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Das Comedor-del-Arte Weihnachtskaffeehaus 2026
Auch heuer veranstaltet der Verein „Wir Hainfelder“ einen adventlichen Kreativmarkt, bei dem unser Verein wieder das Kaffeehaus übernehmen wird. Und Joschi Matscheko wird wieder am Klavier live für gute Stimmung sorgen. Wie sagte doch ein Herr letztes Jahr? Das ist wie in einem 5-Sterne-Hotel, Kaffeetrinken und Live-Musik…
Aber auch unsere Süßigkeiten sind vom Feinstern: Renate hat sich schon als Kuchenbäckerin angemeldet. Wir freuen uns über weitere Kuchenspenden und vor allem über Besucherinnen und Besucher, mit denen wir dann gemütlich plaudern können.
Für Kuchenspenden bitte bei Alexanda melden unter: 0664 / 10 26 798 (bitte spätestens 1 Woche vorher mitteilen)
Unsere Einnahmen gehen übrigens zur Gänze an den Verein Herzverstand und werden Menschen in Not gespendet.
[/caption]„Noch lange keine Lipizzaner“ – Österreich, 2025, 92 Minuten
Regie und Drehbuch: Olga Kosanović
Auftritte u.a. von Judith Kohlenberger, Robert Menasse, Toxische Pommes
Anschließend laden wir zu einer Diskussion über den Film ein.
Im Rahmen der Kinodienstag-Schiene im Hainfelder Stadtkino wird der Film während der Demokratiewoche gezeigt. Nachher gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Was ist die Demokratiewoche?
Die österreichweite Demokratiewoche wurde vom BÜNDNIS 2025im Jahre 2025 ins Leben gerufen: Mit unterschiedlichsten Veranstaltungen wird in ganz Österreich vom 19. bis 26. Oktober 2026 Demokratie diskutiert, über die Gefährdungen informiert und auch die Tatsache, dass wir in einer Demokratie leben, gefeiert. Die Demokratiewoche ist ein gemeinsames starkes Zeichen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Als hörbarer Auftakt werden am Montag um 18 Uhr zahlreiche Chöre in ganz Österreich zu hören sein.
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Yalla! Shawarma
Mohammad Bukhari hat ein Lokal in Wien eröffnet. Wir freuen uns sehr mit ihm und gratulieren ihm zu seinem Mut, denn der Sprung in die Selbstständigkeit ist doch ein großes Wagnis und auch finanzielles Risiko.
Sein Start in Österreich begann 2011 am Klammgruberhof in Hainfeld. Mo, wie wir ihn nennen, ist von seiner Herkunft her ein Palästinenser und wuchs wie so viele in Jordanien auf. Er hat sehr viel Zeit mit Franz Witzmann verbracht und so entstand eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden.
Bei einer Kunstaktion für Jugendliche in Traisen, wo Franz als Betreuer ehrenamtlich dabei war, lernte Mo seine zukünftige Frau Rana besser kennen und lieben. Rana wiederum hat uigurische Wurzeln. Heute leben sie mit ihren drei Kindern in Wien. Wir haben noch Kontakt zur Familie, immer wieder sind sie auch auf Besuch in Hainfeld. Ranja, ihre Tochter, singt sehr gerne und freut sich, wenn Joschi Matscheko sie auf der Gitarre begleitet, Rajan, der ältere Sohn wiederum, ist ein wiffer, nachdenklicher Junge und spielt zum Ausgleich sehr gerne Fußball.
Wenn ihr also hungrig und gerade in Wien seid, dann schaut doch bei Mo vorbei: Simmeringer Hauptstraße 110 – ganz in der Nähe der U-Bahn-Station.
Und hier gehts zum Werbevideo, das ein Freund von Mo erstellt hat.
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Liudmyla Borysenko wohnt seit 2022 in Hainfeld. Die 60jährige studierte Kulturwissenschaftlerin (mit Schwerpunkt Freizeit und Urlaub) war in der Ukraine sehr vielseitig beschäftigt, u.a. im Kulturmanagement, als Rocksängerin, Wanderführerin und Kinderanimateurin. Außerdem leitete sie eine zeitlang eine Theatergruppe. Kunst ist für sie wie ein Lebenselexier und hilft ihr, ihre schwierige persönliche Situation und ihre sehr ungewisseZukunft besser auszuhalten. So malt sie derzeitlustige Katzen im Barcelona-Stil. Besonders gefallen uns natürlich die Musikerkatzen mit Gitarre, Saxophon oder die singenden Jazzkatze! Die Sujets können über die Plattform redbubble auf Produkte gedruckt und erworben werden. Wir finden, für ein Geschenk an einen Musik- und Katzenliebhaber oder eine ebensolche Liebhaberin eignen sich gut die zur Auswahl stehenden Tassen, Schürzen oder T-Shirts.
Am Ostermarkt, wo wir auch unser Kaffeehaus betreiben, war Liudmyla übrigens auch schon mehrmals aktiv. Verkleidet als Osterhase hat sie Eier an die Kinder verteilt. Denn sie liebt Kostümierungen aller Art und ist daher auch ein großer Fan von österreichischen Faschingsumzügen und dem Hainfelder Perchtenlauf.
Bereits in der Ukraine hat Liudmyla Borysenko auch Gedichte geschrieben. Bei ihrer überstürzten Flucht aufgrund der Bombardierungen, sie wohnte damals in der Nähe von Odessa, konnte sie zumindest ihren Laptop mitnehmen und damit auch ihre alten Gedichte. Das Lied „Sommernacht“, das ihr Joschi Matscheko zum gleichnamigen Gedicht komponiert hat, hat sie 2025 auf der Friedensbühne am Donausinselfest gesungen.
Und nun hat sie zusammen mit Gabriel, einem ukrainischen Musiker, ein weiteres Lied herausgebracht. Vocals und Tanzszenen sind KI-generiert, der Text ist aber echt Liudmyla – intensiv und hochemotional. In der automatischen Übersetzung klingt das so:
Du bist meine Sonne! Früher war das Leben wie jener Winter – Regen und Frost, und keine Sonne. Doch jetzt, in meinem Herzen, in meiner Seele, erleuchtet der Weg für dich und mich. Du bist meine Sonne – warm und lieb! Du bist in meinem Herzen – stark und sanft! Ich sende dir ein Lied wie ein Vogel, wie ich dieses Gebet jeden Tag singe. Der Vogel ist der Hüter des hellen Landes, mit seinen Flügeln vertreibt er die Dunkelheit des Winters. Er ruft den Frühling herbei, damit der Frost schmilzt.
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SINGEN TUT GUT!
Der Comedor del Arte war immer auch ein Ort der Kunst und Kreativität. Es gab Theater-, Gitarren- und Singworkshops, genauso wie Bastel-, Näh und Malworkshops. Kunst machen gibt etwas Würde, hat im besten Falle sogar therapeutische Wirkung.
Für unser Ostermarktcafé im März 2026 haben wir Lieder und Spiele für Kinder vorbereitet. Seit der Musiker Joschi Matscheko in unserem Verein aktiv ist, sind solche Angebote leicht und spielerisch möglich. Es ist ein Anfang, schauen wir, was noch alles möglich wird.
Joschi Matscheko in seinem Studio in Hainfeld
Hier geht es zu unseren alten und neuen Liedern für den Ostermarkt – zum Nachhören – viel Spaß!
Die ersten Frühlingsboten (Text und Musik: Alexandra Eichenauer-Knoll, Klavier und Gesang: Joschi Matscheko)
Komm! Wir malen Ostereier (Text und Musik: Alexandra Eichenauer-Knoll, Klavier und Gesang: Joschi Matscheko)
Kommt zu Tisch! (Text und Musik: Alexandra Eichenauer-Knoll, Klavier und Gesang: Joschi Matscheko)
Komm, wir suchen Osternester! (Text und Musik: Alexandra Eichenauer-Knoll, Klavier und Gesang: Joschi Matscheko)
Die Hasen rasen durch den Wald (Musik: Traditional, Osterhasen-Textvariante: Alexandra Eichenauer-Knoll, Klavier: Joschi Matscheko, Gesang: Joschi und Alexandra)
Ein Huhn, das fraß (Text/Musik: Traditional, Klavier: Joschi Matscheko, Gesang: Joschi und Alexandra) Zuerst einstimmig, dann im Kanon gesungen.
Klein Häschen wollt spazieren gehen (Text/Musik: Heinrich von Leipziger/Asmus, Klavier: Joschi Matscheko, Gesang: Joschi und Alexandra)
Eine Bühne für starke Frauen
Wir freuen uns natürlich auch, dass Mika Israpilowa beim Ostermarkt ein paar Lieder singen möchte. Sie war ja von Anfang an, seit 2015, an der Seite von Franz Witzmann bei uns dabei. Auch für Franz Witzmann war Musik immer sehr wichtig.
Mika Israpilowa bei einem ihrer früheren AuftritteMika Israpilowa und Joschi Matscheko beim Ostercafé 2026
Und Liudmyla Borysenko hat ihr Lied Sommernacht, das ihr von Joschi Matscheko geschrieben worden ist, bereits dreimal bei verschiedenen Gelegenheiten (Flüchtlingsbühne Donauinselfest 2025, zwei ukrainische Musikfestivals in Wien und Barcelona) aufgeführt. Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen zu helfen. Und es mit Kunst zu versuchen, ist eine besonders herzerwärmende… . 😉
Liudmyla Borysenko am Donauinselfest 2025 (Menschenrechtsbühne)
Easter Market Days with Herzverstand
Similar to the Christmas market, our club Herverstand will be responsible for the cafe at the Easter market in Kultursaal Hainfeld. We are looking forward to many visitors and interesting conversations!
Easter and Spring Market 2026
Saturday March 14, from 9am to 6pm
Sunday, March 15, from 10am to 5pm
Liudmyla Borysenko and Hossain Rezaie, our „Easter Bunnies“, will distribute Easter eggs to the children: Saturday and Sunday: 2pm to 15.30pm
Singing and playing with children: Saturday and Sunday, 3 to 4pm
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Worum geht’s? Die Initiative Bündnis 2025 veranstaltet vom 20. – 26.10.2025 erstmals eine Demokratiewoche. Wir vom Verein Herzverstand beteiligen uns daran und organisieren gemeinsam mit Benno und Maria Kapelari sowie Erich Lux, alle ausgebildeten Dialogkreisbegleiter:innen, am 21.10. zwei Veranstaltungen in Hainfeld.
Warum tun wir das? Eine lebendige Demokratie braucht uns alle! Demokratische Verhältnisse müssen immer wieder neu errungen, geschützt, verteidigt und weiterentwickelt werden. Wir brauchen Menschen in unserem Land, die für Solidarität, die Achtung der Menschenwürde und sozialen Zusammenhalt einstehen.
Am 21. Oktober üben daher wir in Hainfeld, wie wir uns achtsam und respektvoll begegnen können – offen und vorurteilsfrei: Im Aussprechen dessen, was mir wichtig ist und im respektvollen Umgang mit der Meinung des anderen.
Erste Veranstaltung
GEHÖRT WERDEN TUT GUT! NIMM PLATZ, ICH HÖRE DICH. EIN VERSUCHSFELD ZUM ZUHÖREN
Wann: DI 21.10.2025 14:30 –16:00 UHR
Wo: Victor-Adler-Platz, 3170 Hainfeld
(bei Schlechtwetter im Durchgang neben der Apotheke)
Auf vier Sesseln sitzen Menschen, die jeweils einer Person zuhören möchten. Einfach nur zuhören. Das Gehörte bleibt selbstverständlich vertraulich. Du kannst erfahren, wie es dir geht, wenn dir offen und vorurteilsfrei zugehört wird. Die Zuhörenden sind ausgebildetete Dialogkreisbegleiter: innnen.
Zweite Veranstaltung
DEMOKRATIE GEHT MICH AN. EIN DIALOGKREIS FÜR ALLE ZUM THEMA DEMOKRATIE UND ICH
In der Einführung werden die Grundprinzipien des Dialogs erklärt, wie beispielsweise: Jede Stimme ist gleich wichtig, es geht um die persönliche Sicht, dem Sprechenden wird achtsam und vorurteilslos zugehört oder die Vielfalt der Meinungen ist willkommen.Die Veranstaltung wird vom Mitbegründer der Dialogakademie Benno Kapelari sowie weiteren ausgebildeten Dialogkreisbegleiter:innen betreut. Benno Kapelari ist außerdem (gemeinsam mit Jutta Wieser) Autor des Buches »Dialog – Kraft der Veränderung. Vom Gelingen unserer Beziehungen«
Im Anschluss gemütlicher Ausklang mit Getränken und Brot.
INFO
Die Demokratiewoche findet österreichweit statt.
In NÖ sind Veranstaltungen in Amstetten, Baden, Eggern, Gmünd, Hainfeld, Stockerau und St. Pölten geplant: https://zusammenhaltnoe.at/
Die Veranstaltungen in Hainfeld werden vom Verein Herzverstand organisiert. Rückfragen bitte an Alexandra Eichenauer-Knoll: alexandra@comedordelarte.at, Mobil: 0664/1026798
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Generalversammlung Verein Herzverstand
AGENDA:
2 Jahres-Bericht
Neuwahl der Vorstandsmitglieder
Anträge, Gespräche
Donnerstag, 24. April 2025
17.00 Uhr
Bitte um Anmeldung bei Alexandra Eichenauer-Knoll:
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Diese Punkte hat Herzverstand-Obfrau Alexandra Eichenauer-Knoll für den Verein #zusammenhaltNÖ erarbeitet. Sie wollte sich damit in erster Linie erstmal selbst klar darüber werden, warum es Sinn macht, dass sich der Verein Herzverstand in NÖ mit anderen Initiativen vernetzt und gemeinsam für eine stabile und widerstandsfähige Demokratie in Österreich eintritt.
Gute Gründe gibt es jedenfalls genug. Es hilft also, unser Tun gelegentlich auch tiefer durchzudenken:
Warum ist eine engagierte Zivilgesellschaft wichtig? Warum braucht es ein zivilgesellschaftliches WIR?
WIR sind unabhängig (von den Zwängen des Wiedergewählwerdenwollens und somit populismusresistent)
WIR sind ehrenamtlich engagiert und somit nicht erpressbar
WIR sind schnell (sehr flache Hierarchien in den Vereinen, wenig Bürokratie)
WIR sind unseren Werten treu und müssen daher unsere Meinung nicht ändern wie andere, die im rechten Mainstream mitschwimmen, wir sehen die Geschehnisse 2015 nicht als Versagen, sondern als Positivbeispiele für die Handlungsstärke der Zivilgesellschaft, die Menschenrechtskonvention ist für uns noch immer eine Richtschnur
WIR sind nah am Geschehen, manche Politiker:innen sind ja meilenweit von den Menschen weg, über die sie sprechen, wir haben Kontakt, teilen das Leid und unterstützen konkret, übernehmen eventuell sogar staatliche Leistungen, geben zB Geld,
wenn Schutzsuchende aus der Grundversorgung fallen
wenn sich Asylwerber mit der NÖ-Bezahlkarte keine Tickets kaufen können
WIR sind Experten vor Ort und können mit guten Beispielen beweisen, dass Integration vor Ort funktionieren kann
WIR sind ein ernstzunehmendes Gegengewicht zu den anderen Akteuren in unserer Gesellschaft. Mit Partizipationsprojekten, wie zB Integrationsbeiräten in Kommunen, können wir unsere Kompetenz auch konkret vor Ort einbringen.
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Zukunft im Ohr – Der neue LEADER-Podcast
Der neue LEADER-Podcast lädt dazu ein, Österreichs Regionen auf andere Art kennenzulernen und sich inspirieren zu lassen. In zwölf spannenden Folgen erzählen engagierte Menschen von Projekten und Ideen, die das Leben am Land bereichern – von nachhaltiger Landwirtschaft über Kulturinitiativen bis hin zu innovativen Ansätzen für Jugendbeteiligung.
Erfrischend moderiert von Stefan Niedermoser, Obmann des LEADER-Forums Österreich, bieten die Gespräche einen inspirierenden Einblick in die Vielfalt des ländlichen Raums.
Im Podcast Nummer 3 durfte die Herzverstand-Obfrau, Alexandra Eichenauer-Knoll, über ihre Erfahrungen erzählen. Der Comedor der Arte wurde ja drei Jahre von der Leader Region finanziell und auch fachlich unterstützt. Parallel dazu spricht Marika Gruber von der FH Kärnten – ein spannendes Miteinander von Forschung und Praxis!
S-Mitmensch und wird in NÖ von#zusammenHalt NÖ organisiert.
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Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie, hat 2024 ein schmales Büchlein von 70 Seiten im Taschenbuchformat veröffentlicht. Es ist ein Essay, den jede/r lesen sollte, der oder die beim Thema Armut mitreden möchte. Der Titel „Brot und Rosen“ bezieht sich auf eine Forderung von Textilarbeiterinnen in Massachusetts vor etwas 100 Jahren, die sich nicht nur für ein besseres Einkommen, sondern auch für Anerkennung und Vertrauen einsetzten.
Der Autor verweist auf zahlreiche Studien, die alle bestätigen: Wer arm ist, wird in mehrfacher Hinsicht zusätzlich bestraft.
Armut ist einer der existenziellsten Formen von Freiheitsverlust, so Schenk, denn durch sie wird auch der Möglichkeitsraum geraubt, zB auf freie Entscheidungen oder Erholungsphasen. Dauerstress, Diskriminierung und spürbare Vorurteile wirken sich auf die Aufmerksamkeitsspanne aus und schwächen so indirekt die Leistungsfähigkeit.
Die langläufige Meinung fordert aber genau das Gegenteil: Strengt euch doch einfach mehr an! Denn die säkulare, meritokratische Ordnung von heute, das weltliche „Wohlstandsevangelium“, so Schenk, macht uns glauben: „Jeder schafft es, wenn er nur will“. Noch fragwürdiger wird es, wenn dieses Dogma noch moralisch aufgeladenen wird im Sinne von: „Die Erfolgreichen schaffen es aus eigener Kraft, doch ihr Erfolg bescheinigt ihre Tugend.“ An diesem Punkt kann es sich der Sozialexperte nicht verkneifen, auf das lutherische Verständnis von Gnade als unverdientes Geschenk hinzuweisen.
Vorurteile wie diese erzeugen bei den Betroffenen Beschämung, Ohnmacht und Einsamkeit. Was gerade einkommensschwache Menschen aber bräuchten, wären Freunde, Respekt und Wertschätzung und durchaus auch Erholung und Kulturerlebnisse. Sonst verlieren sie die Möglichkeit auf sinnstiftende Beziehung.
Es führt zu weit, alles genau zu beschreiben, spannend fand ich auch den Hinweis, zwischen Sach- und Dienstleistungen zu differenzieren. Während Dienstleistungen wie zB Pflegehilfe oder Kinderbetreuung die Handlungsspielräume der Betroffene erweitern, wird mit Sachleistungen der gegenteilige Effekt erzielt. Diese reduzieren die Selbstständigkeit, erzeugen ein Gefühl von Entmündigung. Hiervon könnten Entscheidungsträger in diesem Land lernen. Von der aktuell diskutierten Bezahlkarte für Grundversorgungsempfänger schreibt der Autor nichts, diese Idee ist wohl noch zu frisch. Die ersten Berichte deuten aber darauf hin, dass sie den Freiheitsspielraum noch mehr einengt und die Verzweiflung erhöht.
Wer glaubt, Armut beträfe ihn oder sie nicht und kenne auch keine Betroffenen, dem sollte dieser Hinweis von Martin Schenk zu denken geben: „Sie (Anm.: die Armutsbetroffenen) sind eine Art soziales Fieberthermometer, an dem sich negative gesellschaftliche Entwicklungen, die später viele treffen, Monate vorab zeigen.“
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Alexandra Eichenauer-Knoll hat die erste Ausstellung des syrisch-kurdischen Künstlers Ammar Mousa in Wien besucht. Hier ihr Text:
Ammar hat mich zu seiner ersten Ausstellung in einem kurdischen Zentrum im 16. Wiener Gemeindebezirk eingeladen. Ich kenne ihn von den Deutschlerngruppen am Klammgruberhof in Hainfeld. Beim Ostermarkt 2023 haben wir mit ihm ein Portraitzeichnen neben unserem Herzverstand-Stand angeboten. Ich habe Ammar immer als sehr feinen und auch ausgleichenden Menschen erlebt, der trotz eigener Probleme stets versucht hat, für andere da zu sein und in die Tristesse am Klammgruberhof auch etwas Schönheit und Würde zu bringen.
Gerne habe ich also seine Ausstellung, die in der letzten Maiwoche 2024 stattfand, besucht. Neben Bildern und Schriftgemälden präsentierte er dort Drahtskulpturen, und diese haben mich wirklich begeistert. Über diese möchte ich daher jetzt schreiben.
Es war auf den ersten Blick dieser Kontrast, der mich berührte. Dünner Eisendraht für Skulpturen, die betonschwere Emotionen ausdrücken. Ammars Themen kreisen zentral um Flucht und das macht sie für mich auch so authentisch. Er zeigt in vielen Arbeiten wohl auch sich selbst, gebeugt, auf einem Koffer sitzend, mit einem riesigen runden Ballastknäuel im Rücken – all seinen Sorgen und Ungewissheiten. Für Ammar bedeutet das konkret vor allem: Wann wird seine Familie endlich nachkommen können? Wann wird er in ein normales Leben starten können? Die Figur mit der Leiter steht symbolisch für einen Menschen, der die Leiter beschwerlich herumträgt, aber sie nicht aufstellen und hochklettern kann.
Die Heimat beschäftigt den Künstler auch in anderen Gestalten: Ich sehe ein liegendes Kriegsopfer mit einem abgeschnittenen Arm, ich sehe gebeugte Menschen, zu alt, um die Heimat noch zu verlassen. Von der Decke baumelt ein Gehängter. Eine dramatische Kritik an den vielen Hinrichtungen im Iran. Er zeigte mir dazu ein Foto eines Mannes, der kurz vor seiner Hinrichtung noch seinem Sohn zulächelt. Wofür entscheidet man sich in seinen letzten Augenblicken? Ammar hat ihm ein Denkmal gesetzt. Ebenfalls von oben schwingt in einem Marmeladeglas, als ginge ihn das alles nichts an, der Präsident des geschundenen Landes Syrien. Dieser ist allerdings aus einem gold eloxierten Aluminiumdraht gewickelt, passend zu seinem Thron, auf den er ja auf keinen Fall verzichten möchte. Koste es, was es wolle!
All der Schwere zum Trotz, trifft man in dieser Ausstellung auch auf Schönheit und Leichtigkeit. Ammar liebt Musik und vor allem Tanz, und so sehe ich kurdische Kreistänzer mit den typischen Tüchern wie auch elegante, europäische Solo- und Paartänzer. Auch eine Figur in der Position des Yoga-Baumes steht unvermittelt da und strahlt positive Energie aus. Wieso Yoga? Ammar praktizierte selbst in seiner Heimat Meditation.
Schönheit und Kunst versus Tod, Flucht und Leid – alles in einem Raum, nebeneinander, gleichzeitig. Die Figuren stehen, liegen oder hängen von der Decke – wie zufällig durchmischt. Das Leben hält uns mit Freud und Leid in Schach und oft nicht so vorausplanbar, wie wir es uns wünschten. Das wissen wir natürlich und das weiß auch Ammar. Nur sein Leben verläuft in wesentlich extremeren emotionalen Achterbahnen wie bei den meisten von uns DurchschnittseuropäerInnen.
Ammar Mousa hat schon in seiner Heimat Ausstellungen und Buchprojekte gemacht, auch gemeinsam mit seiner Frau Zozan Battal. (siehe Nachtrag unten) Als Lehrer für Arabisch ist er auch der Schriftgestaltung und dem Buch sehr zugetan. Er weiß also, wie man ein Konzept für eine Ausstellung entwickelt, alles wirkt durchdacht. Einzig bei der Preisliste fehlte mir das Wichtigste: Es gab zwar zu jeder Arbeit eine Nummer, aber keine dazu passende Preisliste. Dazu schrieb er mir in Nachhinein: „Die syrische Flüchtlingsgemeinschaft kauft keine Gemälde.“ Viel wichtiger waren ihm wohl die abendlichen Kulturgespräche während der Ausstellungswoche im Kreise seiner Community und die Möglichkeit, sich als Mensch und Künstler mit seinen Themen erstmals in Österreich sichtbar zu machen.
Ich wünsche Ammar, dass er irgendwann auch von einheimischen Kunstinteressierten wahrgenommen wird.
Alexandra Eichenauer-Knoll
Nachtrag von Ammar per WhatsApp: „Meine Frau Zozan Battal ist Mathematiklehrerin und bildende Künstlerin, die im Bereich Origami und mit Papier arbeitet. Mein Sohn Sawushka Mousa ist der jüngste kurdische Autor, der im Alter von zehn Jahren ein Buch auf Kurdisch geschrieben hat. Er ist auch ein bildender Künstler. Jeder von uns hat eigene Ausstellungen, und meine Frau, Sawushka und ich haben auch gemeinsame Ausstellungen im Kurdistan-Irak präsentiert, die sich um das Leid der Flüchtlinge drehten.“
Five movies about Hainfeld from the Werkstatt der Filmchronisten were shown at the Hainfeld movie theater. One of the movies was about Comedor del Arte. The central theme in this movie is an interview with Franz Witzmann, who passed away unfortunately way too early. The movie is titled “Lived Visions”.
This movie from Georg Watschka and Herwig Niederer is a touching closure of 8 intense years in Hainfeld, and a celebration of Franz Witzmann’s wonderful life’s work.