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A-capella singen

Nina Braith ist Sängerin und gebürtige Kaumbergerin. Gemeinsam mit Juci Janoska und Eva-Maria Bauer hat sie den Verein AcaLala gegründet. Der Verein möchte Chor und A-cappella Gesang fördern und auch eine Plattform für Vernetzung, Austausch und Fortbildung, sowie für Auftrittsmöglichkeiten sein.

Mit Workshops und Konzerten in den Orten Kaumberg, Bruck an der Leitha und Hollabrunn sind sie letztes Jahr gestartet. Heuer findet das Projekt wieder statt. Im Comedor del Arte gibt es zusätzlich ein kostenloses Workshop. Die Teilnehmer können ebenfalls auf der Araburg auftreten. Dort wird dann auch das Ensemble von Nina Braith zu hören sein – der Beat Poetry Club. Wir freuen uns schon alle sehr auf diesen Abend!

Acalala-Workshop (Acapella singen)
Workshop-Leitung: Nina Braith
15. Mai und 29. Mai von 16.00 – 18.00 Uhr
Konzert auf der Araburg am 9. Juni abends

siehe auch www.acalala.at

(Deutsch) Schneidermeister Ali Hossaini

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Seit wir unser Nähstubenprojekt im Comedor begonnen haben, entwickeln wir Nähworkshops oder Nähprodukte, um sinnstiftend Menschen Integrationsmöglichkeiten zu bieten. Denn viele Personen, Männer wie Frauen, besonders aus Afghanistan und dem Iran, können gut nähen. Für Frauen ist es oft eine Selbstverständlichkeit und auch eine Notwendigkeit, um die eigenen Kinder einkleiden zu können. Viele haben aber auch in Fabriken gearbeitet, im Iran oder in der Türkei.

Ali Hossaini, der im Iran vier Jahre Herrenschneider gelernt hat, ist uns besonders aufgefallen – durch seine Schnelligkeit, aber auch durch seine Geschicklichkeit. Beim Projekt Engelkleidernähen für die Weihnachtsstadt 2017 konnte er auch die anwesenden Werklehrerinnen von seiner Professionalität überzeugen. Für den Weihnachts- und Ostermarkt nähte er uns dann Ofenhandschuhe aus alten Jeansresten. Diese wurden gerne gekauft, waren sie doch innen mit einem bunten Stoff gefüttert. Ich ließ mir sagen, dass so eine Arbeit schon ganz schön knifflig sei.

Um zu sehen, wieviel in Ali Hossaini nun wirklich an Schneiderpotential steckte, ließen wir ihn für Clemens, den Sohn von Franz, einen Anzug anfertigen. Aus Termingründen kam es nur zu einer einzigen Anzugprobe, normalerweise gibt es drei. Ali nähte Clemens einen richtigen Maßanzug und zeichnete sich den Schnitt dafür selbst. Da unsere Maschinen nicht so leistungsstark sind, nähte er die schwierigsten Teile dann im Nähcafé Was IhrWollt! fertig. Ali ist gute Industriemaschinen gewöhnt, das können wir ihm leider nicht bieten. Trotzdem sind wir froh, wenn er uns immer wieder etwas für die Märkte zum Verkaufen näht.

Der nächste Markt ist am Lebensgut in Rohrbach, diesen Samstag, den 5. Mai 2018. Da wir dort einen Sonnenschirm brauchen und der Stoff meines alten Sonnenschirmes sich heuer endgültig aufgelöst hatte, fragte ich Ali, ob er eventuell das Gestell neu überziehen möchte. Zwei Tage später überraschte er uns mit dem fertigen Schirm. Das war ein Spaß! Jetzt überlegen wir: könnte Sonnenschirme reparieren vielleicht eine Marktlücke (in Hainfeld?) sein.

Demnächst besucht Ali die Schneiderwerkstatt Kattunfabrik in Wien, wo sein Können professionell abgetestet wird. Wenn alles gut geht – und das vermuten wir doch sehr – könnte er eine kostenlose dreimonatige Einschulung auf die Markterfordernisse in Österreich bekommen. Ali ist ein guter Schneider. Es wäre wirklich sinnvoll, wenn er wieder in seinem Beruf arbeiten könnte!

Alexandra Eichenauer-Knoll

(Deutsch) Bunt und lecker – unsere Teilnahme am Ostermarkt in Hainfeld

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Unser Comedor del Arte hat heuer erstmals beim Hainfelder Oster(kreativ)markt mit zwei Ständen teilgenommen. Der Imbiss-Stand im Hof vor dem Gemeindezentrum wurde von Franz betreut und wie immer stand ihm der aus Wien angereiste Pardes Yagdary als Küchenchef zur Seite. Die gelieferten Bolanis und Scottish Eggs wurden dann vor Ort abwechselnd von Mohammad Ahmadi und Hosseain Rezaie in heißem Öl rausgebacken. Bolanis schmecken fast allen und sind so ein fixer Bestandteil aller unserer kulinarischen Außenauftritte geworden. Trotzdem versucht Pardes jedes Mal auch etwas Neues zu bieten, diesmal gab es einen warmen Kartoffel-Kichererbsensalat mit frischem Koriander und dem unaussprechlichen Namen Shor na Chot.

Kekse und Kuchen wurden von Mama Witzmann und mir geliefert. Die Kekse hatte ich erstmalig zum Teil in Säckchen verpackt und mit hübschen Etiketten versehen, das kam recht gut an. Franz war mit dem Verlauf recht zufrieden, für uns ist so ein öffentlicher Auftritt ja auch immer eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Menschen sichtbar zu machen.

Auf unserem Stand im ersten Stock war heuer Ladan Zandiyeh das Gesicht zum Fotografieren. Die 19jährige Iranerin hatte schon im Vorfeld eifrig an Schachteln und Kärtchen gebastelt. Ihre hübschen, witzigen Kartons eignen sich besonders für Hochzeiten oder Geburtstage – zum Befüllen mit Gutscheinen, lieben Worten, Fotos und Sprüchen.

Auch Cornelia Fuchs hatte geradezu ein Feuerwerk an Ideen entwickelt, um unseren Stand bunt und abwechslungsreich zu präsentieren. Da gab es fröhlich-duftige Osterdeko aus Karton, Keramiksymbole – als Geschenkanhänger oder auf Äste geknüpft -, Recycling-Kerzen, lustige Tonosterhasen auf Wackelsteinen, in blumiger Serviettentechnik aufgemotzte Ernussdosen oder geritzte Teelichter mit lustigen Sprüchen.

Recycled waren auch die genähten Sachen, die wir von unserem Herrenschneider Ali Hossaini bekommen hatten, Patchwork-Untersetzer, Ofenhandschuhe, Teekannenwärmer und lustige Topflappen in Herzform. Auch die Taschen von Kathrin Mayer aus ihrer 1000taschen Sozialinitiative hatten wir mit. Sie sind zwar relativ teuer, wer aber schon eine solche Tasche besitzt und das berühmte blaue Plastikinnenleben schätzt, kauft gerne nach. Ich selbst hatte ein „Fuchs und Henne“-Spiel, das ich schon einmal für ein Workshop entworfen hatte, drucken lassen und um 4,- verkauft. Spielbohnen im Tütchen gabs um weitere 50 Cent dazu.

Viel Kleinzeugs, und doch: am Schluss hatten wir damit eine lohnenswerte Summe erwirtschaftet. Dank auch an unser Verkaufstalent Renate Höfler. Sie sagte es den Leuten klar und deutlich, worum es bei diesem Marktauftritt schlussendlich (auch) geht: Mit jedem Kauf wird unser Integrationsprojekt unterstützt.

Mein persönliches Resumée: Marktstandlerin sein ist lustig, aber wahnsinnig anstrengend. Am 5. Mai sind wir übrigens wieder auf Kundenfang – am LebensGut Frühlingsmarkt in Rohrbach von 10.30 – 18.30 Uhr

Frohe Ostern wünscht Alexandra Eichenauer-Knoll

(Deutsch) Upcycling für die Osterstadt Hainfeld

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Elisabeth Hasler vom Nähcafé „WasIhrWollt!“ hatte es übernommen, für den Verein „Wir Hainfelder“ Osterschmuck für die Stadt zu basteln. Wir vereinbarten, am 10.3. nachmittags bei uns im Comedor ein Workshop zu veranstalten. Leider war aber just in dieser Zeit und bereits zum zweiten Mal (letztes Jahr dauerte es noch viel länger) die Wasserzuleitung eingefroren. Der Comedor stand ohne Wasser da und die zuständige Hausverwaltung konnte uns auch nicht helfen. Wahrscheinlich müsste man die Leitungen vom Haupthaus aufgraben und das möchte man wohl vermeiden. Alle hofften also auf wärmere Zeiten. 

Daher trafen wir uns bei Elisabeth Hasler im Nähcafé. Auf ihrem Zuschneidetisch hatte sie schon alte Verpackungsbänder in weiß und schwarz, die über Kartons gespannt werden, und weichere bunte Plastikbänder in einem großen Kuddelmuddel angehäuft. Mithilfe von fünf mit Büroklammern gefüllten Tackern sollten diese Verpackungsreste zusammenmontiert werden. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen ratlos angesichts dieses Müllberges. Wie sollte das funktionieren?

Franz brachte eine iranische Familie mit, die relativ neu bei uns ist und deren 19jährige Tochter Ladan uns derzeit auch mit kreativen Ideen für den Ostermarkt beschenkt. Bald gesellten sich auch Razieyeh Sahrifi und Nasibe Hazanzada dazu, die beiden sind ja meist bei allen Workshops tatkräftig dabei.

Wir standen um dem Tisch und – ich hätt es nicht gedacht – im Handumdrehen stapelten sich die fertigen Stücke um uns, wobei jede Frau einen eigenen Stil entwickelte. Elisabeth „webte“ solide, quadratische, bunte Flecken. Ladan googelte wie immer zuerst einmal, wobei sie in einem unglaublichen Tempo auf ihrem Handy werkte. Die junge Frau, die im Iran bereits 2 Jahre Architektur studiert hat, kann sehr rasch dreidimensionale Anleitungen erfassen und umsetzen. Und so bastelte sie aus den Bändern Rosen, Gesichter und zuletzt noch Spinnentiere. Nasibes Stücke wiederum waren leicht und hatten oft als Akzent eine kleine Masche. Das war mir schon beim 1000taschen-Workshop aufgefallen. Nasibe liebt Mascherln. Razieyeh wiederum suchte mehr die Goldbänder heraus und ich freute mich daran, Farben und Materialien zu kombinieren. Eigentlich eine schöne Spielerei, dachte ich. Zwischendurch las ich Bänder der Caritas-Haussammlung und beschenkte damit die Frauen. Immerhin sind auf diesem sinnstiftende Sprüche zu lesen, geschrieben im Gottesvertrauen darauf, dass der Frieden einkehren werde.

Während wir bastelten und tackerten, unterhielten sich die anwesenden Männer und testeten den Grieskuchen, den ich erstmals gebacken hatte – schon ein Prototyp für den Ostermarkt. Eine angenehme, entspannte Stimmung herrschte im Laden. Zum Schluss hatten wir 47 Stücke gebastelt und der Müllberg am Tisch war fast verschwunden.

Basteln ist eine Sache, die Objekte dann aber auf Bäume im Straßenraum befestigen die andere. Katerina Zehetmayer, die Leiterin der Ostergruppe von „Wir Hainfelder“ suchte für den darauf folgenden Mittwoch Hilfe beim Bäumeschmücken. Wir baten Ramazan Sadegi und Aref Aminrad, uns zu helfen. Gemeinsam mit einem Gemeindemitarbeiter, der zwei Leitern mitbrachte, starteten wir am Hauptplatz los. Es gab ja nicht nur unseren Recyclingschmuck, sondern auch bemalte Ostereier und sehr hübsche Schmetterlinge, die der Montessori Kindergarten gebastelt hatte, zum Behängen der Bäume. Aref erwies sich dabei als ein äußerst talentierter Kletterer. Der schlanke, langbeinige Mann arbeitete sich behende nach oben. Es war ein Vergnügen ihm zuzusehen. Und so flatterten bald die Schmetterlinge, Ostereier und unsere Objekte im Wind. Nach eineinhalb Stunden fror es uns allerdings schon ziemlich in den Händen, dafür hatten wir fünf Bäume, einige Sträucher und den Schubert Brunnen bei der Gemeinde mit fröhlichem Osterschmuck aufgeputzt. Mögen sie die Stadt erfreuen und vor allem oben bleiben!

Liebe Grüße aus der Osterstadt Hainfeld, Alexandra Eichenauer-Knoll

 

 

 

 

 

(Deutsch) Engelstadt Hainfeld – ein Staffellauf an kreativen Projekten

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Die Hainfelder Weihnachtsstadt 2017 stand ganz unter den schützenden Flügeln jener Himmelsboten, die uns die Frohe Botschaft des Friedens verkünden – den Engeln. Das Weihnachtsteam des Stadtmarketingvereins, dem auch ich angehöre, hatte sich dafür wieder verschiedene Projekte einfallen lassen. Kinderchöre sollten in Engelkleidern auftreten, Rotkreuz-Engel Pakete für ein Sozialprojekt verkaufen, die Keramikerin Martina Aigner einen eigenen Hainfelder Engel gestalten, und auch die Weihnachtsbäume in den Auslagen würden mit Engelschmuck dekoriert werden. Wie schon letztes Jahr gab es im Zuge der zahlreichen Vorbereitungen auch Gelegenheit, die kreativen und geschickten Besucherinnen des Comedor del Arte einzubeziehen.

Das aufwendigste Projekt – Engelkleidernähen

An einem Nachmittag und zwei Abenden trafen sich das Weihnachtsteam und fünf Näher bzw. Näherinnen des Comedor del Arte zu je 4 Stunden im Werkraum der Volksschule Hainfeld. Elisabeth Hasler vom Nähcafe WasIhr Wollt! leitete das aufwendige Projekt mit dem Ziel, 40 Engelkleider in unterschiedlichen Größen zu erzeugen. Es war ein intensives, aber auch fröhliches Werken, die Nähmaschinen surrten und sogar ich, die ich wahrlich nicht nähaffin bin, wurde im Zuschneiden eingeschult. Sehe ich heute die Fotos der Kinder in den Engelkleidchen – die 2 Volksschulchöre, den Montessori-Kindergartenchor und unsere Rotkreuzengerl – so bin ich wirklich stolz auf unsere fleißigen Schneiderinnen, namentlich auf die Schneider Ali Hossaini und Ali Nazemi, sowie auf die Schneiderinnen Raziyeh Sharifi, Nasibe Hasanzada und Raziyeh Nasemi.

Da dieses Engagement wirklich überdurchschnittlich arbeitsintensiv war und alle sehr engagiert und zeitgerecht mithalfen, konnte ich den Verein Wir-Hainfelder dazu gewinnen, uns als Dankeschön Geld für vier Sozialcomputer zu spenden.

 

Womit wir beim nächsten Projekt sind

Projekt Nähen im Tausch gegen Sozialcomputer

Der St. Pöltner Verein Gesa verkauft für „sozial schwache Menschen“ sogenannte „Sozialcomputer“. Darunter versteht man gespendete, gebrauchte Computer, die komplett neu aufgesetzt werden. Ich hatte ein Paket zu 66,- Euro/Computer zusammengestellt, inkl. allem drum und dran, das es braucht, um dann auch richtig losstarten zu können. Der bürokratische Aufwand dafür war allerdings erheblich, da nicht nur alle Ausweise in Kopien vorliegen mussten, sondern auch die einzelnen Einkommensnachweise, und dafür war in jedem Fall eine andere Einrichtung zuständig, befinden sich die Personen doch in unterschiedlichen Betreuungsverhältnissen und rechtlichem Asylstatus. Franz holte dann die Computer ab und brachte sie in die einzelnen Wohnungen. Ein Meilenstein für die meisten Leute! Nun können sie wesentlich besser surfen, Filme ansehen und vor allem Deutsch lernen.

Wir planen übrigens heuer auch Computerkurse anzubieten, um Programme wie Word oder Excel zu schulen. Die Ausstattung einiger Familien mit diesen „Sozialcomputern“ ist also schon als ein erster Schritt in diese Richtung zu sehen – nämlich Menschen auch EDV-fit zu machen. Danke in diesem Zusammenhang an den Stadtmarketingverein und an Martin Fuchs, der das Internet bei Ali installiert hat. Einen Wertkartencube zu installieren braucht starke Nerven!

Projekt Kreativmarkt: wir vertreten 3 Sozialprojekte!

Durch den Kontakt zur Firma Gesa wurde ich auch auf andere Bastelarbeiten aufmerksam, die die Firma Gesa selbst auf Märkten vertreibt und entschloss mich, einige Stücke ihres Recycling-Schmucks am Hainfelder Kreativmarkt feilzubieten. In der Gesa-Werkstatt werden alte Computer zerlegt und kleine Teile davon in Ringe und Ohrringe mittels Kunstharzguss verpackt. Sieht wirklich hübsch aus! Ich teilte den Schmuck auf die Papierschachteln auf, die Ali letztes Jahr mit Seiten aus einem Tierbuch angefertigt hatte.

Auch ein weiteres Sozialprojekt fand auf unserem Tisch Platz. Wir verkauften die Taschen von Kathrin Mayer, die das Projekt 1000taschen seit Jahren erfolgreich leitet und uns auch ihre spezielle Technik in einem Workshop bereits 2016 gelehrt hatte. 1000taschen vertreibt ausschließlich über Benefizprojekte, ich bin schon lange ein großer Fan dieser Idee.

Und dann gab es ja auch die Produkte aus unserer eigenen Werkstatt: Taschen und Ofenhandschuhe, die Ali aus alten Jeans angefertigt hatte. Und last but not least: Socken von Poldi Witzmann aus der Bernau sowie Schmuck und getrocknete Steinpilze von Cornelia Fuchs.

Ein bunter Warenkorb also, mit dem wir am Hainfelder Kreativmarkt Mitte Dezember vertreten waren. Danke an alle, die mich dabei unterstützten. Je mehr Leute am Stand verkauften, desto lustiger war es. Danke an Renate, Cornelia und Elfi! Speziellen Dank auch an Cornelia Fuchs, die live aus alten Atlanten Riesensterne bastelte. Das interessiert die vorbeiziehenden Leute! Man will ja schließlich nicht nur kaufen, sondern auch schauen!

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Wie es zu dem Projekt Riesensterne basteln kam

Helga Czerny, die das Weihnachtsteam leitet, bat uns vom Comedor del Arte, noch 20 Riesenpapiersterne zu basteln, damit sie beim Kreativmarkt genug Schmuck für den Kultursaal und den Stiegenaufgang habe. Ein weiteres Projekt war damit initiiert! Wir trafen uns dafür in einer fröhlichen Runde bei mir zu Hause eines samstagsnachmittags: Renate, Cornelia und ihr Sohn Mario, Mohammad, Hussein, Sleman und ich. Bei so viel geschickten und fleißigen Menschen geht was weiter: zum Schluss hatten wir 38 Sterne. 20 gaben wir Helga, den Rest verkauften oder verschenkten wir beim Kreativmarkt. Es ist doch schön, auch etwas zum Verschenken zu haben!

Projekt Ess-Stand

Während wir am Kreativmarkt im warmen Kultursaal den Comedor vertraten, betreute Franz Witzmann währenddessen den Esstand unten im Freien. Pardes, unser Koch, war wieder aus Wien angereist, um für uns zu kochen. Auch Atef war aus St. Pölten gekommen, um uns zu helfen. Auf Vermittlung von Franz arbeitet Atef jetzt ehrenamtlich bei Emmaus St. Pölten mit und verkauft auch auf deren Flohmarkt. Und so strahlte er auch auf unserem Stand und konnte mit soliden Deutschkenntnissen im Verkauf helfen. Neben Bolanis und Samosas gab es heuer neu im kulinarischen Comedor-Angebot gekochte Eier, die mit Kartoffelfülle ummantelt und herausgebraten wurden. Um die Speisen warm anbieten zu können, kaufte Franz noch im letzten Moment eine Kochplatte. So konnte alles im Wok auf Anfrage fertig herausgebraten werden.

Hab ich jetzt schon alle Projekte aufgezählt? – nein, da fehlt noch das…

Projekt Engel nähen als Christbaumschmuck

Der Comedor wurde eingeladen, einen Baum in den Auslagen der Hainfelder Geschäfte zu übernehmen und dafür etwas zu produzieren. Elisabeth Hasler leitete den Workshop im Rahmens eines Nähstubensamstags mit einer Vorlage ein, aber es ist vor allem Cornelia Fuchs zu verdanken, dass dann auch wirklich so viele Stoffengel fertig geworden sind! Danke!! Schlussendlich landeten sie in der Auslage von Thür Mode & Trends. Ich finde, zu den ausgestellten Jeansprodukten passten sie auch besonders gut!

 

Sehr erfolgreich wurden übrigens auch die Überraschungspakte, die mit verschiedenen Spenden der Hainfelder Geschäfte gefüllt waren, durch die Rotkreuzengerl verkauft. Gelegentlich fanden sich darin auch noch Stoffsterne unserer fleißigen Comedor-Näherinnen, die bereits letztes Jahr produziert worden waren…

Und so ergab wieder einmal eins das andere. Mit Kreativität und guten Ideen, Einsatzbereitschaft und guter Laune wird vieles möglich – und ein Projekt reicht den Staffelstab dem nächsten weiter!

Einen guten Start ins Neue Jahr wünscht

Alexandra Eichenauer-Knoll

PS Haben Sie übrigens die Frohe Botschaft der Engel vernommen? Sie ist genauso verheißungsvoll wie radikal: es gibt nur ein rettendes Miteinander zwischen uns Menschen – ein Miteinander im Frieden! Und dafür muss das Trennende überwunden werden, sonst bleibt die Botschaft ein Traum. Lassen wir diese Botschaft also nicht nachlässig verkommen! Sie täglich neu zu erproben macht das Leben meiner Meinung nach erst so richtig lebenswert.

 

(Deutsch) Workshop Scherenschnitt

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Am 11. November fand im Comedor von 14 bis 18 Uhr der Workshop Scherenschnitt statt. Julia Dossi, eine Wiener Illustratorin und Medienarbeiterin hatte schon letztes Jahr den Workshop Collage bei uns geleitet und uns begeistert.

Auch heuer lief es wieder sehr entspannt und fröhlich ab. Zuerst zeigte uns Julia Arbeiten auf dem Computer, viele davon von berühmten Künstlern. Es war ihr wichtig die Bandbreite der Scherenschnitttechnik aufzuzeigen. Und auch wenn ihre Zuhörer/innen die deutsche Sprache meistens nicht so gut beherrschten, so verstanden sie doch die Bilder umso besser. Danach ging das Werken los. Manchmal waren über 25 Personen im Raum, davon viele Kinder, aber auch eine Dame mit an die 90 Jahren. Alle waren eifrig, viele Kinder bastelten sogar mehrere Laternen. Es war wirklich ein Spaß! Franz fotografierte und dabei entstanden wieder unzählige, lebensfrohe Fotos.

Julis Dossi schrieb uns noch über diesen Nachmittag: „Ich fand auch, dass es sehr schön und lustig war, und am besten hat mir gefallen, dass alle Teilnehmer – kleine Kinder, große Kinder, Männer, Frauen, Mütter, Väter, Geschwister, Hiesige und Zuagroaste – so enthusiastisch und kreativ mitgewirkt haben und ihre eigenen Ideen so vielseitig, bunt und individuell zum Ausdruck gebracht haben. Es war ein belebter, äußerst geselliger, konzentrierter und gemütlicher Nachmittag, an dem so viele hübsche Arbeiten entstanden sind. Das kommunikative, gemeinschaftliche Arbeiten im Comedor hat mir, wie schon beim letzten Besuch, sehr gut gefallen. Dankeschön an alle begabten Teilnehmer und die gute Organisation!“

 

Danke an die Leader-Region, die diesen Workshop unterstützt hat!

Comedor booth at Kreativmarkt

For the third time, Comedor del Arte will participate in the Kreativmarkt Hainfeld. A booth will be set up in the City Hall courtyard, and you can purchase soups, bolanis, falaffel, desserts and herbal teas. We are pleased that Pardes Jagdari will travel to Hainfeld from Vienna leading the kitchen staff!

Comedor del Arte will also have a table in the first floor this time around, where we will offer various bags and homemade sewn items. The popular 1000taschen will be available at our table. Many thanks to Kathrin Mayer for providing these bags, which are usually only available through social projects.

Hainfelder Kreativmarkt
City Hall
December 15 / 16
9am – 6pm

(Deutsch) Mit Parisa und Paria beim Kinderfreunde-Halloween-Basteln

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Bettina Pitterle, die Frau des Hainfelder Bürgermeisters und Leiterin der Kinderfreunde Hainfeld, hatte mir unlängst angeboten, doch mit ein paar von „unseren“ Kindern zum Kinderfreunde-Halloween-Basteln zu kommen.

Nun kann ich persönlich mit Halloween eigentlich gar nichts anfangen, bis auf die Tatsache vielleicht, dass ich schon seit den Anfängen dieser Mode in unserer Alpenrepublik gerne Kürbissuppe koche und Kürbisse abbrate und das ganz im Gegensatz zu meiner Mutter, die diese Tradition noch nicht pflegte. Angeblich ist Halloween ja jetzt ganz offiziell zum österreichischen Brauchtum erklärt worden. Und zwar in Zusammenhang mit den vielen halblustigen Fragen, die das neue Vermummungsverbot aufwirft. Naja, mag sein, für mich war auch das Oktoberfest immer typisch bayrisch und das sehen heute viele Österreicher ebenfalls anders.

Sei´s drum! Viel wichtiger ist doch, die freundliche Einladung als Chance für Integration zu begreifen. Und so war es dann auch. Am Nachmittag des 27. Oktober 2017 marschierten also die Zwillingsschwestern Parisa, Paria, ihre Mama Razie und ich Richtung Kinderfreundehaus in der Feldgasse. Auf dem Weg dorthin bestaunten wir schon einen zu einem Gesicht ausgeschnittenen Kürbis auf einer Hausmauer. Erste Einstimmung. Die Kinder fanden das lustig. Ganz einfach.

Als wir ankamen, ging es bei den Kinderfreunden schon hoch her, viele Kinder und Mütter bastelten mit großem Eifer dekorative Kürbisinstallationen, die beim Bastelprofigeschäft Gramm bestellt worden waren. Die Zierkürbisse wurden also nicht ausgeschnitten, sondern nur in einem Korb mit Rinden, Kastanien und Blättern dekoriert. Davor konnte man ihnen mit Klebepistolen Augen aufdrücken und mit dicken Stiften Nase und Mund ins Gesicht malen. Kinderfreundlich und ungefährlich.

„Meine“ Familie verstand rasch, was zu tun war. Es funktionierte, so wie es auch bei den Nähworkshops läuft – fast ohne Worte. Man sieht die anderen tun und tut es dann auch.

Nachdem zwei hübsche Kürbisdekos gebastelt waren, schauten wir uns noch etwas im Kinderfreundehaus um. Vor allem die lustigen Bewegungsspiele fanden Anklang, die zwei Pedalos waren im Dauereinsatz. Immer gab es dabei eine Hand, die den Kindern gereicht wurde, um dieses nicht ganz einfache Bewegungssspiel zu lernen. Zwischendurch wurde auch gemalt und die Kinderküche bestaunt. Abschließend stellten sich die Kinder noch für ein „NÖN-Foto“ zusammen. Ein Ritual, das die Kinder schon gut beherrschen.

Nach knappen zwei Stunden gingen wir wieder nach Hause, oder besser fuhren wir nach Hause, denn Franz hatte uns aufgrund des inzwischen einsetzenden, heftigen Regens mit dem Auto abgeholt. Beim Hinausgehen schenkte Bettina Pitterle Parisa und Paria noch zwei Papiermasken. Das war natürlich eine ganz besondere Freude.

Und ich stelle fest, dass alles gut gelaufen war, obwohl ich „meinen“ Leuten nicht die tiefere Bedeutung von Halloween erklärt habe. Vieles verdeutlicht sich in unserem Leben und unserer Kultur zum Glück ja auch ohne Worte. Grundsätzlich plage ich mich ein wenig mit dem komplexen Begriff Integration, was bedeutet er konkret, von Fall zu Fall? An diesem Nachmittag war es mir klar: zuschauen und nachmachen, ganz einfach!

Alexandra Eichenauer-Knoll

 

 

 

 

(Deutsch) Das Simorgh Theater-Österreich spielt in Hainfeld

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Franz und ich kennen Mohammad Ahmadi, 29 und Hussein Rezai, 28 schon seit bald zwei Jahren. Franz hat Mohammad die Teilnahme an einem Filmworkshop von Sonja Wessel im Sommer 2016 vermittelt, danach folgte ein Auftritt bei unserem ersten Kulturfest. Damals lernten wir Mohammad als professionellen und liebenswerten Pantomimen kennen. Dem folgten weitere Auftritte bei verschiedenen Veranstaltungen (Kulturfest Terra Madre Amor in Mitterbach und Tuwas-Fest in Rohrbach: „Jäger“, Comedor-Kulturfest am 1.8.2017 in Hainfeld: „Bushaltestelle“). Alle Stücke hat Mohammad Ahmadi gemeinsam mit seinem besten Freund Hussein Rezai einstudiert.

Beide Männer stammen aus Afghanistan und haben in Herat studiert. Mohammad hat das Lehramt für Geografie und Geschichte studiert und Hussein Journalistik und PR. Beide verbindet die Leidenschaft für das Theater und ihre Arbeit für das Simorgh-Büro in Herat. Seit kurzem wohnen sie wieder zusammen und können nun intensiver proben.

Derzeit bereiten Mohammad Ahmadi und Hussein Rezai ein Stück vor, das im Rahmen des ATINÖ-Theaterfestivals in Hainfeld am 21. Oktober aufgeführt wird. Mich interessiert ihre Arbeit schon lange und daher besuchte ich sie, um Näheres zu erfahren. Ich sprach vor allem mit Hussein, der schon besser Deutsch kann.

Alexandra: Seit zwei Wochen wohnt ihr jetzt schon am Lebensgut Miteinander in Rohrbach an der Gölsen. Wie geht es euch hier?
Hussein: Hier ist ein guter Platz mit guten Menschen. Im Moment ist eine Familie aus Frankreich da, abends kochen und essen wir zusammen, wir spielen auch. Wir spielen ein französisches Spiel namens Momo und ein Kartenspiel mit 8 Würfeln. Da weiß ich den Namen nicht. Es ist sehr lustig. Viele Menschen sitzen und spielen, bis zu 8 Personen um einen Tisch.

Alexandra: Ihr bereitet euch derzeit intensiv auf das Theaterfestival am 21. Oktober vor. Wie heißt das Stück, an dem ihr probt?
Hussein: Ich bin ein Mensch. Das Stück handelt von einer Familie, deren Leben durch eine Bombe zerstört wird. Die Mutter bleibt am Leben und denkt zurück.

Alexandra: Ein sehr schwerer Stoff, wie werdet ihr das darstellen?
Hussein: Wir mischen klassische und moderne Elemente. In der ersten Sequenz wird alles mit Schattentheater und Musik dargestellt. In der zweiten Sequenz gibt es Pantomine und Dialog. Wir sprechen Deutsch und Dari. In der dritten Sequenz ist die Frau alleine und singt.

Alexandra: Wer wird mitspielen?
Hussein: Es spielen fünf Personen mit, und eine Person ist im Hintergrund und hilft beim Umziehen und bei Licht, Sound und Vorhang. Die Personen auf der Bühne sind Mohammad und ich, Ali, seine Frau Razieh aus Hainfeld und Omulbenin, ein Mädchen im Volksschulalter, die mit ihren Eltern in Rainfeld wohnt. Sie spricht am besten Deutsch und wird einen Text lesen. Wir proben im Comedor del Arte. Ich danke Franz Witzmann dafür, dass er den Comedor gemacht hat. Da kann man hingehen und sprechen, Tee trinken und spielen.

Alexandra: Wer hat das Stück geschrieben?
Hussein: Ich habe das Stück geschrieben. Ich schreibe ca. seit 2010, vier Stücke habe ich in Afghanistan geschrieben, drei in Österreich mit diesem jetzt. Mohammad macht die Regie.

Alexandra: Was ist dir wichtig bei der Regiearbeit?
Hussein spricht für Mohammad: Er liebt die Regiearbeit. In Afghanistan hat er immer versucht, mit seiner Arbeit die Probleme in der Gemeinschaft aufzuzeigen, z. B. wenn in einem Spital schlecht gearbeitet worden ist. Er hat sich mit unfairer Behandlung der Frauen oder mit Ungerechtigkeiten gegen Frauen in den Familien beschäftigt. Mohammad hat mir das Thema gesagt und ich habe dann dazu ein Stück geschrieben.

Alexandra: Wo habt ihr in Afghanistan Theater gemacht?
Hussein: Wir haben für das SIMORGH-Film und Theaterbüro gearbeitet. Simorgh ist ein großer Vogel in der iranischen Kultur, der Menschen hilft. In diesem Büro haben 50 Personen gearbeitet. Eine Gruppe war für Kinder, eine für Erwachsene. Das Büro wurde von Abdul Haki Hamidi 2005 gegründet. Er ist ein berühmter Schrifsteller und Menschenrechtsaktivist. Die Leute sind zu uns in das Büro gekommen und haben das Theater angeschaut. Das Büro war auch auf verschiedene Festivals eingeladen, viermal in Indien, einmal in der Türkei, in Bangladesh und in Deutschland, dreimal in Schweden und auch in Amerika. Es gab auch Workshops amerikanischer Künstler bei uns in Herat. Auch Munira Hashimi, eine berühmte Regisseurin, hat mit dem Simorgh-Theater gearbeitet. Mohammad und ich haben in der Gruppe für Erwachsenentheater gespielt.

Alexandra: Gibt es das Büro noch?
Hussein: Nein, inzwischen ist das Büro geschlossen, Abdul Haki Hamidi ist nach Frankreich gegangen. Er hat zu viele Probleme bekommen, vor allem wegen der Arbeit mit und über die Frauen. Die Arbeit mit Ausländern und Frauen ist bei den Taliban verboten. Zuerst wurde in einer Moschee eine Fatwa gegen das Büro ausgesprochen. Dann kam ein Anruf mit einer Morddrohung und das dritte Mal haben Mohammad und ich einen Drohbrief bekommen. Vor allem wegen unsere Arbeit in einem Frauengefängnis. Darauf hat Abdul Haki Hamidi das Büro geschlossen. Wir beide waren also bis zum Schluss dabei.

Alexandra: Wo sind die anderen der Gruppe?
Hussein: Ein Teil ist nach Schweden gegangen, ein Teil nach Deutschland, in die Türkei, nach Indien und den Iran, Mohammad und ich sind in Österreich. Ein paar wenige sind in Afghanistan geblieben. Wir sind alle Hazara, eine Volksgruppe, die von den Taliban besonders verfolgt wird.

Alexandra: Seid ihr noch in Kontakt?
Hussein: Ja, wir sind teilweise noch in Kontakt.

Alexandra: Habt ihr Wünsche für die Zukunft?
Hussein: Ich möchte in Österreich leben. Ich möchte nicht in Angst leben. Ich möchte auf die Universität gehen und Kommunikation studieren. Außerdem möchte ich Theater spielen.
Mohammad: Ich möchte heiraten und eine Familie gründen. Und ich möchte Theater und Film machen.

Alexandra: Danke für das Gespräch! Ich wünsche euch beiden viel Erfolg!
Mohammad: Danke! Ich möchte auch allen danken, die uns hier in Österreich helfen, besonders Frau Roswitha aus Marchegg, sie hat mir besonders viel geholfen.

In der Fotogalerie sind ein paar Bühnenfotos der beiden Künstler.

 

Und hier gibt es Links zu Youtube-Videos des Simorgh-Theaters:

https://youtu.be/j9yHBN-yh5g

https://youtu.be/6knyy7fcmw54

https://youtu.be/iVUUpuir3NI

https://youtu.be/_RDtFxrf0X4

 

Nachtrag

Inzwischen ist der Auftritt vorbei, es ist alles gutgegangen, auch das Team von ATINÖ war total nett. Die Künstler und wir Betreuer wurden sogar vor Festivalbeginn zum Mittagessen eingeladen. Die Aufführung selbst war sehr berührend, für die österreichischen Zuschauer, aber auch für die zahlreichen afghanischen Freunde, die da waren. Ging es doch in dem Stück um die verzweifelte Lage der Hazara in Afghanistan. Interessant war für mich persönlich auch, wie wortgewaltig und stark Hussein die Figur eines Taliban verkörperte. Hussein spricht schon relativ gut Deutsch und trotzdem ist die fremde Sprache naturgemäß schwierig für ihn und er ringt immer wieder um Worte. Das lässt ihn dann leise und unsicher erscheinen. Umso aufregender ist es zu sehen, wie souverän er in der eigenen Muttersprache wirkt. Da kann er Sprachkraft und natürlich auch sein professionelles Können als Schauspieler wirklich ergreifend rüberbringen.

Auf dem Flipchart, das für Feedback im Gang aufgestellt war, wurden auch viele starke und mitfühlende Worte geschrieben. Alles in allem ein schöner Erfolg für die Künstler und für uns als Vermittelnde vom Comedor del Arte. Vielleicht ergibt sich ja noch die Möglichkeit, das Stück andernorts aufzuführen. Wir würden solche Gelegenheiten natürlich gerne wieder begleiten.

We sew angels made out of fabric

The motto of Holiday city Hainfeld 2017 is: City of Angels Hainfeld

During our next sewing Saturday we will therefore produce angels made out of fabric. The angels will be used to decorate the Christmas trees at the “Kreativmarkt”. Elisabeth Hasler from Naehcafe Was Ihr Wollt! will be leading the workshop.

We are looking forward to many sewing participants – both old time locals and newcomers to Hainfeld. Donations of sewing materials for the angels is appreciated.

Saturday, Oct 7, 2017; 2pm – 6pm
Sewing room at Comedor del Arte

Further information or questions:
Alexandra Eichenauer-Knoll
0664 / 10 26 798

(Deutsch) Besser Youtube hören als Grammatik pauken

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Auf Einladung des BHW fand am 5.9. im Comedor del Arte ein Workshop für ehrenamtliche Leiter/innen von Deutsch-Lerngruppen statt. Eingangs erzählte Mag. Andreas Pechter von der Koordinationsstelle für Ausländerfragen des Landes NÖ über die aktuelle Aufgabenverteilung in der Betreuung von Asylwerbern. Dann gab Martin Weinberger, ein erfahrener DaF/DaZ-Trainer des ÖIF, den anwesenden 12 Personen wertvolle methodische Tipps und Anregungen. Ich habe mir eifrig Notizen gemacht und möchte an dieser Stelle ein paar Erkenntnisse dieses Nachmittags niederschreiben.

1. Man muss zwischen Deutsch-Lerngruppen und Kursen unterscheiden. Wir im Comedor bieten bislang eigentlich Deutsch-Lerngruppen an – mit wechselnden Teilnehmer/innen und unterschiedlichen Sprachniveaus. Ein Kurs hingegen ist in der Definition des ÖIF an ein bestimntes Niveau gebunden. Eingangs gibt es einen Test, der das Niveau des Teilnehmenden bestimmen soll. Ein Kurs dauert dann 5 Wochen mit 16 Unterrichtseinheiten und ist auf 16 Teilnehmern beschränkt. Also auch die Dauer und die Teilnehmerzahl sind im Gegensatz zu unserem Angebot genau fixiert.

2. Egal, ob Kurs oder Lerngruppe. Es ist wichtig, sich als Lehrender immer wieder folgende Frage zu stellen: Welche Fertigkeiten möchte ich mit der Übung trainieren? Prinzipiell können die Fertigkeiten Schreiben, Sprechen (monologisches Fließsprechen oder dialogisches Sprechen), Lesen sowie Hören geübt werden. Besonders bei Anfänger/innen sollte das Hauptaugenmerk auf die Fertigkeiten Sprechen und Hören gelegt werden. Es ist also sinnvoller, mehr Zeit in das wiederholte Hören von Youtube-Videos zu investieren als in die Abarbeitung von Grammatik- oder Lückentexten. Grammatik, meinte Martin Weinberger etwas provokant, sei – ähnlich wie die Astrologie – eine Erfahrungswissenschaft und für den Spracherwerb nicht so wichtig. Wichtiger sei es Sprache und somit auch Grammatik durch das wiederholende Üben von Formeln zu lernen. Beispiel: Wir gehen in das Haus; der Ball ist auf dem Tisch usw. Wir denken ja auch nicht beim Sprechen, welchen Fall wir jetzt verwenden müssen (3. oder 4. Fall?) und wie der jeweilige Artikel dekliniert wird, sondern wir verwenden automatisch die richtige Phrase.

3. Auch die soziale Dimension des Lernens darf nicht unterschätzt werden. Fortgeschrittenere Schüler können als Hilfslehrer fungieren, z. B. als Adjudant oder Sekretär. Das stärkt die guten Schüler und motiviert sie. Negative soziale Erfahrungen können sich wiederum prägend auf die Beziehung zur neuen Zweitsprache auswirken. Sätze wie „Du kannst nicht gut genug Deutsch!“ sind nicht motivierend und sollten vermieden werden.

4. Es gibt drei Lerntypen. 70% – 80% nehmen Informationen visuell auf, ca. 25% auditiv und eine ganz geringe Zahl ist haptisch gepolt. Menschen, die gut auditiv lernen, können leichter ins Sprechen kommen, lernen allerdings oft ein typisches Gastarbeiterdeutsch. Martin Weinberger rät auf jeden Fall zu authentischen Hörübungen und empfiehlt wiederholtes Hören von Menschen, die in kurzen, normalen Alltagssituationen reden, vielleicht sogar im Dialekt und in einem realistischen Tempo. Die Schüler müssen sich an den spezifischen Klang und Rhythmus der Sprache in einer Region gewöhnen. Besser die Hörprobe öfters wiederholen, statt zu unterbrechen und zu erklären. Dazwischen kann man sich mit den Nachbarn über Unverstandenes austauschen.

5. Für den Einsatz von Übersetzern gibt es keine Regel. Es kann sinnvoll sein, vor allem bei der Erklärung einzelner Wörter, es kann aber auch problematisch sein, wenn falsche Übersetzungen gemacht werden.

6. Prinzipiell sind Kreativität und Abwechslung gefragt. So kann z. B. die Koppelung an Bilder, Gegenstände, Gedichte, Lieder, Orte, Farben oder sinnliche Eindrücke hilfreich sein Auch Bewegung zwischendurch ist sinnvoll. Wenn es das Zeitbudget eines Ehrenamtlichen erlaubt, wäre also die Auseinandersetzung mit Memotechniken ein Fundgrube für kreative Ideen. Zum Abschluss noch ein konkreter Tipp: Wann merken sich Menschen etwas leichter? Na z. B wenn etwas extrem ist – also extrem groß oder extrem komisch. Ein sprachliches Hoppala merkt man sich folglich leichter. Und man kann darüber auch herzhaft lachen.

Alexandra Eichenauer-Knoll

(Deutsch) Digital Storytelling – ein Film über das Making of

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Sonja Wessel hat bei uns heuer den Workshop „Digital Storytelling“ geleitet. Wir haben die aus Bayern stammende Medienkünstlerin letztes Jahr beim Mostviertelfestival kennengelernt und  waren von der Methode als auch von ihrer fürsorglichen und liebenswerten Art sofort begeistert. Die Technik des Digital Storytelling verbindet die uralte Tradition des mündlichen Geschichtenerzählens mit multimedialer Computertechnik. Eine kurze, auf die wesentliche Aussage reduzierte Geschichte, erzählt mit der eigenen Stimme des Autors, wird verstärkt durch die Verknüpfung mit Bildern und Musik. Die Bilder können aus dem Fotoalbum stammen oder auch speziell für die Geschichte fotografiert, gefilmt, gemalt oder aus anderen Quellen ausgesucht und gescannt werden. Durch ihre persönliche Perspektive, die audio-visuelle Verbindung und die Kürze des Film (3-5 Minuten) entsteht so eine ganz eigene, besondere Intensität und Kraft.
Wie vielfältig und aufwändig diese Arbeit ist, zeigt ein 11-minütiges Video, in dem Sonja Wessel das „Making Of“ der Filme erklärt, die im Comedor del Arte zwischen 24. und 28. Juli 2017 entstanden sind.
Die Filme des Workshops wurden anschließend auf dem Comedor-Kulturfest am 1. August 2017 im Kultursaal der Stadt Hainfeld gezeigt. Zum Schutz der Privatsphäre werden sie auf unserer Website nicht veröffentlicht. Bei Interesse zeigt Franz Witzmann sie aber gerne im Comedor her.

Sonja Wessel über ihren Zugang zum Digital Storytelling:
Nach elf Jahren als  Pädagogin in einer Kreativ-Werkstatt für Kinder und Jugendliche in Bayern suchte ich nach einer neuen Aufgabe und reiste ein Jahr durch die USA. Nicht wie erwartet in der Natur oder in der indianischen Kultur fand ich sie, sondern, zu meiner Überraschung, am Computer. Digital Storytelling faszinierte mich so sehr, dass ich diese multimediale Ausdrucksform zum neuen Berufsfeld machte und die Mobile Wirkstatt für Digitales Geschichtenerzählen gründete.
Digitale Geschichten berühren Herzen, inspirieren und schaffen Gemeinschaft!

Mehr Infos dazu gibt es auf ihrer Website:
http://www.medienwirkstatt.com/Stories.html

Danke an die Leader-Region, die diesen Workshop unterstützt hat!

(Deutsch) Ein begeistertes Miteinander – Marianne Plaimer im Gespräch

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Die Künstlerin und Pädagogin Marianne Plaimer war heuer zum zweiten Mal im Comedor del Arte und bot am 3. und 4. August 2017 ein Workshop an. Kinder und Erwachsenen bastelten wieder mit großer Begeisterung Figuren, sogenannte Avatare. Dabei kommen alte Kartons zum Einsatz, die verklebt und abschließend mit leuchtenden Acrylfarben bemalt werden. Zum Ende des Workshops stellte ich Marianne ein paar Fragen.

Liebe Marianne, wie war der Workshop im Vergleich zum letzten Jahr?

Marianne Plaimer: Die Arbeit im Comedor del Arte war für mich wieder sehr motivierend. Es ist schön zu sehen, wie engagiert hier alle zusammenarbeiten. Als ich ankam, lagen schon viele Materialien bereit, gesammelt von lieben Menschen. Schachteln und andere interessante Verpackungsmaterialien sind ja der „Grundstoff“ für die Avatare. Und auch heuer war ich wieder davon berührt, wie Erwachsene den Kindern beim Bauen der Figuren zur Seite standen oder selbst Avatare erschufen. Mohammed! Er macht das mit so viel Freude und Einfühlungsvermögen. Durch diesen Einsatz auch waren die Kinder bestens betreut und es ging um einiges leichter im Vergleich zum Vorjahr, als noch alles neu war.

Es war urheiß und trotzdem haben die Kinder sehr konzentriert gearbeitet, ist das normal?

Marianne Plaimer: Ja, ich glaube schon. Kinder sind so begeisterungsfähig. Sie sahen die Materialien, die verschiedenen Schachteln und Farbflaschen. Außerdem sahen sie das, was daraus entstehen kann – ich zeigte ihnen fertige Avatare –  und die Kinder wollten sofort loslegen. Die Hitze, so schien es, konnte sie da überhaupt nicht bremsen.

Haben sich deine Avatare weiterentwickelt? Du gibst ja auch etwas vor.

Marianne Plaimer: Die Vorgabe besteht darin, den Kindern bestimmte Materialien zur Verfügung zu stellen, aus denen sie eine Figur bauen dürfen, die für sie selbst stehen soll –  einen Avatar. In diesem Jahr sind wieder ganz andere Avatare entstanden. Eine Weiterentwicklung dieses Themas gibt es insofern, als dass es variiert wurde. Beeindruckend finde ich, dass die Kinder sich von den schon vorhandenen Figuren kaum beeinflussen ließen, vielmehr setzten sie ihre spontanen Ideen zielstrebig um, und die Ergebnisse sind super.

Was bleibt dir in Erinnerung?

Marianne Plaimer: Das Miteinander hier im Comedor, der respektvolle Umgang der Menschen untereinander, auch das Einwirken und die Mithilfe der hier ansässigen Menschen. Darüber berichte ich gern, wenn ich von unserem Avatar-Projekt hier erzähle.

Mohammad Ahmadi ist Schauspieler und arbeitet hier in Österreich auch sprachlich bedingt mit den Mitteln der Pantomime. Als er die große Raupe bemalte, dachte ich, vielleicht könnte er das mal für ein Theaterstück brauchen.

Marianne Plaimer: Jaaa! Und schon könnte eine neue Projektidee entstanden sein! Vielleicht entwickeln wir gemeinsam mit Mohammed und Hussein ein Projekt: bildende Kunst und darstellendes Spiel als Einheit. Die filmische Dokumentation dieses Prozesses wäre sehr spannend.

Die Fragen stellte Alexandra Eichenauer-Knoll.

Fotos: Franz Witzmann

 

Danke an die Leader-Region, die diesen Workshop unterstützt hat!

(Deutsch) Das war unser Comedor del Arte Kulturfest!

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Auf der Suche nach einem Präsentationsort für die Filme aus dem Workshop mit Sonja Wessel fragte Franz den Hainfelder Kulturstadtrat Norbert Scharaditsch, ob es möglich wäre, die Filme am 1. August im Kultursaal zu zeigen. Prompt und unkompliziert kam die Zusage.  Darauf entstand bei uns die Idee, doch gleich ein Kulturfest zu veranstalten und zu zeigen, was in den letzten einenthalb Jahren bei uns so alles passiert ist.  Und los ging´s!

Ich gestaltete Einladungen, und die sandten wir an offizielle Vertreter und alle Personen, mit denen wir in Kontakt stehen. In der Woche vor dem Fest wurde es dann intensiv. Die Musiker probten, im Filmworkshop wurde hart von Montag bis Freitag gearbeitet und drei afghanische Schauspieler, Mohammad Barbari, Mohammad Ahmadi und Hossein Rezaie, probten für ihr Theaterstück. Ich war vor allem damit befasst, alles mögliche für die Ausstellung zusammenzusuchen.

Am Vorabend des Festes bauten wir diese dann im Gang vor dem Kultursaal auf. Wir präsentierten die Ergebnisse der Nähworkshops – Taschen und Puppenkleider – sowie Basteleien, Kinderzeichnungen, die handwerklich perfekten Arbeiten von Ramazan Sadegi (einen selbst geflochtenen Weidenkorb und einen kleinen Teppich) und das ABC-Spiel mit den Zeichnungen von Somayeh Naserifar. Außerdem hängten wir eine Stellwand voll mit Zeitungsartikel über den Comedor, sowie eine weitere mit den Unterstützungserklärungen, die Franz so zahlreich für die Menschen vor dem Interview schreibt. Auch gab es Platz für eine Gemüsekiste vom Lebensgut Miteinander, unserem Kooperationspartner. Wir sind ja Verteilerstation der Gemüsekisten im Raum Hainfed. Auch die großen Avatare aus dem Workshop mit Marianne Plaimer wurden gut sichtbar präsentiert.

Dienstagfrüh dann letzte Vorbereitungen: Mitgliedsbeitrittserklärungen und Flyer auflegen, Spendenboxen aufstellen, Kuchen backen und vor allem Generalprobe um 10 Uhr. Sonja Wessel machte sich mit der Technik im Kultursaal vertraut.

Abends um halb sieben war es dann soweit. Die ersten, gut gelaunten Gäste erschienen. Eine halbe Stunde später war der Kultursaal gut gefüllt – trotz der großen Hitze und trotz des sommerlichen Termins. Etwas über  90 Personen, vor allem viele Einheimische, Förderer und mit Flüchtlingen befasste Menschen, nutzen die Gelegenheit, sich zu informieren und natürlich auch um sich zu unterhalten.

Franz begrüßte die Gäste. Neben dem Bürgermeister waren auch zahlreiche Stadt- und Gemeinderäte erschienen. Und auch andere für uns wichtige Personen. So war DI Petra Scholze-Simmel, die Geschäftsführerin des Leaderbüros in Kirchberg/Pielach, anwesend, ebenso wie Dr. Gertrude Eigelsreiter-Jashari, die Infomaterial über das Bildungs-und Heimatwerk Blickpunkt Deutsch auflegte. Am 5. September gibt es ja bei uns ein Seminar zum Thema Didaktik. Auch einige Mitarbeiterinnen der Rotkreuz-Tafel waren anwesend.

Bürgermeister Albert Pitterle sprach Grußworte im Namen der Stadt. Und er dankte Franz und mir zu dem großen Einsatz für Integration. Meine Aufgabe war es dann, mich bei allen Menschen zu bedanken, die uns bislang unterstützt hatten. Da das sehr viele sind, teilte ich sie in 6 verschiedene Gruppen. Diese wurden durch junge Männer mit Nummernschilder repräsentiert, die nach und nach zu mir auf die Bühne traten und meine Rede auch belebten.

Dann wurden Filme aus dem Medienworkshop, das von der deutschen Medienpädagogin Sonja Wessel im Comedor del Arte geleitet worden war, gezeigt. Zahlreiche Personen waren daran beteiligt, damit nach einer Woche intensiver Arbeit zwei filmische Selbstportraits in der Tradition des „Digital Story Tellings“ gezeigt werden konnten. Leonida Morar, ein elfjähriges Mädchen mit rumänischen Wurzeln und großer Familie erzählte über ihr Leben in Hainfeld und nutzte dabei auch die Technik des Zeichentricks. Ismael Mousawi, ein 34jähriges Mann aus Afghanistan, erzählte über die traumatische Erfahrung, seine Familie ohne Verabschiedung fluchtartig verlassen zu haben, über seine Hoffnungen und sein reales Leben in Hainfeld. Danach gab es eine Bildershow mit dem Making-Of, und Sonja Wessel erzählte dazu. Das war so spannend, dass ich sie bat, daraus doch noch einen Film zu machen. Wir könnten ihn auf die Website stellen. Ich hoffe, sie findet dazu noch Zeit, denn es ist wirklich sehr interessant zu sehen, wieviele Schritte es braucht, bis so ein Film fertig ist. Und auch, wie schwierig es ist, speziell mit Flüchtlingen so etwas zu machen, denn es braucht lange, bis die Geschichte zufriedenstellend ins Deutsche übersetzt ist.

Danach wurde ein Film aus dem letzten Jahr gezeigt, nämlich von Mohammad Ahmadi, der über sein Leben als Schauspieler und Regisseur in Afghanistan erzählte. Als Mitglied der Volksgruppe Hazara wurde er in Afghanistan leider zunehmend diskriminiert, als Künstler, der sich zum Schluss für Frauen in Gefängnissen eingesetzt hatte und das noch im Rahmen eines von Amerikanern finanzierten Projektes, wurde das Verbleiben in Afghanistan letztlich lebensgefährlich. Denn der Kontakt mit Frauen und Ausländern ist für die strengen Taliban ein Nogo. Nach dem Film ging dann die Leinwand hoch und wir sahen ihn und zwei Kollegen auf der Bühne. Das Stück hieß „Bushaltelle“. Ich denke, es war für viele Zuschauer auch ein eindrucksvoller Wechsel – zuerst den Film zu sehen und dann den Menschen, der sich im Film so persönlich dem Publikum geöffnet hatte, live in einem Theaterstück zu erleben.

Den Abschluss machte ein Musikstück. Ramazan Sadegi, der nicht nur handwerklich sehr geschickt ist, überdies ein engagierter Fußballer ist und ebenso engagiert sein Umfeld ermutigt, Deutsch zu lernen und zu sprechen, dieser liebe Mensch entpuppte sich auch als ein wirklich toller Sänger. Ich staunte nicht schlecht, wie er mit einem silberen Sakko und den schwarzen Lackschuhen von Franz auf der Bühne stand. Er sang uns ein indisches Lied – wieviele Sprachen die Menschen aus Afghanistan doch oft sprechen!  Begleitet wurde er durch den Musiker und Lehrer Mario Schagerl und seinen fleißigsten Comedor-Schüler, Farhad Mousawi.

Das Publikum zeigte sich sehr interessiert, oft auch überrascht und berührt. Es gab also genug Gesprächsstoff für einen entspannten Ausklang beim Buffet. Pardes und sein Küchenteam lieferten Bolanis aus der Comedor-Küche, Irina brachte ukrainische Vorspeisen und dann gab es noch ausreichend Kuchen von zahlreichen Spenderinnen. Mario Schagerl spielte mit 2 Kollegen entspannte Jazzmusik, was zusätzlich noch für lockere Stimmung sorgte.

Ich denke, es gab an diesem Abend viel Begegnung – zwischen Hiesigen und Zuagroasten, und auch zwischen Hiesigen, die sich bislang nicht gekannt haben. Zwei neue Personen deuteten an, dass sie am Deutschunterricht Interesse hätten. Ja, es gab überhaupt viele Anfragen, wie man helfen könne. Und auch die Taschen aus der Comedor-Nähstube wurden gut verkauft. Es war lustig zu sehen, wie sie die Besucher mit Freude trugen und wie die liebgewonnenen Stücke langsam ein neues Zuhause fanden.

Der Comedor del Arte versteht sich als Gestaltungs- und als Begegnungsgort. Wie lebendig Begegnung sein kann, das wurde an diesem Abend sehr gut spürbar!

Hainfeld, 3. August 2017

Alexandra Eichenauer-Knoll

PS: Großer Dank an Robert Steineck für die vielen schönen Fotos!

(Deutsch) Glück oder Pech?

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Der Verein „Wir Hainfelder“ veranstaltet jedes Jahr im Juni eine Lange Einkaufsnacht. Zahlreiche Attraktionen und Aktionen, Musik und Essen auf der Straße locken viele Menschen in die Stadt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, unsere Taschen aus der Comedor-Nähstube zu präsentieren. Freundlicherweise konnten wir einen Ständer vor dem Nähcafe von Elisabeth Hasler aufstellen. Leonida Morar, die bei Cornelia Fuchs in der Nähstube nähen gelernt und inzwischen schon zehn Taschen selbst angefertigt hatte, half Franz beim Aufbau und war auch immer wieder anwesend, sofern sie nicht in der Volksschule beim Musical auftreten musste oder gerade in der Stadt herumflanierte. Man sieht sie auf dem Foto neben dem Ständer und Elisabeth Hasler, etwas schwarz im Gesicht von den Resten ihrer Fledermausschminke.

Elisabeth Hasler hatte auch das Strudlgewinnspiel mitorganisiert, das neben ihrem Geschäft verkauft wurde. In jedem Stück Strudel steckte ein Zahnstocher mit einem kleinen Zettel, der entweder einen vertröstenden Spruch zum Thema Glück oder ein Gewinn enthielt. Ich habe vor dem Nachhausegehen noch sechs Strudel gekauft. Mit den Losen wollte ich am darauf folgenden Samstag den ABC-Kurs im Comedor gestalten.

Und so kams. Nachdem wir ein wenig gelesen hatten, verteilte ich die Lose. Die erste war Raziyeh. Sie las vor und gab dann den Zettel weiter, damit alle anderen auch den Text lesen konnten. Danach erklärte ich den Inhalt und schrieb Wörter für das Vokalheft auf. Es ist mir jetzt sehr wichtig, dass die Schüler/innen ein Vokabelheft verwenden und auch dessen Sinn verstehen. Und so ging es reihum, jeder las den Zettel und wir besprachen dann den Inhalt.

Es war – wie nicht anders zu erwarten – eine lustige Stunde. Und ich hoffe, alle haben verstanden, was die Wörter Glück und Pech zu bedeuten haben. Raziyeh, die als erste vorgelesen hatte, wurde mit dem Satz: „Der Weg zum Glück ist der nächste Versuch” vertröstet. Nicht leicht zu verstehen. Aber sehr bedeutsam für jemanden, der darauf hofft, in Österreich Asyl zu bekommen und schon einmal abgelehnt worden ist. Die nächsten beiden Schüler hatten Glück. Nasibe zog einen Gutschein für Haargenau Angi, den Frisörladen und Asadullah darf sich bei Maler Meier ein Geschenk abholen. Ali, den ich an diesem Tag erst kennengelernt hatte, ein charismatischer, junger Mann, las jenen Satz vor, mit dem wir uns alle gerne vertrösten: „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“. Ich denke, er hat sich darüber gefreut. Isamel hatte wieder das Glück, einen Sofortgewinn in Hainfeld zu bekommen. Er darf sich im Autohaus Grabner etwas abholen. Ich witzelte und meinte, ein Auto werde es wohl nicht sein. Er lachte. Der Letzte, der ein Los bekommen hatte, war Mohammad und auch er hatte Glück und bekam einen Gutschein für das “Wiazhaus“, ein schönes Gasthaus mit angeschlossener Greisslerei etwas außerhalb von Hainfeld. Also in Summe keine schlechte Ausbeute aus meinem Strudlankauf und eine gute Gelegenheit, etwas Abwechslung in den Unterricht zu bringen.

Da Mohammad nicht wusste, wo das ”Wiazhaus“ lag, bin ich dann hingefahren und habe ihm den Gewinn, ein Glas Marmelade und ein Glas Honig, abgeholt und in sein Quartier gebracht. Er wohnt relativ abgelegen mit seiner Familie. Während des Besuchs zeigte mir seine jüngere Schwester Pawana einige Basteleien aus Papier, die sie selbst erfunden hatte. Ich staunte über einen kompliziert gesteckten Fisch und ein Blumensträußchen. Sehr hübsch und sehr geschickt gemacht. Ich dachte bei mir, wir sollten wieder mehr basteln, es gibt so viele talentierte Kinder im Umfeld des Comedors del Arte.

Und so kommt fließend eins ins andere, der Ständer vor dem Geschäft mit unseren Taschen, daneben die Strudel mit den bunten Losen, am nächsten Tag der ABC-Kurs und dann der Besuch bei der Familie von Mohammad. Die Arbeit für den Comedor del Arte gestaltet sich oft so, es ergibt sich vieles wie von selbst, man muss nur dem folgen, das sich als nächstes auftut, einfach tun.

Einen schönen Sommer wünscht Alexandra Eichenauer-Knoll