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(Deutsch) Kindertheater mit Emina Eppensteiner

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Im Rahmen unserer mittwöchlichen Kindernachmittage bietet die Drama- und Theaterpädagogin Emina Eppensteiner Theaterspielen mit Kindern an. Ihr Angebot wird vor allem von den Mädchen mit Begeisterung angenommen. Ich führte mit Emina, die Franz Witzmann und ich über das Tuwas-Festival kennengelernt hatten, ein Gespräch.

Liebe Emina, Du bist in Lilienfeld verheiratet, hast 2 Kinder und im Zweitberuf noch Theaterpädagogik an der KPH in Krems studiert. Wie kam es dazu?
Emina Eppensteiner: In der Lilienfelder Theatergruppe „Spielfeld“ habe ich erstmals Theater gespielt. Theaterspielen war also mein Hobby. Darauf folgte meine 3-Jahres- Ausbildung für SpielerInnen und SpielleiterInnen im Rahmen des gemeinnützigen Vereines ATINÖ (Außerberufliches Theater in Niederösterreich). Durch einen Artikel in der Theaterzeitschrift „Souffleur“ wurde ich auf die Ausbildungsmöglichkeit an der KPH Wien /Krems aufmerksam. So kam ich zum Studium der Theaterpädagogik. In der Zwischenzeit bin ich Akademische Drama- und Theaterpädagogin.

Wo bist du aufgewachsen?
Emina Eppensteiner: Ich bin in einer Vorstadt von Sarajewo aufgewachsen, wo Christen, Muslime und Orthodoxe friedlich zusammengewohnt haben. Dann kam der Krieg.
Als Kriegsflüchtling kam ich 1993 nach Lilienfeld.

Du arbeitest als Theaterpädagogin. Dabei entwickelst Du gemeinsam mit LehrerInnen Theaterstücke an verschiedenen Schulen und Du inszenierst auch im Laientheaterbereich, z. B. vor drei Jahren das Stück „Der Schwan“ der Theatergruppe Kaumberg auf der Araburg. Im Rahmen des Tuwas-Festivals leitest Du derzeit eine Kindertheatergruppe. Inzwischen gab es schon 2 Aufführungen. Was kannst Du uns darüber erzählen?
Emina Eppensteiner: Mein persönliches Anliegen ist es Kindern mit Migrationshintergrund bzw. „zwischen den Kulturen“ langfristig eine Möglichkeit zu bieten, Kreativität und Fantasie sowie die eigene Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein durch gemeinsames Theaterspielen zu stärken. Die Kinder des Tuwas-Projekts sind im Alter von 8 bis 12 Jahre, haben großteils Migrations- oder Fluchthintergrund. Derzeit nehmen Kinder aus fünf verschiedenen Nationen daran teil. Wir probten von Oktober 2015 bis Mai 2016 und entwickelten gemeinsam ein Stück mit dem Titel „Artimpasa“. Es wurde in Traisen und in Lilienfeld aufgeführt. Besonders freuen sich die Kinder schon auf unsere Aufführung am 10. September im Cinema Paradiso in St.Pölten. Dort bringen wir unser Stück im Rahmen des Begegnungsfestes.

Wie habt ihr das Stück entwickelt?
Emina Eppensteiner: Wir hatten zum Thema Sprachen verschiedenste Improvisationen gemacht und dann die gelungenen Szenen miteinander verbunden. Der rote Faden kam zum Schluss dazu, nämlich die Idee, dass es Werbung für ein Reisebüro über einen Traumurlaub nach Artimpasa werden sollte.

Du hast das Stück mit dem Ansatz der Theaterpädagogik entwickelt?
Emina Eppensteiner: Theaterpädagogik ist sowohl künstlerisch-kreative als auch persönlichkeitsbildende Theaterarbeit. In jedem Fall steht der Mensch im Zusammenleben mit anderen im Mittelpunkt. Meine Aufgabe ist es, mit verschiedenen Übungen und Spielen ein offenes Spielklima zu schaffen, in dem die Kinder eigene Kreativität und Fantasie entfalten können.

Du bist heute das zweite Mal zu einem Theaterspielnachmittag in unserem Comedor del Arte. Es ist ein großer Spaß zuzusehen, wie gerne sich die Kinder verkleiden…
Emina Eppensteiner: Da die Kinder die Sprache nicht gut verstehen, muss ich möglichst viele Spiele und Übungen machen, wo nicht viel erklärt werden muss. Es geht wie im Theater also eher um das Nachahmen, und das macht den Kindern Spaß. Damit kann man sich ausprobieren, kann jemand anderer sein, ohne Konsequenzen.
Schon durch das Spiel lernen sie etwas über Theater, z. B. wie man Emotionen darstellen und wie man sich präsentieren kann, es wird die Körpersprache trainiert. Ein paar einfache Requisiten genügen – ein Stock, ein Fächer, ein Schwert, ein Schirm oder eine Damentasche.

Wie begegnen dir die Kinder hier im Comedor del Arte?
Emina Eppensteiner: Es ist für mich sehr schön und berührend, weil die Kinder sehr offen und ohne Vorurteile sind. Sie lassen sich auf mein Angebot ein. Es sind vor allem Mädchen und kleine Burschen, die sich für sowas interessieren, da ist aber oft so. Die Kinder sind sehr unbeschwert, genießen einfach das Spiel. Vielleicht ist es auch selten, dass sich ein Erwachsener so mit ihnen beschäftigt.

Du hast diesmal mit den Kindern Schattentheater gespielt.
Emina Eppensteiner: Ja, die Kinder sind freier, wenn sie sich hinter dem Vorhang verstecken können. Zusätzlich können sie so mit Schatten, Licht und Requisiten experimentieren.

Liebe Emina! Danke, dass Du zu uns kommst und den Kindern so viel Freude bereitest!

Das Gespräch führte Alexandra Eichenauer-Knoll

Fotos: Franz Witzmann

 

Noch ein Veranstaltungshinweis:
Emina Eppensteiner plant, mit einigen Mädchen, die sie im Comedor del Arte kennengelernt hat, eine Szene zu erarbeiten und diese noch in das Stück „Artimpassa“ einzubauen. Das gesamte Stück wird dann am 10. September 2016 um 17.30 Uhr im Cinema Paradiso in St. Pölten zu sehen sein.
Vor allem will Emina in dieser Szene jene Antworten verarbeiten, die ihr die Mädchen auf die Frage, was ihnen an Österreich gefällt, gegeben haben. Wollen Sie jetzt schon wissen, was die Kinder Emina geantwortet haben?
Erstens, es ist schön, dass sie hier in die Schule gehen können. Zweitens, die Leute sprechen hier ruhig miteinander. Und drittens können sie hier lachen, tanzen und singen.
Für Kinder, die aus von Taliban terrorisierten Kriegsgebieten kommen, ist das nämlich leider alles keine Selbstverständlichkeit!

Come and play with us

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Mittwochs ist Spielenachmittag im Comedor del Arte. Das hat sich inzwischen herumgesprochen. Auf den vier quadratischen Tischen unseres Begegnungsraumes formieren sich bereits verschiedene „Neigungsgruppen“. Über diese möchte ich in diesem Beitrag berichten.

Am ersten Tisch neben dem Eingang findet sich meist die „Neigungsgruppe Duplo“ zusammen. Wir haben etwas Duplo geschenkt bekommen und auch über die Plattform Willhaben günstig Steine zum Kilopreis eingekauft. Die vorhandenen Teile bieten sich vor allem zum Hausbau an, wobei die kleinen Buben auch die Gelegenheit nützen, mit den Duplo-Autos zu spielen. Wenn ich nach dem ersten Durcheinander Zeit habe vorbeizuschauen, liegen schon meist alle Figuren in ihren Betten und wahre Wunderblumen dekorieren das Haus.

Blumig geht es auch bei der „Neigungsgruppe Malen“ am Nebentisch zu. In kräftigen wasserlöslichen Acrylfarben malen die Mädchen sonnige Bilder mit großen Blumen. Inzwischen hat sich auch ein zweiter markanter Malstil der Kinder herausgebildet: monochrome Bilder, vor allem in Rot-, aber auch in Grün- und Blautönen. Eine Farbe wird dabei aufgetragen, gut einmassiert, eventuell mithilfe eines Fetzens, dann wird der Pinsel ausgewaschen und eine zweite Farbe darübergestrichen usw. Die Kinder tragen die vielen Farbschichten stets mit großer Ernsthaftigkeit auf. Da wir nicht so dickes Papier verwenden, ist das Endergebnis oft schon mit kleinen Löchern versehen. Franz hat mit den zahlreichen Kinderzeichnungen bereits die Küchenwände geschmückt. Das sieht wirklich gut aus!

Kommen wir zur dritten Neigungsgruppe, den Bildkartenlegespielen. Vor allem Memory hat sich besonders bewährt – ich wiederhole das Wort bei jedem Umdrehen. Wir haben ein Österreich-Memory und ein Bauernhof-Memory. Interessant ist, wie gut dieses Spiel als Spracheinstieg für Menschen, die gerade erst in unser Land gekommen sind, funktioniert. Es wird immer spannend und lustig, auch wenn wir uns sonst kaum verständigen können. Zum Schluss werden die Paare sortiert und wir üben dabei auch das Zählen. Das letzte Mal war eine Familie mit Kindern da, die noch nicht eingeschult waren. Mit dem Jungen habe ich auch ein Kartenlegespiel trainiert, das aus Bild- und aus Buchstabenkarten besteht. Die Bildkarten illustrieren ein Wort, dessen Anfangsbuchstabe gesucht werden soll. Die jeweils richtige Buchstabenkarte passt dann wie ein Puzzlestein dazu. Ich denke, wenn der Junge das Spiel einige Male übt, wird er unser Alphabeth sicher schneller verstehen können.

Der vierte Tisch ist spielfreudigen BesucherInnen jeden Alters vorbehalten. Man spielt hier Schach, Mühle, Fuchs und Henne, aber auch Kartenspiele wie UNO und ein Kartenspiel, das sich Konkan nennt. Ich würde sagen, es ist die syrische Variante von Jolly.

Spielen und lernen, spielen und lachen, spielen und Gemeinschaft spüren. Der Comedor ist jeden Mittwoch von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr speziell dafür geöffnet – für Hiesige und Zuagroaste!

Herzliche Grüße, Alexandra Eichenauer-Knoll

Mensch ärgere Dich nicht!