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Kindertheater mit Emina Eppensteiner

Im Rahmen unserer mittwöchlichen Kindernachmittage bietet die Drama- und Theaterpädagogin Emina Eppensteiner Theaterspielen mit Kindern an. Ihr Angebot wird vor allem von den Mädchen mit Begeisterung angenommen. Ich führte mit Emina, die Franz Witzmann und ich über das Tuwas-Festival kennengelernt hatten, ein Gespräch.

Liebe Emina, Du bist in Lilienfeld verheiratet, hast 2 Kinder und im Zweitberuf noch Theaterpädagogik an der KPH in Krems studiert. Wie kam es dazu?
Emina Eppensteiner: In der Lilienfelder Theatergruppe „Spielfeld“ habe ich erstmals Theater gespielt. Theaterspielen war also mein Hobby. Darauf folgte meine 3-Jahres- Ausbildung für SpielerInnen und SpielleiterInnen im Rahmen des gemeinnützigen Vereines ATINÖ (Außerberufliches Theater in Niederösterreich). Durch einen Artikel in der Theaterzeitschrift „Souffleur“ wurde ich auf die Ausbildungsmöglichkeit an der KPH Wien /Krems aufmerksam. So kam ich zum Studium der Theaterpädagogik. In der Zwischenzeit bin ich Akademische Drama- und Theaterpädagogin.

Wo bist du aufgewachsen?
Emina Eppensteiner: Ich bin in einer Vorstadt von Sarajewo aufgewachsen, wo Christen, Muslime und Orthodoxe friedlich zusammengewohnt haben. Dann kam der Krieg.
Als Kriegsflüchtling kam ich 1993 nach Lilienfeld.

Du arbeitest als Theaterpädagogin. Dabei entwickelst Du gemeinsam mit LehrerInnen Theaterstücke an verschiedenen Schulen und Du inszenierst auch im Laientheaterbereich, z. B. vor drei Jahren das Stück „Der Schwan“ der Theatergruppe Kaumberg auf der Araburg. Im Rahmen des Tuwas-Festivals leitest Du derzeit eine Kindertheatergruppe. Inzwischen gab es schon 2 Aufführungen. Was kannst Du uns darüber erzählen?
Emina Eppensteiner: Mein persönliches Anliegen ist es Kindern mit Migrationshintergrund bzw. „zwischen den Kulturen“ langfristig eine Möglichkeit zu bieten, Kreativität und Fantasie sowie die eigene Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein durch gemeinsames Theaterspielen zu stärken. Die Kinder des Tuwas-Projekts sind im Alter von 8 bis 12 Jahre, haben großteils Migrations- oder Fluchthintergrund. Derzeit nehmen Kinder aus fünf verschiedenen Nationen daran teil. Wir probten von Oktober 2015 bis Mai 2016 und entwickelten gemeinsam ein Stück mit dem Titel „Artimpasa“. Es wurde in Traisen und in Lilienfeld aufgeführt. Besonders freuen sich die Kinder schon auf unsere Aufführung am 10. September im Cinema Paradiso in St.Pölten. Dort bringen wir unser Stück im Rahmen des Begegnungsfestes.

Wie habt ihr das Stück entwickelt?
Emina Eppensteiner: Wir hatten zum Thema Sprachen verschiedenste Improvisationen gemacht und dann die gelungenen Szenen miteinander verbunden. Der rote Faden kam zum Schluss dazu, nämlich die Idee, dass es Werbung für ein Reisebüro über einen Traumurlaub nach Artimpasa werden sollte.

Du hast das Stück mit dem Ansatz der Theaterpädagogik entwickelt?
Emina Eppensteiner: Theaterpädagogik ist sowohl künstlerisch-kreative als auch persönlichkeitsbildende Theaterarbeit. In jedem Fall steht der Mensch im Zusammenleben mit anderen im Mittelpunkt. Meine Aufgabe ist es, mit verschiedenen Übungen und Spielen ein offenes Spielklima zu schaffen, in dem die Kinder eigene Kreativität und Fantasie entfalten können.

Du bist heute das zweite Mal zu einem Theaterspielnachmittag in unserem Comedor del Arte. Es ist ein großer Spaß zuzusehen, wie gerne sich die Kinder verkleiden…
Emina Eppensteiner: Da die Kinder die Sprache nicht gut verstehen, muss ich möglichst viele Spiele und Übungen machen, wo nicht viel erklärt werden muss. Es geht wie im Theater also eher um das Nachahmen, und das macht den Kindern Spaß. Damit kann man sich ausprobieren, kann jemand anderer sein, ohne Konsequenzen.
Schon durch das Spiel lernen sie etwas über Theater, z. B. wie man Emotionen darstellen und wie man sich präsentieren kann, es wird die Körpersprache trainiert. Ein paar einfache Requisiten genügen – ein Stock, ein Fächer, ein Schwert, ein Schirm oder eine Damentasche.

Wie begegnen dir die Kinder hier im Comedor del Arte?
Emina Eppensteiner: Es ist für mich sehr schön und berührend, weil die Kinder sehr offen und ohne Vorurteile sind. Sie lassen sich auf mein Angebot ein. Es sind vor allem Mädchen und kleine Burschen, die sich für sowas interessieren, da ist aber oft so. Die Kinder sind sehr unbeschwert, genießen einfach das Spiel. Vielleicht ist es auch selten, dass sich ein Erwachsener so mit ihnen beschäftigt.

Du hast diesmal mit den Kindern Schattentheater gespielt.
Emina Eppensteiner: Ja, die Kinder sind freier, wenn sie sich hinter dem Vorhang verstecken können. Zusätzlich können sie so mit Schatten, Licht und Requisiten experimentieren.

Liebe Emina! Danke, dass Du zu uns kommst und den Kindern so viel Freude bereitest!

Das Gespräch führte Alexandra Eichenauer-Knoll

Fotos: Franz Witzmann

 

Noch ein Veranstaltungshinweis:
Emina Eppensteiner plant, mit einigen Mädchen, die sie im Comedor del Arte kennengelernt hat, eine Szene zu erarbeiten und diese noch in das Stück „Artimpassa“ einzubauen. Das gesamte Stück wird dann am 10. September 2016 um 17.30 Uhr im Cinema Paradiso in St. Pölten zu sehen sein.
Vor allem will Emina in dieser Szene jene Antworten verarbeiten, die ihr die Mädchen auf die Frage, was ihnen an Österreich gefällt, gegeben haben. Wollen Sie jetzt schon wissen, was die Kinder Emina geantwortet haben?
Erstens, es ist schön, dass sie hier in die Schule gehen können. Zweitens, die Leute sprechen hier ruhig miteinander. Und drittens können sie hier lachen, tanzen und singen.
Für Kinder, die aus von Taliban terrorisierten Kriegsgebieten kommen, ist das nämlich leider alles keine Selbstverständlichkeit!

Der Comedor del Arte ist ab sofort auch am Samstag Nachmittag von 16.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Das soll vor allem jenen Familien helfen, die zur Tafel des Roten Kreuzes gehen. Die Kinder können im Comedor bleiben, die Einkaufstaschen können abgestellt werden.

Im Haus des Roten Kreuzes darf ab Juli nur mehr eine Person pro Familie erscheinen. Die genauen Richtlinien zum Download gibt es hier:

RICHTLINIEN_TEAM-TAFEL

Kurz die wichtigsten Richtlinien der TEAM TAFEL ÖSTERREICH

  • Ab Juli 2016 darf nur mehr EINE PERSON pro Haushalt/Familie zur Tafel kommen
  • Einlass ist um 18:30 Uhr, Nummernausgabe ab 18:30 Uhr bis 19:00 Uhr
  • Wer vor der Ausgabe der Lebensmittel das Haus verlässt, verliert seine gezogene Nummer. Also bitte nicht aus dem Haus gehen!
  • Der Aufenthalt auf dem Parkplatz und vor dem Feuerwehrhaus ist aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt!

Noch eine Information zum Flohmarkt:
Der Flohmarkt ist nur mehr dienstags von 13.00 Uhr – 15.00 Uhr und donnerstags von 11.00 Uhr – 14.00 Uhr geöffnet (ausgenommen Feiertage).

 

Comedor wird Abholstelle für Lebensgut-Gemüsekisten

Der in Rohrbach ansässige Verein Lebensgut Miteinander hat es sich zum Ziel gesetzt, eine kleinstrukturierte, soziale und ökologische Landwirtschaft aufzubauen. Als Wirtschaftsprinzip wird die solidarische Landwirtschaft angestrebt, in der die Konsumentinnen Mitverantwortung für die Produktion übernehmen – vor allem wirtschaftlich, aber auch durch aktive Mitarbeit.

Am 15. Juni 2016 wurden erstmals von den Lebensgut-Gärtnerinnen Gemüsekisten in die Region ausgeliefert. Neben Gemüse und frischen Kräutern fand sich darin auch eine Liste mit leckeren, vegetarischen Rezepten.

Der Comedor del Arte hat sich als Verteilerstelle der Gemüsekisten für die Stadt Hainfeld angeboten. Die Kisten werden jeweils Mittwoch am frühen Nachmittag hingeliefert und können von dort abgeholt werden. (MI 14- 17 Uhr, DO und FR 10-18 Uhr). Sollte das den Kunden nicht möglich sein, können gerne individuelle Termine oder auch die Zustellung durch den Comedor del Arte vereinbart werden.

PS: Ein paar letzte Ernteanteile sind für die heurige Gemüsesaison (Mitte Juni – Mitte Dezember 2016) noch zu vergeben. Bei Interesse bitte im Lebensgut Miteinander nachfragen.

Mit Hadi Holler schneiden.

Hadi kommt aus Syrien und lebt nun schon seit über einem halben Jahr mit seiner Frau und der fünfjährigen Tochter in Hainfeld. Hadi hat als Koch in Syrien gearbeitet. Die Untätigkeit macht auch ihm zu schaffen.
Eines Sonntagnachmittags besucht er mich auf einen Sprung mit seiner Familie. Ich möchte mich ihnen widmen, aber reden ist mühsam. Besser wäre es also, etwas gemeinsam zu tun. Aber was?
Der Holler blüht. Ich beschließe, Hadi die Zubereitung von Hollersaft zu erklären. Holler wächst wie Unkraut, nicht nur in meinem Garten, sondern landauf und landab. Vielleicht ist diese Information für ihn nützlich. Ich lasse ihn zuerst riechen, damit er den feinen, zitronigen Geruch wahrnehmen kann und versteht, warum wir die Blüten zu Saft machen wollen. Der Geruch soll zum Geschmack werden.
Wir gehen durch meinen Garten und schneiden insgesamt 40 Blüten ab, die wir in einen Kübel legen. Hadi zählt mit, er kann gut zählen. Zurück in der Küche zeige ich ihm das Packerl mit Zitronensäure, nicht ohne ihn auch auf das Warnsymbol in Form eines  X auf orangem Grund hinzuweisen – mit Zitronensäure muss man vorsichtig umgehen!
Wir wiegen 50g davon ab und geben sie zum Holler dazu. Dann bitte ich Hadi, drei Zitronen in Scheiben zu schneiden. Er ist mit meinem Messer unzufrieden, nimmt ein zweites und wetzt erstmal kräftig die beiden Messer, bevor er die erste Zitrone gekonnt mit einem Rundumschnitt von ihrer Schale befreit. Wer Hadi beobachtet, erkennt die Routine eines Profikochs. Ich schütte inzwischen vier Liter Wasser in den Kübel und gebe die drei in Scheiben geschnittenen Zitronen bei. Dann legen wir ein Tuch über den Kübel und lassen die Blüten stehen.
In zwei Tagen werde ich die Blüten entfernen, dem Saft drei Kilo Kristallzucker beimischen und das Ganze einmal aufkochen lassen. Franz wird mir helfen, den Dicksaft abzuseihen und in Flaschen zu füllen.
Wenn Hadi das nächste Mal in den Comedor del Arte auf Besuch kommt, kann er schon davon trinken.

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

Fotos: Alexandra Eichenauer-Knoll und Franz Witzmann

Hundertmal wiederholen

Der Flüchtlingsdienst der Diakonie St. Pölten organisierte am Samstag, dem 4. Juni 2016, eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Wie kann man Flüchtlinge sinnvoll beim Spracherwerb begleiten – Orientierungshilfen und Tipps für die Freiwilligenarbeit“. 
Der Kurs unter der Leitung von Andrea Schütte-Vojacek, DAF Trainerin im IBZ St. Pölten, war für mich so aufschlussreich, dass ich hier gerne die für mich wichtigsten Erkenntnisse mitteilen möchte. Vielleicht sind sie ja auch für andere ehrenamtliche DeutschkursleiterInnen und BesucherInnen unserer Website interessant:

  • Langsam und schrittweise vorgehen, max. 10 Vokabel auf einmal erklären. (Ein Wort muss 100x wiederholt werden, bis es im aktiven Wortschatz gut gefestigt ist!) Zur Verdeutlichung legte unsere Trainerin Bilder mit Lebensmitteln auf und ließ uns dazu die entsprechenden ungarischen Wörter üben. Zuerst die ersten fünf, dann die nächsten fünf Wörter wurden von uns sieben Teilnehmerinnen nacheinander laut nachgesprochen. Etwas später wurden Kärtchen verteilt mit den entsprechenden geschriebenen Wörtern und wir hatten die Aufgabe, an der Tafel diese Kärtchen den richtigen Bildern zuzuordnen. In der Gruppe war diese Aufgabe lösbar.
  • Daraus folgt auch: mündlich ist wichtiger als schriftlich. Es nützt wenig, Hefte mit Vokabel vollzukritzeln, wenn man sich nicht getraut zu sprechen. (Primäre Analphabeten werden in den Kursen Alpha 1 und Alpha 2, die das IBZ St. Pölten anbietet, vor allem auf das Hören und Sprechen trainiert; Bücher kommen erst im Kurs A0.)
  • Daraus folgt auch: wiederholen, wiederholen, wiederholen!
  • Ansprüche zurückschrauben: Andrea Schütte-Vojacek empfahl uns, keine Grammatik zu unterrichten. Ich habe es für mich persönlich so umformuliert: so wenig Grammatik wie möglich. Auch die Benennung so einfach wie möglich machen: z. B. statt Singular und Plural eins und viele sagen)
  • Artikel nicht überbewerten!
  • Das Sprechen in ganzen Sätzen ist einzufordern: Das ist ein Tisch. Das ist ein Apfel.  Diese ganzen Sätze können durchaus formelhaften Charakter haben: Ich möchte bitte einen Apfel. Ich möchte bitte eine Fahrkarte.
  • Genauso wie beim Sprechen nicht zuviel korrigiert werden sollte, um die Lernenden nicht zu entmutigen, so ist es auch nicht wichtig, jedes einzelne Wort zu erklären. Besser ist es, globales Verständnis zu trainieren, und z. B. bekannte Wörter unterstreichen zu lassen.
  • Das Wissen sollte möglichst abwechslungsreich vermittelt werden, z. B. auch in Kombination mit Bewegung, Singen oder Spielen. Stichwort: Lernen mit allen Sinnen. Geeignete Spiele sind Memory, Bingo, Quartett, Würfelspiele (z. B. zum Thema Konjugieren 1:ich – 6:sie), Rollenspiele
  • Die Materialien sollten authentisch und aus dem Leben gegriffen sein (z. B. Werbeprospekte, Kalender).
  • Nützlich: Karteikarten anlegen. Ich habe das gestern gleich ausprobiert, wir übten verschiedene Wörter erst in einem Spiel, dann schrieben die drei anwesenden SchülerInnen die 15 neuen Wörter (jede/r fünf) auf Karteikarten im A6-Format. Das nächste Mal werde ich diese Karten nehmen und sie bitten, das richtige Bild zu finden.
  • Nicht Du und Sie gleich mischen; leichter ist es, erstmal mit Sie zu beginnen.

Noch ein AHA-Erlebnis: Im Arabischen werden die Selbstlaute nicht zu Papier gebracht. So würde man nach dieser Regel das Wort Name nur mit Nm niederschreiben. Dieser Hinweis ist eine mögliche Erklärung dafür, warum die Aussprache und Unterscheidung der einzelnen Vokale für unsere SchülerInnen nicht so einfach ist.

Zusatzinfo: Was ist Elongo?
Der Kurs war eigentlich für Elongó-Buddies ausgeschrieben. Ich konnte aber einen der frei gebliebene Plätze ergattern und freundlicherweise auch teilnehmen.
Was ist Elongo? Elongó ist ein Ehrenamtlichenprojekt des Integrations-und Bildungszentrums (IBZ) St. Pölten, Maximilianstraße. Sogenannte „Buddies“ treffen – sozialarbeiterisch begleitet und unterstützt – über einen vereinbarten Zeitraum regelmäßig Flüchtlinge und helfen diesen, sich in Österreich zu orientieren und ein neues Leben aufzubauen, die neue Sprache zu üben, Kontakte zu knüpfen und sich „zuhause“ zu fühlen.

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

 

PS, noch etwas Persönliches: Für mich war das Spiel mit den ungarische Vokabeln nicht nur aus pädagogischer Sicht interessant. Ich hatte als Studentin ein Jahr lang am finnisch-ugrischen Institut Ungarisch inskribiert und lernte die Sprache damals mit Feuereifer. Ich wollte nachholen, was mir meine Mutter, eine gebürtige Ungarin, nicht gelehrt hatte – ihre Muttersprache zu sprechen. Nach einem Jahr gab ich dieses Unterfangen auf und wechselte zu Spanisch, weil diese Sprache international und gut kompatibel mit meinem Wirtschaftsstudium war.
Das war aber nicht der tiefere Grund, warum ich das Erlernen des Ungarischen bleiben ließ. Es war wohl eher das Unverständnis meiner Mutter, das mich entmutigte. Für sie war die alte Heimat längst und unwiederbringlich verloren, ihr schienen meine Versuche, auch wenn sie es freundlich zu verbergen suchte, sinnlos. Als wir im Seminar die Wörter mit Andrea übten – natürlich um selbst zu spüren, wie schwierig es ist, sich zehn Vokabel in einer Stunde zu merken – da wurde sie wieder wach, diese alte Sehnsucht nach der Sprache meiner Mutter. Und die bittere Frage, warum sie mir ihre Muttersprache nicht hatte beibringen wollen, stellte sich mir erneut.

Wenn Dinge eine neue Heimat finden.

Wir haben als Comedor del Arte mit einem Stand am diesjährigen Hainfelder Stadtflohmarkt am 29. Mai teilgenommen. Was hat uns diese Aktion außer den 153,90 Euro Einnahmen für unser Projekt noch gebracht? Hier der Versuch eines Resumées.

Der Comedor del Arte ist ein Sozialprojekt und gleichzeitig auch ein Lokal mitten in Hainfeld. Als solches versuchen wir uns auch bei den Hainfelder Wirtschaftsaktivitäten zu engagieren. Das Betreiben eines Standes mit Süßigkeiten und Tee im Rahmen des Hainfelder Kreativmarktes im Advent 2015 war unser erstes Projekt. Mit dem Marktstand am Hainfelder Flohmarkt 2016 sind wir nun ein zweites Mal öffentlich in Erscheinung getreten.

Dank mehrerer lieber NachbarInnen und meinem eigenen Fundus an ungenützen Dingen hatte ich in kurzer Zeit genügend Gegenstände angesammelt, um einen Flohmarktstand von 3 Meter Länge zu bestücken. Franz Witzmann und ich hatten ursprünglich den Plan, unsere zuagroasten Gäste am Stand verkaufen zu lassen. Das erwies sich aber aufgrund der doch zu geringen Sprachkenntnisse als unrealistisch. Dafür war uns Faisal eine große Hilfe, als er aus seinem Quartier einige Plastiksackerl organisierte. Denn auf diese hatte wir als „Flohmarktneulinge“ vergessen. Außerdem war eine Gruppe afghanischer Jungs dankenswerterweise beim Wegräumen mit Feuereifer dabei.

Auch wenn unsere Schützlinge also weniger am Stand präsent waren als gedacht, so konnten wir doch unsere Comedor del Arte-Kontakte während des Tages pflegen und erweitern. Wir lernten u. a. eine neu zugezogene Familie kennen und nutzen die Gelegenheit, sie auch gleich auf unsere Deutschkurse aufmerksam zu machen.

Die Flohmarktklientel ist unterschiedlich. Da gibt es einerseits HändlerInnen oder semiprofessionell Interessierte, die – noch ehe der Stand frühmorgens um sieben fertig eingeräumt ist ­– mit geschultem Blick die Waren nach Schnäppchen abscannen. Wesentlich entspannter allerdings empfand ich die Begegnungen mit den anderen BesucherInnen, den FlaniererInnen und Schaulustigen. Ich habe im Laufe des Tages zahlreiche, durchaus amüsante und interessante Gespräche geführt. Das machte es mir auch leichter, mich von meinen eigenen Sachen zu trennen. Besonders bei den Blumenübertöpfen meiner Mutter fiel mir das Hergeben nicht so leicht. Ich tröstete mich damit, dass diese Dinge bei den neuen BesitzerInnen wieder glänzen dürfen ­– statt in meinem Keller zu verstauben.

Ein Flohmarkt ist auch eine willkommene Abwechslung für jene Menschen, die sich keine regulären Extravaganzen leisten können und natürlich auch für unsere Bekannten aus den verschiedenen Deutschkursen, die mit einem Wochenbudget von rund 40,- für Essen und Leben haushalten müssen. Diese Leute suchen ganz praktische Dinge, wie Jausendosen oder Küchengeräte, freuen sich aber genauso, einmal etwas Hübsches und Dekoratives erwerben zu können. So kaufte mir eine syrische Dame einen mit unzähligen Muscheln verzierten Spiegel ab. Ich wünsche ihr von Herzen, dass ihr der Anblick dieser Spiegels Freude bereiten wird!

Nicht alle BesucherInnen kauften für den Eigenbedarf ein, so erfuhr ich in den Gesprächen. Ein Herr erstand eine Eule für eine befreundete Eulensammlerin, ein anderer junger Mann bezahlte mir 10 Euro für zwei Nerzmuffe, die er einer Freundin schenken wollte. Am berührendensten allerdings fand ich die Begegnung mit einem Herrn, der mir gleich elf Herrenhosen abkaufte. Er erzählte mir, dass er beabsichtige, diese in den Kosovo zu schicken. Denn dort könne man sie gut brauchen.

Etwas Geld für das Betreiben unseres Comedor del Arte einnehmen, aber vor allem Präsenz zeigen und miteinander ins Gespräch kommen – mit den Hiesigen genauso wie mit den Zuagroasten – das war für mich der tiefere Sinn dieses Tages.

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

Fotos: Franz Witzmann

Herr Khaled hat Arbeit gefunden

Mohammad Khaled ist 2014 von Syrien nach Österreich gekommen, sein Asylantrag wurde positiv entschieden und so konnte er seine Familie nachholen, mit der er nun seit bald 2 Jahren in Rainfeld lebt. Herr Khaled ist ausgebildeter Sportlehrer und hat sein Diplom in Geographie fast abgeschlossen, in Syrien war er 9 Jahre in einer Grundschule als Assistenzlehrer tätig.

Ich habe Herrn Khaled im Deutschkurs im Comedor del arte kennengelernt, damals hat er mit seiner Frau Maissa meinen Kurs besucht. Eines Tages hat mich Herr Khaled gefragt, ob ich ihm bei der Nostrifikation seiner Zeugnisse behilflich sein könnte, konkret handelte es sich um die Beantwortung eines Emails des BMWFW (Wissenschaftsministeriums). Nachdem alle seine Zeugnisse anerkannt wurden, habe ich mich bei diversen Institutionen und Behörden (u. a. BMWFW, Integrationsfonds, Diakonie) erkundigt, wo Herr Khaled mit seiner anerkannten Ausbildung denn nun arbeiten könnte. Dabei wurde ich an den Landesschulrat NÖ verwiesen, wo mir gesagt wurde, dass Herr Khaled sich bewerben solle (den Umgang mit den Behörden empfand ich übrigens äußerst positiv, ich hatte stets das Gefühl, dass meinem Anliegen mit echtem Interesse begegnet wurde).

Im Zuge meiner Recherchen auf der Homepage des Landesschulrates wurde ich schließlich auf eine weitere Stellenanzeige aufmerksam:

Mehrsprachige Mitarbeiter/innen für mobile Teams gesucht
Mit April 2016 startet eine neue, aus den Mitteln des „Integrationstopfes“ der Bundesregierung für das Jahr 2016 finanzierte Initiative des BMBF zur Unterstützung von Schulen bei der Integration von Flüchtlingskindern und –jugendlichen.
Dafür werden in ganz Österreich Mitarbeiter/innen mit psychosozialen Grundberufen und für die Tätigkeit zielgruppenspezifischen Sprachkenntnissen (v.a. Arabisch und Farsi) gesucht.

Also ermunterte ich Herrn Khaled, sich auch hier zu bewerben, obwohl seine Ausbildung nicht ganz den Anforderungen entsprach (es wurden PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und SonderpädagogInnen gesucht) und schlug ihm vor, dabei behilflich zu sein.

Wir verfassten gemeinsam jeweils ein Bewerbungsschreiben für den Landesschulrat (Arbeit als Lehrer in einer Volks- oder Neuen Mittelschule) und für die Mobilen interkulturellen Teams. Umfangreich war dabei allerdings die Sortierung der Zeugnisse, Urkunden, Übersetzungen, Ausweise, Geburtsurkunden (auch die seiner Kinder!) – alles musste mitgeschickt werden, insgesamt enthielt die Bewerbung von Herrn Khaled über 20 Dokumente! Davon ließen sich die zuständigen Behörden jedoch nicht abschrecken und luden Mohammad Khaled zu einem Vorstellungsgespräch für die Mobilen Teams ein. Gleich nach dem Gespräch rief er mich an, um mir mitzuteilen, wie es verlaufen wäre und dass er ein gutes Gefühl hätte. Nun hieß es, sich zu gedulden, da erst in der darauffolgenden Woche mit einer Benachrichtigung zu rechnen wäre. Und siehe da- Herr Khaled wurde in die Mobilen Teams aufgenommen! Was für eine Freude, dass bereits eines seiner ersten beiden Bewerbungsschreiben von Erfolg gekrönt ist! Die Arbeitsstelle kam ihm sogar soweit entgegen, dass er während seines derzeit noch laufenden Deutschkurses (B1) teilzeitbeschäftigt ist und nach Beendigung des Deutschkurses Vollzeit arbeiten kann!

Herr Mohammad Khaled ist eines von vielen Beispielen einer erfolgreichen (und schnellen!) Integration, er war von Anfang an dahinter, die Sprache zu erlernen und möglichst rasch Arbeit zu finden.

Ich freue mich sehr für Herrn Khaled, dass er eine Stelle im Rahmen seiner Berufsausbildung und seiner Kompetenzen bekommen hat und bin stolz, dass ich ihn auf diesem erfolgreichen Weg begleiten durfte!

Herzlichst, Elfi Hasler

Fotos: Franz Witzmann

Kochen im Comedor

Am 5.Juni 2015 hatte ich im Zuge der Projekteinreichung für das Sozialfestival Tu was, dann tut sich was. folgenden Text verfasst:

Anfang der 1980er Jahre habe ich mit meiner damaligen Familie, Frau und zwei Kleinkindern, zwei mehrmonatige Reisen nach Spanien unternommen.
Diese Reisen haben meine Sichtweise auf die Welt und die Menschen wesentlich verändert
und mein Bewusstsein erweitert. Es waren nicht nur die historischen und kulturellen
Sehenswürdigkeiten, die landschaftlichen Verschiedenheiten, das Essen und die Musik,
welche mein Weltbild veränderten, am meisten beinflussten mich Begegnungen mit
Menschen.
In Granada wurden wir einmal in einen Comedor eingeladen. Comedor kann man mit
Speisesaal, Gaststube oder Mittagstisch übersetzen. Dieser Comedor hatte den Namen Casa Paco und wurde von einem alten Mann betrieben. Es gab ein paar einfache und klare Regeln und es gab kostenloses Essen für alle, die gekommen waren. In vielen spanischen Städten gab es diese Comedore, sogenannte Armenausspeisungen, die meistens von kirchlichen Organisationen betrieben wurden. Paco hatte aber keine Organisation hinter sich, sondern er hatte seine eigene, kleine Wohnung zur Gaststube umfunktioniert und jenen, die hungrig waren, eine warme Mahlzeit und etwas Menschenwürde geschenkt. Auf meine Frage, warum er jeden Tag für ca. 30 Menschen Essen koche, gab er die Antwort: „Weil da draußen so viele hungrig sind. Wenn ich teile, bleibt noch immer genug für mich.“

Paco, der alte Mann, der hingesehen hatte auf jene Menschen, die am Rande oder
außerhalb der Gesellschaft lebten, die ohne Obdach waren und täglich mit so existentiellen Dingen wie, „wo bekomme ich etwas zu essen“ und „wo kann ich schlafen“ konfrontiert waren.
Paco, welcher mit einer Selbstverständlichkeit Geld, Haus und Essen zur Verfügung stellte
und mit Bedürftigen teilte, hatte in meinen Gedanken einen Samen gesät, welcher nach Jahrzehnten inneren Wachstums nun bereit ist, aufzublühen.
Im Comedor del Arte soll es nicht nur freies Essen, sondern auch Nahrung für Geist und
Seele geben.
Glücklich ist jener Mensch, der lieben, teilen und anderen Menschen helfen kann.

Am 10. März 2016 wurde im Comedor del Arte zum ersten Mal gekocht.
Assadullah hat afghanischen Reis und Gemüse gekocht, Mika hatte Blinis (russische Variante von Palatschinken) geschupft und von mir gab es noch ein Apfelkompott.
Die ersten Gäste waren drei MitarbeiterInnen der Diakonie, die auf einen Begrüßungsbesuch vorbeigekommen waren.
Jetzt wird immer Donnerstag und Freitag gemeinsam und in unterschiedlichster Besetzung gekocht und im Schnitt werden zehn bis fünfzehn Portionen ausgegeben.
Das Koch-und Küchenprojekt beinhaltet viele verbindende und integrative Elemente.
Es beginnt mit den Vorbereitungen. Es hat sich eingespielt, dass am Vortag das Küchenteam festgelegt wird. Am Vormittag wird besprochen, wer was kochen oder backen wird, dann wird eine Einkaufsliste geschrieben und ich gehe einkaufen.
Falls bereits Kinder im Comedor sind, werde ich regelmäßig von diesen begleitet und wir erledigen gemeinsam den Einkauf.
Das Küchenteam macht sich an die Arbeit und im anderen Raum wird gespielt, gelernt, finden Begegnungen statt.
Um ca. 13.00 Uhr wird der Tisch für die Anwesenden gedeckt und es wird gemeinsam gegessen.
Der Küchenbetrieb läuft zwei Monate und mittlerweile ist das Gefühl beim Essen als würde man im Kreis einer großen Familie sitzen.

Alles Liebe, Franz Witzmann

Fotos: Franz Witzmann

Ferienspiel LOGO 2016

Der Comedor del Arte beteiligt sich mit drei Veranstaltungen am Hainfelder Ferienspiel:

Naehmaschine

PUPPENKLEIDER NÄHEN
Wir nähen Deiner Lieblingspuppe ein neues Kleid. Bring Deine Puppe und Ideen mit. Stoffe sind vorhanden.

Dienstag, 12.7.2016, 14.00 -18.00 Uhr
Dienstag, 23.8.2016, 14.00 -18.00 Uhr

 

FuchsundHenne_Comedor

FUCHS UND HENNE
Fuchs und Henne ist eine Klassiker unter den strategischen Brettspielen. Jede/r zeichnet und bemalt zuerst einen eigenen Spielkarton. Danach wird gespielt. Wer ist schlauer? Der Fuchs oder die Henne?

Dienstag, 19.7.2016, 15.00 -18.00 Uhr

Ort: Comedor del Arte, Bahnstraße 1/ G 3, 3170 Hainfeld
Rückfragen bei Alexandra Eichenauer-Knoll: 0664 / 1026798

Alle Veranstaltungen des Ferienspiels werden auf der Website der Gemeinde www.hainfeld.at veröffentlicht.

Fremd-bin-ich-eingezogen… Eine Veranstaltungsreihe des Viertelfestivals NÖ – Mostviertel 2016

Kernstück des Projektes sind drei Workshops mit je vier bis fünf in Österreich Asyl suchenden Teilnehmerinnen, in denen gemeinsam mit der Medienkünsterin Sonja Wessel, jede/r die eigene, persönliche Geschichte in Form eines 5-10minütigen Films erarbeitet. In den Workshops erlernen die Teilnehmerinnen auch verschiedene Techniken wie Scannen, Bild- und Tonaufnahmen sowie einfacher Schnitt.

Auf Vermittlung von Franz Witzmann vom COMEDOR DEL ARTE nehmen an diesem Projekt auch in Hainfeld lebende Personen teil. Die Präsentation ihrer Arbeit erfolgt schon beim ersten von vier Terminen (FREITRÄUMEN).

FREITRÄUMEN:
17.6.2016, ab 18.00 Uhr
Atelier Ja-He
Schoderlehstraße 2
3052 Neustift-Innermanzing

Dieses Projekt ist eine Veranstaltung der Villa Kreativ, Neulengbach.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Speisen und Getränke sind gegen einen Unkostenbeitrag erhältlich.

Weitere Termine:

FREISPIEL: 2.7.2016, ab 18 Uhr, Villa Kreativ Neulengbach
FREIDENKEN: 9.7.2016, ab 18 Uhr, Villa Kreativ Neulengbach
FREILEBEN: 6.8.2016, ab 18 Uhr, Gut Aichhof Maria Anzbach

 

Workshop Puppenkleider nähen

Es war Sabrina Abdullaeva, die Mutter unserer beiden Sängerinnen Mika und Aida, die mich auf die Idee brachte, ein Puppenkleidernähen zu organisieren. Sie erzählte mir nämlich eines Tages, dass sie schon im Alter von vier Jahren begonnen habe, Puppenkleider zu nähen. Ja, dachte ich beim Zuhören, Puppenkleider nähen, das ist etwas, wo man Kreativität und Phantasie ausleben kann und dabei nicht viel mehr braucht als ein paar hübsche Stoffreste.

Elisabeth Hasler, die Besitzerin des Hainfelder Nähcafés WasIhrWollt! erklärte sich freundlicherweise bereit, in Kooperation mit dem COMEDOR DEL ARTE ein kostenloses Puppenkleider-Nähworkshop anzubieten. Und so organisierte ich zusammen mit Franz Witzmann Puppen, Teilnehmende sowie Stoffreste. Am Pfingstsamstag, den 14. Mai, war es dann soweit. Neun Erwachsene und die achtjährige Melissa kamen im Nähcafé zusammen, um für sechs unterschiedlich große Puppen Kleider anzufertigen.

Elisabeth Hasler hatte verschiedene Zeitungen und Schnitte vorbereitet, allerdings begannen alle Teilnehmer/innen für uns überraschend auf eigene Faust zu entwerfen. Schnell war klar, warum. Ganz offensichtlich waren unter den Teilnehmer/innen mehrere gelernte Schneiderinnen und auch die anderen Teilnehmerinnen zeigten sich auffallend geschickt. So entstanden in kurzer Zeit ausgesprochen komplizierte Modelle, man staunte über Faltenröcke, Rüschchen oder Puffärmelchen. Der einzige männliche Teilnehmer, ein Schneidermeister aus Afghanistan, war vollauf damit beschäftigt, Zuschnitte für jene Frauen, die sich nicht so sicher fühlten, vorzubereiten und bei Problemen an der Nähmaschine einzuspringen. Es waren intensive, emsige Stunden und auch ich, die ich leider so gar nichts vom Nähen verstehe, bekam Lust, Stoffe und Farben zu kombinieren. Die achtjährige Melissa wollte es nach längerem Zusehen auch selbst probieren und nähte mit Unterstützung von Elisabeth Hasler ein schlichtes Schlauchkleid für unsere einzige Barbiepuppe.

Es war eine Freude zu sehen, wie liebevoll die Kleider genäht und verziert wurden, und wieviel Spaß die neu eingekleideten Puppen auch den erwachsenen Menschen bereiteten. Jede Teilnehmende wurde mit ihrem Werkstück fotografiert und zum Schluss stellten wir uns auch noch für ein Gruppenfoto zusammen – vielleicht findet es ja ein Plätzchen auf den Lokalseiten der NÖN.

Gruppenfoto_NOENFoto: Franz Witzmann

Wie sehr dieser Workshop den Teilnehmenden gefallen hat, lässt sich vielleicht an der Frage einer Teilnehmerin ermessen. Sie wollte nämlich wissen, ob dieser Workshop ab jetzt jeden Samstag stattfinde. Nein leider, das geht nicht, mussten wir ihr mitteilen, aber wir überlegen durchaus, immer wieder den Samstagnachmittag für solch außertourliche kreative Veranstaltungen zu nützen.

Die Puppen befinden sich jetzt übrigens in der Auslage des COMEDOR DEL ARTE und können dort bewundert werden. Wir denken, dass sie in Zukunft noch ein paar Kleider mehr bekommen werden. Sobald der erste Stock unseres Begegnungshauses saniert ist, können wir dorthin mit der Nähmaschine und den Stoffen übersiedeln. Und dann gibt es einen ruhigen Platz für alle, die gerne nähen möchten, sei es für ihre Puppe, ihre Kinder oder für sich selbst.

Es ist geplant, im Rahmen des Hainfelder Ferienspiels 2016 ein Puppenkleidernähen anzubieten. So professionell, wie unseren Teilnehmerinnen nähen können, denke ich, dass eine solche Veranstaltung wirklich ein attraktives Angebot für alle Puppenmütter werden könnte.

Ein  großes Dankeschön an Elisabeth Hasler vom Nähcafé WasihrWollt! für das Zustandekommen des Workshop in ihrem gemütlichen Geschäft und für ihre besonnene, professionelle und freundliche Begleitung durch diesen ganz besonderen Samstagnachmittag.

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

Fotos: Alexandra Eichenauer-Knoll

Frauenblueten

11.30 – 13.00 Uhr: Kulinarik aus aller Welt am Rathausplatz in Traisen
13.00 – 18.00 Uhr Frauenfest: Veranstaltung für Frauen im Volksheim Traisen (Musik, Tanz, Mode, Handwerk, Brauchtum…). Es treten auch die Sängerinnen Mika und Aida Abdullaeva vom Comedor del Arte auf.

West-östliche Leckerei

Für unseren ersten Auftritt als Comedor del Arte beim Hainfelder Weihnachtsmarkt 2015 hatte ich indische Grießbällchen vorbereitet. Diese Köstlichkeiten, sogenannte Rava Laddus, eignen sich auch als wunderbare Masse für einen Tortenboden. Über ein inspirierendes, west-östliches Kochexperiment.  

Bei den Überlegungen, welche internationale Bäckerei ich für den Comedor-Stand vorbereiten könnte, kam ich auf die Idee, es mit indischen Süßigkeiten zu probieren. Immerhin bin ich ja auch Yogalehrerin. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Rezept für Krishna Balls, jene köstlichen Grießbällchen, die ich einmal auf der Mariahilferstraße von tanzenden und singenden, orange gekleideten Hare-Krishna Jüngern geschenkt bekommen hatte. Es war damals ein ganz besonderes Geschmackserlebnis – inmitten des kommerziellen Trubels ein geradezu himmlischer Genuss. Bei meinen Internetrecherchen stieß ich dann auf südindische Grießbällchen, sogenannte Rava Laddus.

Der erste Test genau nach Rezept brachte Kügelchen, die zwar lecker schmeckten, aber extrem harsch und zahnfeindlich zu verspeisen waren. Für mich unerwartet schmeckten sie Karim, einem jungen Mann aus Afghanistan, besonders gut und erinnerten ihn an seine Heimat. Das war das erste Mal, dass mir die kulinarischen Bezüge zwischen Afghanistan und Indien bewusst wurden. Ermutigt durch solchen Zuspruch experimentierte ich weiter, und gab der Masse weniger Zucker, dafür aber wesentlich mehr Milch bei. Die nun bedeutend weicheren Grießbällchen konnte man ebenso gut zu Bällchen rollen. Ich platzierte sie in buntem Konfektpapier, worin sie sehr hübsch zur Geltung kamen.

Seit damals probierte ich das Rezept immer wieder aus, da die Vorbereitungszeit praktischerweise max. eine halbe Stunde beträgt und der Teig nicht gebacken werden muss. Dabei kam mir unlängst beim Kügelchenformen die Idee, ob sich die Masse nicht auch als Tortenboden eignen könnte. Ich knetete den Teig in eine kleine Tortenform und gab eine Creme bestehend aus Orangensaft, Ingwer, Puddingpulver, Topfen und Schlagobers darüber. Über Nacht auf Eis gekühlt entpuppte sich diese Kombination am nächsten Tag als eine raffinierte Leckerei – gut zu schneiden und zu proportionieren und nicht so bröselig wie ein Mürbteigboden.

Inzwischen hab ich die Creme schon mehrmals variiert, verwendete statt dem Orangensaft abwechselnd Himbeeren und Bananen und verdickte alternativ auch mit Reismehl statt Pudding. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – jede Tortencrememasse eignet sich für diesen Kuchen. Obendrauf kann man z.B. mit Kokosflocken oder Schokoraspeln dekorieren. Wichtig ist nur, den Boden nicht zu dick anzulegen, da die Rava Laddu-Masse sehr gehaltvoll ist. Lecker ist sie allemal und ungewöhnlich für einen österreichischen Kuchenboden – eine abenteuerliche Mischung aus gerösteten Mandelsplittern und Grieß, gewürzt mit Zimt und Cardamon, und zwischendurch eine Rosine als süßen Glückskick.

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

 

West-östlicher Cremekuchen

Der Kuchenboden:
– 30 g Butter schmelzen lassen
– 20 g Rosinen beigeben und in dem Fett etwas aufgehen lassen
– dann eine Mischung aus 20 g Mandelsplittern, 10 g geriebenen Haselnüssen und 200 g Weizengrieß beigeben und diese Mischung 10 Minuten rösten. Es soll eine sanft bräunliche Röstung zu riechen und zu sehen sein.
– 100 g Staubzucker auflösen und je 1 TL gemahlenen Zimt und Cardamon beigeben.
– Dann ein Viertelliter angewärmte Milch beigeben und solange rühren, bis sich die Masse vom Topf abhebt.
– Die Masse dann zum Abkühlen auf ein Papier geben. Sobald sie handwarm ist, kann sie zu einem Kuchenboden geformt werden.

Himbeercreme
Ein Gemisch aus Himbeeren und Milch (ca. 400ml) mit einem Packerl Vanillepudding (37g) solange kochen bis die Konsistenz Pudding wird, dann 1 Packerl Topfen und max. 200 ml geschlagenen Schlagobers beigeben, sowie etwas Zucker oder Honig.
Die Creme über den Kuchen verteilen, mit Kokosflocken bestreuen und kühlstellen.

chancen:reich 2016: Österreichs 1. Berufsmesse für geflüchtete Menschen findet am 29. Juni im Wiener Museumsquartier statt (Halle E+G).

In Zusammenarbeit mit der Initiative Neulengbach Hilft wird auch der Comedor del Arte Menschen zu dieser Messe begleiten und im Vorfeld beim Ausfüllen von Bewerbungsbögen behilflich sein. Neulengbach Hilft organsiert einen Bus, der zu dieser Veranstaltung fahren wird.

Mehr unter: www.chancenreich.org

Wir-Hainfelder Stadtflohmarkt – 29. Mai 2016

Der  Comedor del Arte nimmt mit einem Stand am diesjährigen Wir-Hainfelder Stadtflohmarkt teil. Die Einnahmen werden für den Ausbau des oberen Stockwerkes und die Errichtung eines Schulungsraumes verwendet.

Der Wir-Hainfelder Stadtflohmarkt wird im inneren Stadtgebiet aufgebaut (von der Hauptstraße ab Kirchengasse bis zum Hauptplatz) und ist am 29. Mai 2016 von 7.00 – 16.00 Uhr geöffnet.