem Menschen im Umfeld des Comedor del Arte bei ihren Problemen mit Computer und Handy. Reza wird uns die EDV installieren, die Geräte vernetzen und dann – und jetzt kommt das Wichtigste – wird er einen EDV Kurs anbieten. Und zwar auf Farsi, damit es keine Missverständnisse gibt! Vor allem E-Mails schreiben zu können ist existentiell für Jobbewerbungen in Österreich. Egal, ob man sich als Tellerwäscher/in, Schneider/in oder technische/r Zeichner/in bewirbt. Wir sehen hier noch einen großen Nachschulungsbedarf und können dafür endlich die Infrastruktur anbieten.

Danke an Gesa und Reza!

Alexandra Eichenauer-Knoll

Arbeit geben mit dem Dienstleistungsscheck

Wir wurden gelegentlich gefragt, ob es eine offizielle Möglichkeit gibt, Menschen im Asylverfahren durch die Vergabe von Arbeit finanziell zu unterstützen. Ja, es gibt eine Möglichkeit – den Dienstleistungsscheck. Personen mit einem gültigen Asylstatus (Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte) sowie Personen, die seit mindestens drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind, können diesen in Anspruch nehmen. Der Dienstleistungsscheck ist Zahlungsmittel und Lohn für Menschen, die einfache, haushaltstypische Dienstleistungen in Privathaushalten erbringen.

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Ich möchte in diesem Beitrag beschreiben, wie ich selbst eine Haushaltshilfe mittels Dienstleistungsscheck beschäftige. Die Frau befindet sich schon seit über drei Jahren im Asylverfahren. Nennen wir sie aus Gründen des Datenschutzes einfach Sarah.

Die maximale Zuverdienstgrenze
Offiziell darf Sarah laut Auskunft der Abteilung Staatsbürgerschaft und Wahlen bzw. der Koordinationsstelle für Ausländerfragen in St. Pölten € 110,- monatlich dazuverdienen. Alle Einkünfte müssen gemeldet werden. Bei Einkommen über dem genannten Betrag werden die Grundversorgungsleistungen dementsprechend gekürzt.

Die online-Abwicklung des Dienstleistungsschecks in 7 Schritten:
Dienstleistungsschecks kann man prinzipiell auch kaufen. Da ich aber in Hainfeld weder bei der Post noch in der Trafik jemanden gefunden habe, der sich mit diesem Thema selbstredend auskennt, beschloss ich, es über Internet abzuwickeln. Ich empfehle diese Vorgangsweise, da sie unkompliziert ist. Allerdings müssen im Vorfeld eine paar Schritte gemacht werden und die sind gar nicht einfach, vor allem für nicht-deutschsprachige und nicht-internetkundige Personen.

  1. Gehen Sie auf die Website https://www.dienstleistungsscheck-online.at
    Registrieren Sie sich als Arbeitgeber/in, dafür ist die Angabe der Sozialversicherungsnummer notwendig.
  2. Auch der/die Arbeitnehmer/in muss sich dort registrieren. Da Sarah sich mit Internet- und Computerarbeit nicht auskennt, haben wir diese Registrierung gemeinsam erledigt. Bei der Registrierung soll auch eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Sarah hat keine E-Mail-Adresse installiert, wir haben daher die E-Mail eines jüngeren Familienmitglieds angegeben. Besser wäre es natürlich, eine eigene E-Mail-Adresse einzurichten.
  3. Im folgenden wurden mir und Sarah von der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau, über die der Dienstleistungsscheck abgewickelt wird, je ein RSA-Brief zugestellt. Darin befand sich ein Code zum Einsteigen in das System der Website. Beim erstmaligen Einstieg musste dieser aus Sicherheitsgründen geändert werden. Auch hier war Sarah überfordert und ich musste ihr helfen.

    Ein möglicher Zwischenschritt: Wenn die Abwicklung über Internet erfolgt, wird das Geld gleich auf das Konto des/der Arbeitnehmer/in überwiesen. Das ist prinzipiell sehr praktisch. Allerdings hatte Sarah gar kein eigenes Konto. So war der nächsten Schritt, erstmal ein Konto zu eröffnen. Es vergingen Wochen, bis Sarah das erledigt hatte, da sie sich alleine nicht so gut verständigen kann und auf eine Begleitung angewiesen war.


  4. Als nächsten Schritt musste ich Sarah auf https://www.dienstleistungsscheck-online.at als Arbeitnehmerin anfragen.
  5. Und sie wiederum musste mir meine Anfrage über diese Website bestätigen. Da sie das nicht verstand, musste ich wieder einspringen.
  6. Nun stand aber dem gemeinsamen Tun nichts mehr im Wege! Sarah kam zu mir als Haushaltshilfe und auch wenn ihre Deutschkenntnisse mangelhaft sind, meinen Dreck erkannte sie ohne viele Erklärungen. Sie bleibt jetzt immer drei Stunden bei mir, am Ende dieser Zeit kaufe ich drei Schecks um je € 12,-. Automatisch kann ich mich in einem Vorgang zu meiner Bank weiterleiten lassen und über E-Banking bezahlen. Ich bezahle für diese drei Schecks € 36,72, also nicht mal einen Euro mehr für die Versicherung. (Punkt DLS kaufen).
  7. Dann gehe ich zum Punkt DLS weiterleiten, wähle Sarah als Arbeitnehmerin aus und leite ihr die Schecks unter Angabe des Datum, an dem sie bei mir gearbeitet hat, weiter. Es funktioniert problemlos!

Resummée: Der Dienstleistungsscheck ist eine gute Möglichkeit, offiziell Menschen Arbeit zu geben. Wenn sie es online abwickeln, empfehle ich, dies gemeinsam mit dem/der Asylwerber/in zu tun. Und diese/r sollte seine/ihre Sozialversicherungssnummer sowie eine Bankomatkarte bereit halten und auch über eine eigene E-Mail-Adresse verfügen.

Sarah kommt insgesamt für neun Stunden pro Monat zu mir, so bekommt sie 9 x € 12,-  überwiesen, das sind € 108,- pro Monat. Damit liegt sie genau mit € 2 unter der Zuverdienstgrenze von € 110,- !

Sarah lernt auf diese Weise, ein wenig selbstständiger zu werden. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein, etwas Geld zu verdienen. Und nebenbei kann sie noch ihre Deutschkenntnisse verbessern.

Ja, und meine Badewanne, die strahlt wie noch nie!

Alexandra Eichenauer-Knoll

PS: Es ist ratsam, z. B. nach einem Monat auch den zuständigen Sozialarbeiter über den Vorgang zu informieren, damit die für die Grundversorgung zuständige Behörde darüber  informiert wird, dass alles rechtens abläuft! Der/die Dienstnehmer/in kann auf der Website die erhaltenen Beträge übersichtlich nach Monaten sortiert als PDF downloaden.