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Bis Ostern kein Kursbetrieb

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie stellen auch wir sicherheitshalber den Betrieb im Comedor del Arte ein. Wir hoffen, dass wir spätestens nach den Osterferien wieder wie gewohnt Deutschkurse und Hilfe bei Hausaufgaben anbieten können.

Sollte bis dahin noch keine Beruhigung der Situation eingetreten sein, werden wir die Pause entsprechend verlängern.

Bei Fragen oder Problemen ist Franz Witzmann trotzdem jederzeit erreichbar unter
Telefon: 0650 / 85 10 896

Workshop Designschachteln

Aufgrund des relativ großen Interesses am Workshop Designschachtel mit Franz Kodeska möchten wir das Projekt heuer fortsetzen. Wir werden wieder „Designschachteln“ aus Graupappe fertigen, die abschließend mit schönem Design- bzw. Tonpapier umklebt werden.
Papiere sind vohanden, gerne können aber auch eigene Papiere mitgebracht werden. Wichtig ist nur, dass das Papier nicht glatt , sondern rau ist, damit es gut verklebt werden kann. Diesmal werden wir auch versuchen, eine Lade einzubauen. Außerdem ist ein kleiner Notizzettelblock geplant.

Leitung: Franz Kodeska

Zeit: 25.4.2020, 14.00 – 17.00 Uhr

Ort: Comedor del Arte
Bahnstraße 1/G3, 3170 Hainfeld

Informationen und Anmeldung unter: 0664 / 1026798
Mitzunehmen: ev. Papier zum Umkleben, Schürze

Alte Helden im NÖ Landespflegeheim

Mohammad Ahmadi und Hossain Rezaie sind nicht nur begabte Schauspieler und Stückeschreiber, sie absolvieren derzeit auch ein Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung zum Altenpfleger in Hainfeld.

Und so entstand die Idee, dass  wir vom Comedor del Arte dort auftreten könnten. Schließlich ist ja auch gerade Fasching. Und wir finden, das Stück »Alte Helden«, das wir 2018 am Heldenplatz  in Wien und beim Kulturfest aufgeführt haben, passt ganz gut zu diesem Auftrittsort. So proben wir nun fleißig für die Wiederaufnahme:

Alte Helden
Ein Stück von Mohammad Ahmadi und Hossain Rezaie

Es spielen: Renate Höfler, Alexandra Eichenauer-Knoll, Franz Witzmann, Mohammad Ahmadi und Hossain Rezaie
Regie: Mohammad Ahmadi

Zeit: Dienstag, dem  11. Februar 2020 um 15.00 Uhr
Ort: Kaffeehaus des NÖ Landespflegeheims, Hainfeld

Wer Lust hat, möge vorbeischauen!

Kreativmarkt 2019: Viele neue Ideen und ein lustiges Missverständni

Der Comedor del Arte hat heuer bereits zum 5. Mal am Hainfelder Kreativmarkt mit einem Kulinarikstand und bereits zum 4. Mal mit einem Verkaufsstand für selbsterzeugte Produkte teilgenommen.

Weihnachtsmärkte sind Geschmacksache. Es gibt Menschen, die solche Events lieben und sogar weitere Reisen auf sich nehmen, um neue Märkte zu entdecken. Andere Zeitgenossen wiederum ziehen um diese Art Weihnachtstrubel lieber einen großen Bogen. Eines steht für mich aber fest. Um für ein Sozialprojekt wie den Comedor del Arte Geld zu lukrieren, ist ein Weihnachtsmarkt auf jeden Fall ideal. Mit den heurigen Einnahmen können wir zwei Monatsmieten für unser Begegnungshaus bezahlen. Danke an alle, die uns durch den Kauf eines Produktes unterstützt haben! Außerdem können wir als „Marktstandler“ alte Bekanntschaften auffrischen, neue Leute kennenlernen, für unsere Workshops werben und vielleicht auch ein wenig dabei helfen, diffuse Ängste vor dem Fremden abzubauen…

Daher motiviere ich mich jedes Jahr aufs Neue und überlege – tatkräftig unterstützt von unserem kreativen Vorstandmitglied Cornelia Fuchs – was wir denn sinnvollerweise anbieten könnten.

Ein ausgesprochener Glücksfall war heuer die Bekanntschaft mit Franz Kodeska, einem gebürtigen Hainfelder. Seit seiner Pensionierung stellt er in Buchbindetechnik mit großer Liebe und Sorgfalt wunderschöne Schachteln her. Er leitete im November einen Workshop bei uns und war danach weitere zweimal im Comedor, um mit einem kleinen Team Schachteln und Notizzettelblöcke zu produzieren. Die Produkte, die mit Designerpapier kaschiert werden, sehen elegant und kultiviert aus. Der zusätzliche Golddruck auf dem Florentiner Papier lässt sie noch wertiger wirken. Da Franz Kodeska in den Workshops sehr exakte Anleitungen gab, konnten wir auch entsprechend genau und sauber arbeiten. Die Mühe hat sich gelohnt, denn die Produkte wurden nicht nur bestaunt, sondern auch verkauft. Auch zeigten sich einige Besucher/innen interessiert, nächstes Jahr an einem solchen Workshop teilzunehmen. Wir werden dieses Projekt also wiederholen und noch weitere Produkte austüfeln.

Ein Renner des vorletzten Kreativmarktes waren Fußabstreifer aus Kletterseilen, die Elfi Hasler in einem Workshop mit uns gefertigt hatte. Auch heuer leitete sie einen solchen an und wir konnten zumindest drei Fußabstreifer produzieren. Mehr zu fertigen scheiterte aus Mangel an Grundmaterial. Die Krux dieser Idee ist es nämlich, dass man erstmal genügend Kletterseile auftreiben muss. Und das ist gar nicht so einfach!

Daher möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich beim “STKZ Weinburg“ für die Seilspenden bedanken!!!
.. und hoffe auf weitere Spenden im nächsten Jahr. Denn das Produkt kommt gut an, alle drei Fußabstreifer fanden eine/n neue/n Besitzer/in.

Auch Genähtes hatten wir heuer wieder im Programm. Waren es letztes Jahr vor allem Yogapölster, die wir sehr gut verkauften, so hatten uns heuer Cornelia Fuchs, Forouzan Rahimian und Ali Hossaini Schürzen genäht und zur Verfügung gestellt. Leider hatten wir einen zu kleinen Stand, um diese Produkte gut sichtbar zu präsentieren. Daher beschlossen wir, dass die jeweiligen Verkäuferinnen auch selbst eine Schürze tragen sollten. Das wirkte! Die Schürzen wurden so sichtbar und auch als hübsch und kleidsam wahrgenommen. Und so verkauften wir insgesamt elf Stück. Danke an dieser Stelle an meine Verkaufskolleginnen Renate Höfler und Cornelia Fuchs! Forouzan stellte uns auch witzige, selbstgenähte Kluppensäckchen zur Verfügung. Ein etwas altmodisches Produkt, aber immerhin – auch davon wurden drei Stück verkauft.

Ganz aktuell hingegen war eine Produktidee von Cornelia Fuchs, nämlich mit Bienenwachs eingestrichene, also gewachste Servietten anzubieten. Diese können zum Einpacken und Ausbreiten der Schuljause, aber auch zum Abdecken von Speisen, die in den Kühlschrank gestellt werden, verwendet werden. Cornelia hatte auch beim Gießen ihrer Recycling-Kerzen schon Wachs an den Fingern und sprühte wie jedes Jahr ein Feuerwerk an kreativen Ideen. So hatten wir auch mit Sand gefüllte Türstopper, mit Taschentüchern gefüllte Etuis, Turnsäckchen und selbstgenähte Pantoffel in unserem „Laden“.

Mein Beitrag war es auch heuer wieder, mich mit selbstgemachten Süßigkeiten einzubringen und entsprechende Etiketten zu gestalten. Neben den schon zur Tradition gewordenen indischen rava laddhus probierte ich heuer erstmals ägyptische Dattel-Nuss-Kügelchen. Meine Schwester buk italienische Kekse mit dem sperrigen Namen brutti-ma-buoni. Übersetzt heißen diese leckeren Dinger häßlich-aber-gut. Ich versuche uns als Comedor del Arte ja jedes Jahr mit internationalen Süßigkeiten zu positionieren, schließlich gehen viele verschiedene Nationalitäten bei uns ein und aus. Und Interesse für das andere beginnt nicht selten im Magen und mit einem gut gefüllten Bauch(gefühl)!

Dass es dabei auch zu Missverständnissen kommen kann, darüber möchte ich abschließend noch eine lustige Geschichte erzählen.

Ägyptische und ukrainische Muffins

Franz Witzmann leitet zurzeit einen A1-Deutschkurs. Anders als alle bisherigen Comedor-Lerngruppen soll dieser Kurs mit einem anzustrebenden Prüfungsziel abschließen. Derzeit sitzen Schüler/innen mit fünf verschiedenen Muttersprachen bei uns – kurdisch-irakisch, arabisch-ägyptisch, ukrainisch, farsi und dari.

Franz bat nun auf mein Drängen, doch mehr verkaufbare Produkte auf dem Weihnachtsmarkt anzubieten, Vera aus der Ukraine und Nehed aus Ägypten, uns etwas Süßes für den Weihnachtsmarkt zur Verfügung zu stellen. Beide brachten uns dann zu unserer großen Überraschung nahezu idente helle Muffins. Jene von Vera waren zusätzlich liebevoll mit lila-weißem Zuckerwerk dekoriert. Ich finde diese Geschichte wirklich lustig, denn sie zeigt, wie international unsere jungen Frauen und Mütter denken, was sie für lecker befinden und vielleicht auch, was sie überhaupt selbst backen können – Muffins. Dass nicht beide vom gleichen Youtube Video inspiriert worden waren, merkte man beim Durchkosten, die Konsistenz der Teige war unterschiedlich. Während ich also nach ägyptischen und syrischen Rezepten forschte, gingen die beiden kulinarisch auf Europa zu.*

Ist das nicht ein schönes Bild? Trotzdem würde ich natürlich gerne ihre traditionellen Kekse kosten und auch bei uns verkaufen. Bei den nächsten Marktvorbereitungen werden wir das Keksebacken also zu einem eigenen Projekt ausrufen und dabei genügend Zeit einplanen, um unsere gegenseitigen Erwartungen zu diskutieren.

Liebe Grüße und alles Gute für das kommende Jahr wünscht, Alexandra Eichenauer-Knoll

* Um ein bisschen genauer zu sein: Britische Auswanderer brachten den Muffin im 19. Jahrhundert nach Nordamerika. Von dort wurde er weltweit verbreitet. Die aufwändigere Version des Muffins heißt übrigens Cupcake.

Der Comedor del Arte unterstützt die Anliegen der Plattform #FairLassen.

Worum geht es?

2019 hat der österreichische Gesetzgeber eine fundamentale Änderung im Asylwesen beschlossen:

Es wird keine unabhängige Rechtsberatung mehr geben.

Die Abschaffung einer unabhängigen Asylrechtsberatung in Österreich betrifft unsere neuen Freundinnen und Freunde. Bislang konnte man sich darauf verlassen, dass diese bei NGOs wie Caritas oder Diakonie Rat und Hilfe bekommen. In Zukunft soll das nicht mehr möglich sein.

Überdies ist keine unabhängige Kontrolle der neugeschaffenen Bundesbetreuungsagentur (BBU) in Zukunft vorgesehen. Das staatliche Asylsystem kontrolliert sich selbst.

Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen, werden somit abgeschottet und isoliert. 

Was im Asylrecht, das ohnehin in den letzten Jahren laufend verschärft worden ist, derzeit geplant ist, wäre in anderen Rechtsbereichen undenkbar – noch… Wir sollten uns nicht an eine Aushöhlung des Rechtsstaates gewöhnen!

Aus all diesen Gründen möchten wir dazu aufrufen, diese Petition zu unterschreiben und weiterzutragen. Die Zeit drängt. Das Gesetz soll am 1. Juli 2020 umgesetzt werden.

Genauere Infos auf der Website

#FairLassen

Workshop Seilteppiche knüpfen

Freitag, 8. November 2019, 10 – 12 Uhr

Elfi Hasler ist begeisterte Sportlerin und hat von Freunden und einer Kletterhalle Seilspenden erhalten. Wir machen daraus Fußabstreifer. Das sieht hübsch aus und ist auch stabil.

Kursziele:
– Wir „fädeln“ gespendete Kletterseile zu Fußabstreifern. Dafür benutzen wir Holztafeln, auf denen mit Zahlen die Fädelrichtung angegeben wird.
– Und machen so ein schönes Upcycling-Produkt.
– Die Fußabstreifer werden dann am Kreativmarkt für den Comedor del Arte
verkauft.


Leitung: Elfi Hasler

Workshops Schachteln und Zettelblöcke basteln

Franz Kodeska lebt in Hainfeld. Seit seit seiner Pensionierung widmet er sich mit viel Liebe und Sorgfalt einem besonders feinsinnigen Hobby. Er baut „Designerschachteln“ aus Graupappe, die abschließend mit schönem Design- bzw. Tonpapier umklebt werden.

Wir freuen uns, dass wir mit ihm heuer insgesamt drei Nachmittag verbringen konnten. Am Samstag, dem 16. November von 14.00 – 18.00 Uhr, bastelten wir Schachteln und in der darauf folgenden Woche trafen wir uns noch zweimal im kleinen Kreis, um Notizzettelblöcke und weitere Schachteln  für den Weihnachtsmarktverkauf am 13. und 14. 12. 2019 herzustellen.

Es war eine Freunde zu beobachten, mit wieviel Liebe alle Teilnehmer/innen an den Werkstücken arbeiteten. Die Arbeit erfordert viel Genauigkeit, das Einleimen und Bekleben ohne Falten zu hinterlassen benötigt eine gewisse Geschicklichkeit und dann gilt es noch, den Leim nicht irrtümlich auf sichtbare Stellen zu schmieren. Der Lohn sind wirklich erfreuliche Werkstücke! Besonders die hübschen und individuellen Designpapiere machten aus jeder Schachtel zum Schluss eine entzückende Besonderheit.

Bemerkenswert war dass an diesem Workshop auch Interesse über unseren Bekanntenkreis hinaus aufkam. Und so verbrachten Hiesige und Zuagroaste mit viel kooperativer  Arbeitsfreude gemeinsame angenehme Stunden im Comedor del Arte.

Großer Dank nochmals an Franz Kodeska, der mit viel Achtsamkeit und Rücksicht auf die Teilnehmer/innen dieses doch sehr genaue Arbeiten vermitteln konnte, dabei pädagogisch klug Schritt für Schritt vorging und uns immer auch umsichtig zur Seite stand.

Hier einige Fotos, mehr gibt es auf Facebook.

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Bereits zum 4. Mal laden wir zu einem Comedor del Arte – Kulturfest ein. Diesmal findet es nicht im Sommer statt, sondern an einem Samstag im Oktober. Denn der 12.10. ist für Franz Witzmann ein ganz besonderer Termin. An diesem Tag feiert er nämlich seinen 60sten Geburtstag. Und wir mit ihm!

12. Oktober 2019, ab 17 Uhr
im Kultursaal der Stadtgemeinde Hainfeld, Hauptstraße 7

PROGRAMM
17-18.30 Uhr: Michael Olbrich – Kulinarische Überraschungen
ab 18.30 Uhr: Auftritt der Theatergruppe Comedor del Arte, 
Fotoausstellung und Rückschau in Bildern von Franz Witzmann

Danach Weltmusik von Salah Addin & friends
Der Sänger, Gitarrist, Bassist, Komponist, Arrangeur und Percussionist Salah Addin wurde in Khartoum, Sudan, geboren. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, lebt und arbeitet er als professioneller Musiker in Wien. Die Musik ist ein Klang-Mosaik mit kaleidoskopischem Spektrum. Farbenprächtig vereint sie Aspekte des Afrobeats und Reggae. Melodiös bringt sie einen Hauch Sufi mit erkennbaren Einflüssen aus Rock und RnB zusammen. Obwohl die Musik im Traditionellen verwurzelt ist, reicht sie weit darüber hinaus. Die Lieder werden in Englisch und Arabisch gesungen. Sie sind tiefgründig und erweitern die Musik um ein östliches Flair.

Freund/innen, Förderer/innen und Interessierte an unserer Arbeit sind herzlichst willkommen!

Eintritt: Freie Spende
PS: Für Franz sind Spenden für sein Projekt Comedor del Arte das größte Geschenk – danke!

 

 

Lehrer Franz und seine lieben Kinder

Die Herbstausgabe 2019 der Stadtmarketingzeitung HAINFELDER hat sich diesmal das Thema Bildung vorgenommen. Auch der Comedor del Arte ist eine Bildungseinrichtung in Hainfeld, wo Workshops, Deutschlerngruppen und Hausaufgabenbegleitung angeboten werden. Ein guter Anlass, in diesem Blogbeitrag einmal über das Thema Bildung zu schreiben. Das Gespräch mit Franz Witzmann, der den Comedor und die Lerngruppen leitet, führte Alexandra Eichenauer-Knoll.

Lieber Franz, du hattest als Kind und auch noch als Jugendlicher einen fixen Berufswunsch: Lehrer werden. Nach einigen beruflichen Umwegen wie Polizist, Masseur, Kellner, Theaterproduktionsassistent, Botenfahrer, Lagerangestellter, Redakteur und Buchautor (um nur die wichtigsten Jobs aufzuzählen), bist du nun doch noch im Lehrberuf angekommen. Du begleitest im Auftrag der Volkshilfe Jugendliche als Lehrlingscoach, bist in der Volksschule Hainfeld einmal wöchentlich als Lesepate tätig und betreust im Comedor del Arte Kinder und Erwachsene beim Deutschlernen. Wie fühlt sich das an?
Franz: All diese Tätigkeiten sind herausfordernd, aber auch sehr inspirierend. Herausfordernd, weil man laufend mit neuen Situationen und Menschen konfrontiert ist, inspirierend, weil man von jedem Menschen auch etwas Neues lernen kann. Es ist viel Flexibilität und Spontanität gefragt, damit man auf die einzelnen Menschen mit ihrem ganz speziellen Wissensstand und ihren Bedürfnissen eingehen kann. So betreue ich zurzeit Menschen bei der Alphabetisierung und auf den Levels A1 und A2. Danach kommt aber auch ein angehender Arzt zu mir, der die Nostrifizierung schon abgeschlossen hat, und mit dem ich für die C1 Prüfung lerne. Auch ein aus der Ukraine stammender Verkaufsmitarbeiter, der im Ort beschäftigt ist und sehr gutes Deutsch spricht, kommt wöchentlich zu mir. Mit ihm übe ich Verkaufsgespräche in hiesiger Mundart.

Es gab im Comedor 2018 auch ein Jahr lang das Angebot mit Theaterspielen Deutsch zu lernen. Diese Workshops wurden von der Theaterpädagogin Emina Eppensteiner geleitet. Ein fröhliches Bild hängt zur Erinnerung daran im Comedor über dem Klavier. Was ist davon noch hängengeblieben?
Ganz wesentlich beim Spracherwerb und wichtig für Integration ist die Möglichkeit, sich mit Deutsch Sprechenden austauschen zu können. Lernen passiert ja auch durch oftmaliges Wiederholen. Gewisse Standardkommunikationen in spielerischer Art einzulernen und zu wiederholen fördert auch den Umgang im Alltag. Spielerisches und authentisches Lernen kommen da zusammen.

Jetzt im Sommer sind die Lerngruppen vormittags, Kinder und Erwachsene sind daran beteiligt. Ist da eine andere Stimmung spürbar?
Ja es ist vor allem eine andere Qualität des Lernens. Während ich mit den Erwachsenen Übungen mache, spielen die Kinder meistens im Raum oder vor dem Haus. Es kommt dann immer wieder vor, dass ich Fragestellung an die Erwachsenen richte, ein Kindergartenkind aber als erstes die richtige Antwort gibt. Wie nebenbei. Die Kinder lernen alleine durch Hören und Anwesendsein die Sprache.

Wie ist das mit der Motivation? Geflüchtete Menschen haben in den ersten Monaten oft eine sehr hohe Motivation anzukommen und zu lernen. Je länger das Asylverfahren dauert, desto psychisch belastender wird der Zustand des Wartens und der Ungewissheit. Das wirkt sich auch auf den Lernfortschritt aus. Die Leute klagen über Kopfweh etc. Wie erlebst du das?
Die oftmals überlangen Verfahren sind sehr belastend, das stimmt. Es kommt aber trotzdem auf den einzelnen Menschen an, wie er oder sie damit umgeht. Es ist bei einigen Menschen so deutlich zu sehen, sie wollen hier sein und suchen aktiv eine sinnvolle Beschäftigung, obwohl sie vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Hier versuche ich auch anzusetzen. Je mehr Struktur ein Mensch hat und je mehr Aufgaben und Termine er wahrnehmen kann, umso leichter kommt er mit der Situation zurecht. Das Lernen und die regelmäßigen Lerntermine geben ja auch Struktur. Die eifrigste Schülerin derzeit ist eine Mutter von zwei Kindern, die durchaus den ganzen Tag beschäftigt wäre, aber nicht nur in den Kursen, sondern darüber hinaus auch zu Hause lernt. Jemand, der im Gegensatz dazu den ganzen Tag nichts zu tu hat, kommt viel mehr ins Grübeln und Verzweifeltsein.

Wie viele geflüchtete Menschen schätzt du hast du in deinem Leben schon betreut?
Ich habe schon vor 15 Jahren angefangen mit der Betreuunng von zwei tschetschenischen Familien. 2011 habe ich dann Kontakt zu meinem Freund Moh bekommen, der damals am Klammgruberhof einquartiert war und über ihn lernte ich uigurische Frauen in Altenmarkt kennen. Im Sommer 2013 habe ich dann mit Deutschkursen bei mir zu Hause angefangen, im Herbst 2013 begann ich dann für die Diakonie ehrenamtlich Kurse abzuhalten. Die Deutschkurse am Klammgruberhof habe ich bis ins Frühjahr 2017 geführt. Manchmal waren dort bis zu bis zu 30 Personen. 2015/16 war die Pension zeitweise so überfüllt, dass ich den Deutschkurs im Freien abhalten musste. Parallel dazu haben wir 2016 angefangen, auch im Comedor Deutschlerngruppen anzubieten. Egal wo, die Schwierigkeit bestand immer darin, dass nach 2-3 Monaten die Gruppen auseinanderbrachen, weil alte Leute wegkamen und Neue dazu. Die Neuankömmlinge abzuholen, ihnen eine Einstieg zu bieten, das war dann immer die Herausforderung.

Die bist inzwischen zertifizierter Daf/Daz Trainer. Hat sich dein Unterricht nach der Ausbildung 2017 wesentlich geändert?
Ich habe interessante sprachwissenschaftliche Erkennnisse und Methoden kennengelernt, die durchaus in den Unterricht einfließen. Ich habe andersrum aber auch viele eigene Erfahrungen in den Kurs einbringen können.

Was sind so deine augenfälligsten Beobachtungen als Lehrer?
Mir ist über die Zeit aufgefallen, dass immer wieder sehr motivierte und fleißige Schülerinnen und Schüler dabei waren. Bei Frauen oder Mädchen aus Afghanistan, denen Bildung und Schule verwehrt waren, ist aber eine ganz besondere Begeisterung und Freude am Lernen-dürfen zu beobachten. Das sieht man selten.

Noch eine berührende Anekdote zum Abschluss?
Die Zeit, während ich im Klammgruberhof unterrichtet habe, waren Schüler dabei, die noch nie ein Schule besucht haben. Sie haben einfach die Buchstaben abgezeichnet. Wenn sie an der Reihe waren, wurden ihnen die Buchstaben von Kollegen eingesagt. Als einer dieser Schüler nach einenhalb Jahren zum ersten Mal seinen ersten Satz selbstständig lesen konnte, haben alle applaudiert.

 

Danke an unsere Fördergeber,  die Bildung im Comedor del Arte möglich machen:

Ein Pantomimeworkshop an der Volksschule Hainfeld

Mohammad Ahmadi und Hossain Rezaie, unsere beiden Schauspieler, hatten bereits in Afghanistan Theaterworkshops mit Kindern abgehalten. Sie äußerten den Wunsch, dies auch hier zu tun. Im vergangenen Winter haben wir uns über diese Thematik unterhalten und nach den Semesterferien konnten sie an der Niederhofschule in Lilienfeld und an der Volksschule Hainfeld einen wöchentlichen Workshop mit Kindern leiten. Über letzteren möchte ich hier berichten:

In der Volksschule Hainfeld gibt es eine Unverbindliche Übung „Darstellendes Spiel“, welche von der Volkschullehrerin Claudia Lechner geleitet wird und an der 9 Kinder teilnehmen. Da ich bereits seit 8 Jahren als Lespate in der Schule tätig bin, war die Kooperation unkompliziert und freundschaftlich.

In den ersten Wochen hat Mohammad alleine den Workshop geleitet, weil Hossain zu dieser Zeit immer in St. Pölten beim Deutschkurs Level B1 war. Seit April haben Mohammad und Hossain dann gemeinsam mit den Kindern gearbeitet und pantomimische Szenen für eine Aufführung zum Schulschluss mit ihnen einstudiert.

Die Hainfelder Volkschule ist eine musikalische und kreative Schule. Singen, Musizieren, im Ensemble spielen, aber auch Musical-Aufführungen wurden mit den Kindern bereits eingeübt und zur Aufführung gebracht. Am 25.6.2019 konnte auch die Pantomime-Truppe im Rahmen einer Präsentation der musikalischen Arbeit der einzelnen Klassen das erlernte Programm zur Aufführung bringen. Die Kinder von Volksschule und Spz, die LehrerInnen und einige Angehörige bildeten das Publikum.

Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler waren beim Auftritt alle im Gesicht weiß geschminkt, hatten schwarze Kleidung und weiße Handschuhe an und man konnte förmlich fühlen, wie sie mit fokussierter Ernsthaftigkeit in ihre Rollen schlüpften. Aus der Bewegung heraus wurden sieben verschiedene Szenen, Bilder bzw. Sequenzen pantomimisch dargestellt. Das waren alltägliche Tätigkeiten, wie Duschen, auf die Toilette gehen, sich anziehen, aber auch ein Motoradunfall und der Abtransport eines Verletzten durch die Rettung wurden gespielt. Den Abschluss bildeten zwei Filmszenen aus „Der König der Löwen“ und „Titanic“. Das Publikum war begeistert und belohnte die Aufführung mit einem lange anhaltendem Applaus.

Der Auftritt war ein Erfolg, aber nicht nur das: die regelmäßige, wöchentliche Workshoparbeit hatte auch positiven Einfluss auf die Gruppendynamik, den Gruppenzusammenhalt und auf die soziale Entwicklung der Kinder. Wie sich die Truppe von Einzelkämpfern zu Teamplayern geformt hatte, wurde zum Beispiel in einer Stunde sichtbar, bei der uns die Kinder selbst entwickelte Szenen vorstellen wollten. Da nur mehr wenige Minuten bis zum Ende des Unterrichts zur Verfügung standen, konnte nicht jedes Kind einzeln spielen. Da hatten sie sich spontan entschlossen, uns gemeinsam ein Stück vorzuspielen. Sie bildeten einen Kreis, legten sich gegenseitig die Arme auf die Schultern, senkten die Köpfe und tuschelten. Kurz danach gingen alle in Position und sie spielten eine Szene aus einem Film nach.

Falls die Unverbindliche Übung im neuen Schuljahr fortgesetzt wird, sind unsere Schauspieler wieder eingeladen mitzuwirken.

Herzlichen Dank an die Direktorin Herta Smetana und an Claudia Lechner für die Möglichkeit, diese Projekt umzusetzen. Herzlichen Dank an Mohammad, Hossain und an die lieben Kinder.

Alles Liebe, Franz Witzmann

Alle Fotos: Franz Witzmann

Weitere Fotos gibt es auf Facebook

Im Rahmen des Hainfelder Ferienspiels 2019 bietet auch heuer der Comedor del Arte zwei Veranstaltungen an:

10. Juli, 10 – 12 Uhr:
Theaterworkshop für Kinder
Leitung: Emina Eppensteiner
keine Anmeldung erforderlich

27. August, 10 – 12 Uhr:
Schattentheater zum Thema „Karneval der Tiere“
Leitung: Emina Eppensteiner
keine Anmeldung erforderlich

Ort: Comedor del Arte, Bahnstraße 1 / G3

 

Wir sind am Hainfelder Flohmarkt

Auch heuer nehmen wir wieder am Hainfelder Flohmarkt teil. Dieser Markt ist wirklich ein besonderer Flohmarkt. Er zieht sich durch die gesamte Hauptstraße und bietet eine Fülle an Ständen mit unterschiedlichsten Angeboten.

Wir freuen uns auf Besucher/innen und neue Begegnungen. Denn Markteinnahmen sind ein wichtiger Posten unseres Budgets, um das Betreiben des Comedor der Arte zu finanzieren.

Hainfelder Flohmarkt
Sonntag, 26. Mai 2019
07.00 – 16.00 Uhr
Comedor del Arte Standnummer: 55 (ungefähr bei der Konditorei Hinterleitner)

P3TV im Comedor del Arte

Der NÖ Regionalsender p3tv hat ein neues Sendeformat über die EU in sein Programm aufgenommen. Darin soll auch über Projekte berichtet werden, die mithilfe der Leader Region und gefördert durch EU-Mittel entstanden sind. Gleich bei der ersten Ausgabe war der Comedor del Arte als eines von drei Projekten mit dabei.

Franz Witzmann,  Alexandra Eichenauer-Knoll und Hossain Rezai wurden im Comedor interviewt. Elisabeth Hasler wurde in ihrem gemütlichen Nähcafe zu den gemeinsamen Nähprojekten befragt. Die Sendung kann online angesehen werden. Hier der Link dazu.

Ab Min 3.20 ist der Bericht über den Comedor del Arte:

4. Mai ist Markttag am Lebensgut Miteinander

Am 4. Mai findet wieder der Frühlingsmarkt am Lebensgut Miteinander in Rohrbach statt. Der Comedor del Arte wird dort auch mit einem Stand vertreten sein, um Basteleien und Taschen zu verkaufen.

Der Markt ist im und rund um den Gemüsegarten der LebensGut Landwirtschaft aufgebaut. Neben biologischen und vielfältigen Jungpflanzen der LebensGut Landwirtschaft gibt es auch handgemachte Naturkosmetik von Pflanzner Naturkosmetik, ess- und trinkbare Köstlichkeiten vom Hendlberghof, Kunstwerke für Haus und Garten von Blech & Eisen und Weiteres aus der Region zu erwerben und zu erkunden.

Wir freuen uns auf einen gemütlichen Tag und über Ihr Kommen!

Öffnungzeiten: von 10.30 – 17.30 
Uhr
Ort: Prünst 12, 3163 Rohrbach an der Gölsen

Über Topfenwickeln und Kartoffelauflagen

Gabriele Latour hat am Freitag, den 5. April, beim Comedor-Frauentreff über heilsame Wickel und Auflagen gesprochen. Die gelernte Krankenschwester arbeitet beruflich als Lektorin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am UK St. Pölten. Fünf Frauen, die mit ein bis zwei Kleinkindern erschienen waren, interessierten sich für das Thema. Alexandra Eichenauer-Knoll, die während des Vortrags mit den Kindern spielte, befragte Gabriele Latour nachher über ihre Eindrücke.

Liebe Gabi, wie kam es zu der Idee, im Rahmen der Comedor-Frauenrunde über Topfenwickel & Co zu sprechen?

Wir haben uns im Bekanntenkreis unterhalten, da war auch eine Apothekerin dabei. Uns ist aufgefallen, dass Menschen, die zu uns geflüchtet sind, oft sehr rasch zu Medikamenten greifen oder medizinische Hilfe aufsuchen.

Was hattest du vorbereitet und warum?

In der Vorbereitung waren für mich folgende Punkte wichtig:

  • Wehwechen, die im Alltag auch mit Kindern am meisten auftreten,
  • Zutaten, die jeder meist zuhause hat ( Kartoffel, Zwiebel, Topfen),
  • einfache Durchführung bzw. Erklärung soll auch ohne dem Verstehen der deutschen Sprache möglich sein

Ich habe auch die Anleitung schriftlich vorbereitet, während dem Workshop ist mir aber erst bewusst geworden, dass das Nachlesen für einige gar nicht möglich ist.

Du unterrichtest beruflich in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am UK St.Pölten. In der Comedor-Runde waren Frauen, die gebrochen oder gar nicht Deutsch verstehen. Wie unterrichtet man da. Kommt die Botschaft trotzdem rüber?

Da geht es halt nur mit vorzeigen, ein Vortrag ist hier nicht sehr zielführend.
Wichtig ist auch, die Techniken durch die Frauen selbst durchführen zu lassen, sie angreifen zu lassen, sie selbst ausprobieren zu lassen. Mehrmaliges Wiederholen ist auch wichtig. Ja, und dann beobachten, ob das Erklärte verstanden wurde. Eine Frau hat versucht zu übersetzen.

Haben dir die Frauen auch erzählt, welche Hausmittel sie verwenden?

Ja, das interessiert mich sehr. Eine Frau hat erzählt, sie wenden so etwas wie einen Ölfleck bei Husten an und kühl-feuchte Auflagen auf der Stirn bei Fieber. Vielleicht ist aber auch durch ihre schwierigen Lebensumstände in der Heimat gar nicht mehr soviel Wissen weitergegeben worden. Einige haben beim ersten Treffen erzählt, dass sie gewohnt sind Medikamente zu bekommen und zu nehmen.

Diese jungen Frauen leben weit entfernt von zu Hause, ihren Müttern und einem sozialen Beratungsnetz. Hast du das Gefühl, dass sie das Thema interessiert hat bzw. wo könnte man weitermachen? Wo sind Lücken?

Einzelne waren sehr interessiert, für andere glaube ich steht im Vordergrund die Möglichkeit andere Frauen zu treffen, was auch ok ist.  Ich denke schon, dass sie Unterstützung brauchen, gerade auch mit den Kindern. Ich weiß nicht, ob diese Frauen die Möglichkeit haben zur Mutterberatung zu gehen. Das habe ich, wie meine Kinder Babys waren auch sehr hilfreich gefunden, wenn man Tipps von der Kinderkrankenschwester bekommt. In der Gesundheitsberatung gibt es sicher einigen Unterstützungsbedarf, besonders in der Selbstkompetenz. Wie kann ich mir bei Alltagsbeschwerden selbst helfen? Was ist für mich und meine Familie ungesund?  Zuckerhältige Lebensmittel und Getränke zum Beispiel. Auch Fragen der Lebensweise. Handys werden sehr kleinen Kindern überlassen, Fernsehkonsum etc.

Wenn du den Vormittag revue passieren lässt: wie würdest du die Stimmung im Comedor beschreiben?

Ich habe die Stimmung sehr locker und gelöst wahrgenommen. Sehr lebendig, auch durch das Beisein der Kinder.

Danke nochmals für dein Kommen!