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(Deutsch) Das war unser Comedor del Arte Kulturfest!

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Auf der Suche nach einem Präsentationsort für die Filme aus dem Workshop mit Sonja Wessel fragte Franz den Hainfelder Kulturstadtrat Norbert Scharaditsch, ob es möglich wäre, die Filme am 1. August im Kultursaal zu zeigen. Prompt und unkompliziert kam die Zusage.  Darauf entstand bei uns die Idee, doch gleich ein Kulturfest zu veranstalten und zu zeigen, was in den letzten einenthalb Jahren bei uns so alles passiert ist.  Und los ging´s!

Ich gestaltete Einladungen, und die sandten wir an offizielle Vertreter und alle Personen, mit denen wir in Kontakt stehen. In der Woche vor dem Fest wurde es dann intensiv. Die Musiker probten, im Filmworkshop wurde hart von Montag bis Freitag gearbeitet und drei afghanische Schauspieler, Mohammad Barbari, Mohammad Ahmadi und Hossein Rezaie, probten für ihr Theaterstück. Ich war vor allem damit befasst, alles mögliche für die Ausstellung zusammenzusuchen.

Am Vorabend des Festes bauten wir diese dann im Gang vor dem Kultursaal auf. Wir präsentierten die Ergebnisse der Nähworkshops – Taschen und Puppenkleider – sowie Basteleien, Kinderzeichnungen, die handwerklich perfekten Arbeiten von Ramazan Sadegi (einen selbst geflochtenen Weidenkorb und einen kleinen Teppich) und das ABC-Spiel mit den Zeichnungen von Somayeh Naserifar. Außerdem hängten wir eine Stellwand voll mit Zeitungsartikel über den Comedor, sowie eine weitere mit den Unterstützungserklärungen, die Franz so zahlreich für die Menschen vor dem Interview schreibt. Auch gab es Platz für eine Gemüsekiste vom Lebensgut Miteinander, unserem Kooperationspartner. Wir sind ja Verteilerstation der Gemüsekisten im Raum Hainfed. Auch die großen Avatare aus dem Workshop mit Marianne Plaimer wurden gut sichtbar präsentiert.

Dienstagfrüh dann letzte Vorbereitungen: Mitgliedsbeitrittserklärungen und Flyer auflegen, Spendenboxen aufstellen, Kuchen backen und vor allem Generalprobe um 10 Uhr. Sonja Wessel machte sich mit der Technik im Kultursaal vertraut.

Abends um halb sieben war es dann soweit. Die ersten, gut gelaunten Gäste erschienen. Eine halbe Stunde später war der Kultursaal gut gefüllt – trotz der großen Hitze und trotz des sommerlichen Termins. Etwas über  90 Personen, vor allem viele Einheimische, Förderer und mit Flüchtlingen befasste Menschen, nutzen die Gelegenheit, sich zu informieren und natürlich auch um sich zu unterhalten.

Franz begrüßte die Gäste. Neben dem Bürgermeister waren auch zahlreiche Stadt- und Gemeinderäte erschienen. Und auch andere für uns wichtige Personen. So war DI Petra Scholze-Simmel, die Geschäftsführerin des Leaderbüros in Kirchberg/Pielach, anwesend, ebenso wie Dr. Gertrude Eigelsreiter-Jashari, die Infomaterial über das Bildungs-und Heimatwerk Blickpunkt Deutsch auflegte. Am 5. September gibt es ja bei uns ein Seminar zum Thema Didaktik. Auch einige Mitarbeiterinnen der Rotkreuz-Tafel waren anwesend.

Bürgermeister Albert Pitterle sprach Grußworte im Namen der Stadt. Und er dankte Franz und mir zu dem großen Einsatz für Integration. Meine Aufgabe war es dann, mich bei allen Menschen zu bedanken, die uns bislang unterstützt hatten. Da das sehr viele sind, teilte ich sie in 6 verschiedene Gruppen. Diese wurden durch junge Männer mit Nummernschilder repräsentiert, die nach und nach zu mir auf die Bühne traten und meine Rede auch belebten.

Dann wurden Filme aus dem Medienworkshop, das von der deutschen Medienpädagogin Sonja Wessel im Comedor del Arte geleitet worden war, gezeigt. Zahlreiche Personen waren daran beteiligt, damit nach einer Woche intensiver Arbeit zwei filmische Selbstportraits in der Tradition des „Digital Story Tellings“ gezeigt werden konnten. Leonida Morar, ein elfjähriges Mädchen mit rumänischen Wurzeln und großer Familie erzählte über ihr Leben in Hainfeld und nutzte dabei auch die Technik des Zeichentricks. Ismael Mousawi, ein 34jähriges Mann aus Afghanistan, erzählte über die traumatische Erfahrung, seine Familie ohne Verabschiedung fluchtartig verlassen zu haben, über seine Hoffnungen und sein reales Leben in Hainfeld. Danach gab es eine Bildershow mit dem Making-Of, und Sonja Wessel erzählte dazu. Das war so spannend, dass ich sie bat, daraus doch noch einen Film zu machen. Wir könnten ihn auf die Website stellen. Ich hoffe, sie findet dazu noch Zeit, denn es ist wirklich sehr interessant zu sehen, wieviele Schritte es braucht, bis so ein Film fertig ist. Und auch, wie schwierig es ist, speziell mit Flüchtlingen so etwas zu machen, denn es braucht lange, bis die Geschichte zufriedenstellend ins Deutsche übersetzt ist.

Danach wurde ein Film aus dem letzten Jahr gezeigt, nämlich von Mohammad Ahmadi, der über sein Leben als Schauspieler und Regisseur in Afghanistan erzählte. Als Mitglied der Volksgruppe Hazara wurde er in Afghanistan leider zunehmend diskriminiert, als Künstler, der sich zum Schluss für Frauen in Gefängnissen eingesetzt hatte und das noch im Rahmen eines von Amerikanern finanzierten Projektes, wurde das Verbleiben in Afghanistan letztlich lebensgefährlich. Denn der Kontakt mit Frauen und Ausländern ist für die strengen Taliban ein Nogo. Nach dem Film ging dann die Leinwand hoch und wir sahen ihn und zwei Kollegen auf der Bühne. Das Stück hieß „Bushaltelle“. Ich denke, es war für viele Zuschauer auch ein eindrucksvoller Wechsel – zuerst den Film zu sehen und dann den Menschen, der sich im Film so persönlich dem Publikum geöffnet hatte, live in einem Theaterstück zu erleben.

Den Abschluss machte ein Musikstück. Ramazan Sadegi, der nicht nur handwerklich sehr geschickt ist, überdies ein engagierter Fußballer ist und ebenso engagiert sein Umfeld ermutigt, Deutsch zu lernen und zu sprechen, dieser liebe Mensch entpuppte sich auch als ein wirklich toller Sänger. Ich staunte nicht schlecht, wie er mit einem silberen Sakko und den schwarzen Lackschuhen von Franz auf der Bühne stand. Er sang uns ein indisches Lied – wieviele Sprachen die Menschen aus Afghanistan doch oft sprechen!  Begleitet wurde er durch den Musiker und Lehrer Mario Schagerl und seinen fleißigsten Comedor-Schüler, Farhad Mousawi.

Das Publikum zeigte sich sehr interessiert, oft auch überrascht und berührt. Es gab also genug Gesprächsstoff für einen entspannten Ausklang beim Buffet. Pardes und sein Küchenteam lieferten Bolanis aus der Comedor-Küche, Irina brachte ukrainische Vorspeisen und dann gab es noch ausreichend Kuchen von zahlreichen Spenderinnen. Mario Schagerl spielte mit 2 Kollegen entspannte Jazzmusik, was zusätzlich noch für lockere Stimmung sorgte.

Ich denke, es gab an diesem Abend viel Begegnung – zwischen Hiesigen und Zuagroasten, und auch zwischen Hiesigen, die sich bislang nicht gekannt haben. Zwei neue Personen deuteten an, dass sie am Deutschunterricht Interesse hätten. Ja, es gab überhaupt viele Anfragen, wie man helfen könne. Und auch die Taschen aus der Comedor-Nähstube wurden gut verkauft. Es war lustig zu sehen, wie sie die Besucher mit Freude trugen und wie die liebgewonnenen Stücke langsam ein neues Zuhause fanden.

Der Comedor del Arte versteht sich als Gestaltungs- und als Begegnungsgort. Wie lebendig Begegnung sein kann, das wurde an diesem Abend sehr gut spürbar!

Hainfeld, 3. August 2017

Alexandra Eichenauer-Knoll

PS: Großer Dank an Robert Steineck für die vielen schönen Fotos!

Movie presentation and festival

We got to know the German movie director Sonja Wessel last year at the Viertelfestival NOE where she was leading similar workshops for three weeks, and Franz Witzmann was able to connect her with a number of people.

Sonja Wessel will lead a movie workshop at Comedor del Arte from July 24 to 28. The general theme of the self portraits is “Wie Zuagroaste unsere Heimat sehen”. Conclusion of this productive workshop will be a movie presentation. Many thanks to the City of Hainfeld for providing the Kultursaal for this purpose. We will also use this evening to present the many activities of Comedor del Arte. There will be an international buffet and music for people attending. Save the date!

Tuesday August 1
Begin movie presentation: 19:00
Kultursaal Gemeindezentrum Hainfeld

(Deutsch) Ein Film für den HLW-Zukunftstag

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Derzeit läuft der Film „Die Zukunft ist besser als ihr Ruf“ der österreichischen Filmemacherin Teresa Distelberger in den heimischen Kinos. Darin werden sechs Personen portraitiert, die statt zu klagen lieber die Ärmel aufkrempeln und etwas tun. Menschen, die sich z. B. für lebendige politische Kultur, für nachhaltige Lösungen bei Essen und Bauen, für Klarheit im Denken über Wirtschaft oder für soziale Gerechtigkeit engagieren. Da Teresa Distelberger einmal Schülerin der HLW St. Pölten gewesen war, ergab es sich, dass sie dort gemeinsam mit den SchülerInnen zu diesem Themenkreis auch das Projekt „Zukunftstag“ entwickelte, der am 6. April 2017 stattfand. In Vorbereitung dessen wurden die SchülerInnen aufgefordert, in kleinen Teams selbst Menschen zu portraitieren oder wenn möglich auch zu filmen.

Die Hainfelderin Julia Dürr stellte ein Team zusammen, um einen Kurzfilm über Franz Witzmann und Alexandra Eichenauer-Knoll als den Betreibern des Hainfelder Begegnungshauses „Comedor del Arte“ zu machen. Sie war auf unser Projekt im Advent 2016 beim Kreativmarkt aufmerksam geworden, wo der „Comedor del Arte“ Tee und internationale Speisen verkaufte. Das ehrenamtliche Engagement begeisterte sie.

Und so kam es, dass eines Tages vier höchst sympathische junge Frauen, ausgestattet mit Kamera und Fotoapparat, in der Bahnstraße 1/G3 auftauchten und nicht nur uns die Projektbetreiber, sondern auch einige anwesende junge Männer vor die Kamera baten.

Am Zukunftstag der HLW in St. Pölten wurde der Film 
präsentiert. 
Im Bild v. li. : Daniela Lurger, Julia Dürr, Alexandra Eichenauer-Knoll, Viktoria Gattinger und Hanna Nemeth.
Foto: Andreas 
Reichebner/HLW

Hier ist der Link zum Film.

(Deutsch) Franz filmt!

Franz makes a movie

Franz made his first movie during the open house at Comedor del Arte October 15/16.
This is for all folks who were not able to stop by at the event, and all friends of Comedor del Arte.

Have a look, the movie is fun!

Link to youtube

Reinhard Jölli translated for us the film:

FILM:

Open house social festival “Tu was dann tut sich was” (do something, then something will happen)

From being connected to action, part 1

Franz: 2016, open house, Comedor del Arte, a bief walkabout, come with me, you are very much invited!
Here is Sleman: why are you coming to the Comedor, what do you like here?

Sleman: Because Franz is here:-)
Franz: Are there other reasons?
Sleman: Well, also because Alexandra is here, and I have lots of interaction with other folks, other cultures, other traditions, and there are nice people at the Comedor. I also ate a lot, and there is plenty of tea, that is all, thank you Franz for the interview. Thank you.

Franz:  Yussuf, what are you doing here?
Yussuf: no idea, ……
Alexandra: stars

Franz:  Why do you come to the Comedor? What do you like?
Ramazan: I was taking a walk…

Franz:  Asadullah, are you a hairdresser, yup, aha, that is great, a new hair cut for Abdeljan.

Franz:  Hey Aref, why do you come to the Comedor? What do you like here.
Aref: I come to help, making soup, ….

Franz: What are you cooking there? Burani?
Pardes, the cook: (some conversation in English), with potatoes, with chick peas, and…
(some conversation in native language)
Franz: Dishes are being prepared with careful attention. Great, beautiful burani.

Franz:  Why are you coming to the Comedor?
Reinhard: Comedor is great. You see how the “immigrants” integrate themselves into life in Hainfeld, the German classes, the Children’s afternoon on Wednesday, it is just great.
The various initiatives that are taking place here, lead by Franz and Alexandra, I find it perfectly represents the motto “Tu was dann tut sich was” (do something, then something will happen). Thank you.

Franz:  (Reads from cards, fixed on a wall): The energy and spirit, seven principles from Mahatma Gandhi. We are all connected through love. In everything there is a spirit going to the center, without it nothing would exist.

(Deutsch) Unser erstes Kulturfest

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Am Montag, den 4.7. 2016, hatte mich Erich Heyduck (Projektleiter der Workshopreihe “Fremd-bin-ich-eingezogen”) angerufen und mir die Frage gestellt, ob wir am Samstag, den 9.7., im Comedor del Arte eine Filmpräsentation und ein Konzert im Rahmen des Mostviertel-Festivals veranstalten könnten.
Nach einer kurzen Nachdenkpause habe ich die Herausforderung angenommen, mich in die Planung und Organisation begeben und mit Hilfe vieler freiwilliger HelferInnen konnte am Samstag ein stimmungsvolles Fest professionell über die Bühne gebracht werden.
In einer dreiwöchigen Workshopreihe hatte die Medienkünstlerin Sonja Wessel mit Menschen, die sich im Asylverfahren befinden, deren eigene persönliche Geschichten erarbeitet und in Form eines Kurzfilmes erzählt. Insgesamt sechs Menschen, die im Gemeindegebiet von Hainfeld in Quartieren untergebracht sind, konnten zu diesen Workshops vermittelt werden. Diese Filme und zwei weitere wurden im Mehrzweckraum des Comedor del Arte präsentiert.
Im Erdgeschoß gab es ein Buffet mit internationalen Speisen und mehr als hundert Menschen wurden verköstigt.
Ein weiteres Highlight dieses Abends war das Konzert von Franz Hautzinger und Salah Addin, die mit ihrer Musik die Gäste verzauberten und das Gefühl der Vielfalt und Verbundenheit, welches an diesem lauen Sommerabend sichtbar und fühlbar war, mit ihren Melodien begleiteten.
Als ich am Sonntag Vormittag mit Ali und Aref zum Aufräumen in den Comedor gekommen bin, ist ein Nachbar aus dem Haus gekommen und hat gesagt: “Gestern Abend habe ich die Fenster geöffnet und das Konzert gehört. Das war so eine schöne Musik. Wann macht ihr das nächste Fest?”

Ein herzliches Danke an alle Mitmenschen, die diesen Abend ermöglicht haben.

Alles Liebe, Franz Witzmann