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Liebe Freundinnen und Freunde des Comedor del Arte!

Ich habe ein Buch geschrieben, worin ich meine Arbeit als Yogalehrerin mit meinem Engagement, u. a. auch für den Comedor del Arte bzw. den Verein Herzverstand, verknüpft habe. Es freut mich, dass es nun in Hainfeld präsentiert wird:

Buchpräsentation in Hainfeld am 21. Mai 2022 und Vortrag:
„Über die Geschichte der sozialen Verantwortung und Eigenverantwortung heute“.

Im Rahmen des NÖ-Museumfrühlings veranstaltet das Hainfeld|Museum eine Buchpräsentation am Viktor-Adler-Platz. Ich möchte dort über die Idee zum Buch und die Entwicklung des Verantwortungsbegriffes von Kant über Victor Adler bis heute sprechen. Außerdem möchte ich der Frage nachgehen: Warum braucht es aus der Sicht des Yoga moralische Prinzipien und Selbstfürsorge gleichermaßen, um gut durch einen Verantwortungsprozess zu kommen?

Es ist auch eine Einladung zur Diskussion und zum Beisammensein.

Zeit: SA, 21.5.2022, 19.00 Uhr
Ort: Viktor-Adler Platz, 3170 Hainfeld
Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung im Kultursaal der Stadtgemeinde Hainfeld statt.

Eine kurze Einführung:

Grundgedanke
Ereignisse wie Umweltkrisen, Pandemien und Krisen der Asylpolitik machen deutlich, dass wir eine gemeinsame moralische Basis brauchen, um Probleme in gegenseitigem Respekt und auf demokratische Weise zu diskutieren und zu bewältigen.

Meine Herangehensweise
Ich versuche eine Annäherung über die Auseinandersetzung mit den Yama- und Niyama-Prinzipien aus dem Yoga-Sutra. Erstere beschreiben Verhaltensweise in sozialen Begegnungen, zweitere einen heilsamen Weg der Selbstfürsorge und Erkenntnis.

In ein Verhältnis bringen: Yoga und soziale Verantwortung
Anlass des Schreibens war die Einladung zu einem Yogakongress mit dem Thema Yoga und soziale Verantwortung. Beim Einlesen in das Thema wurde mir klar: Es gibt nicht nur unterschiedliche Herangehensweise an den Begriff (z. B. in der Sozialpsychologie, der Philosophie oder der Soziologie), sondern unser Verständnis von Verantwortungsübernahme hat sich auch im Laufe der Geschichte geändert. Daher habe ich ein Kapitel über „Die Geschichte der sozialen Verantwortung“ geschrieben. Hainfeld als Veranstaltungsort des Einigungsparteitages 1889/89 unter der Leitfigur Victor Adler kommt selbstverständlich in dieser Zeitreise vor.

Sich gründen in Yama – mit eigenen Beispielen
Yamas sind Verhaltensempfehlungen im Umgang mit anderen und auf der ersten Stufe des Achtfachen Pfades in den Yoga-Sutren beschrieben. Sie sind somit die gründende Basis für alle weiteren Überlegungen. Das Buch ist eine Aufforderung zum Tieferdenken auf das Verbindende zwischen moralischen Grundwerten und hinspürender Selbsterfahrung. Daher beschreibe ich auch selbst erlebte Situationen. Nicht um als ein “moralisches Vorbild“ zu dienen, nein – bitte nicht!! Sondern ich möchte vielmehr zeigen, wie man, ganz im Kleinen und Persönlichen, trotz Zweifel und innerer Widerstände, Verhaltensmuster verändern kann. Yoga ist eine Erfahrungswissenschaft und Authentizität dabei ganz wichtig. Auch die Verantwortungsübernahme ist ein langsames in-die-Kraft-kommen, wenn sie als ein heilsamer Prozess und nicht als Totalüberforderung angelegt sein soll.

Niyamas – Selbstfürsorge für zukünftiges Engagement
Traditionell sind Niyamas eine Vorbereitung für den Weg in tiefe Versenkung und Erkenntnis. Aus der Sicht der Verantwortungsübernahme ist der hinspürende Zugang zur eigenen Befindlichkeit ebenfalls wichtig, sonst drohen Überforderung und Burnout. Gerade für ehrenamtliche Engagierte ist das Thema höchst bedeutsam. Ob ein Rückzug auf der Yogamatte, bei einem Waldspaziergang oder einem Konzertabend stattfindet, ist dabei nicht wirklich relevant. Wichtig ist, dass wir Ressoucen nutzen, die eine heilsame innere Gestimmtheit fördern – sonst werden wir zu hilflosen Helfer:innen.
Wer sich aber tatsächlich für meditative Praxis interessiert – im Kapitel über die Niyamas werden jedem Prinzip vier Stilleübungen zugeordnet. Auch in diesen zum Teil selbstreflexiven Übungen leuchtet das Thema Verantwortung immer wieder auf.

Das Thema Vertrauen – der roter Faden durch das Buch
Die Texte für das Buch entstanden großteils im Winter 2020/21, als sich Österreich mitten in einem Covid19-Lockdown befand. Es war merkbar, wie das Vertrauen in die politisch Handelnden, auch befeuert durch Zweifel in den Social-Media-Kanälen, schwand. Für Yogaübende ist spürbares Vertrauen, zu sich, aber auch zu den anderen, von zentraler Bedeutung.
Ich möchte mit diesem Buch für das Vertrauen als demokratiefördernde Basis plädieren sowie für einen achtsamen Umgang miteinander und auch mit den Informationen, die auf uns laufend einströmen. Die Covid19-Pandemie ist noch nicht vorbei und schon tauchen Meldungen über den Ukraine-Krieg auf, die unser Vertrauen in vielerlei Hinsicht erschüttern. Da werden z. B. Flüchtlinge gegeneinander ausgespielt, aber auch voreilige Urteile gefällt und Meinungen gepostet. Auch diese Krise empfiehlt einen achtsamen und hinterfragenden bzw. kritischen Medienkonsum.
Im Yoga nennt man einen heilsamen inneren Zustand Bhavana und die vier in den Sutren erwähnten Zustände sind Liebe/maitri, Mitgefühl/karuna, Mitfreude/mudita und Gleichmut/upeksha. Wir werden noch viel Vertrauen brauchen, um all das Unerklärbare und Verstörende auszuhalten.

Alles Liebe, Alexandra Eichenauer-Knoll

 

Yoga und soziale Verantwortung. Sich gründen im Außen und Innen mit Yama und Niyama, von Alexandra Eichenauer-Knoll, Windpferd Verlag, 2022
Broschiert 224 Seiten + 60 Minuten Audiodownload, Format: 13,7 x 21,5 cm, ISBN 978-3-86410-352-0

Erhältlich selbstverständlich bei Skribo/Frau Buch in Hainfeld ;).
Das E-book ist über den online-Handel erhältlich.